Noch ist Sommer… und ein bißchen davon bewahren wir auf…das einfachste Nähtutorial aller Zeiten wartet auf Dich!

Sommer ist eine wunderschöne Jahreszeit… aber ehrlicherweise liebe ich sie alle, auch den Herbst und den Winter.

Aber diese Spätsommertage haben so ein ganz eigenes Licht,  in diesem Jahr ist alles so frisch und grün… und wie das duftet!

Lavendel ist eine sehr alte Kulturpflanze, und in vielen Gärten ist er gerade reif zum Ernten…

Kennt Ihr das, dass man manchmal auf die einfachsten Dinge nicht selbst kommt? Nein, klar, Ihr kennt das nicht, aber ich schon… hihi!

Ich habe ein kleines Lavendelsäckchen gesehen, das einen Aufhänger hatte… damit kann man das hübsche Dingelchen an einen Kleiderbügel hängen. Mal ehrlich, man hätte darauf kommen können, aber ich hatte es so einfach noch nie bewußt wahrgenommen!

Wir haben einen zarten Stoff mit einer Lavendel-Elfe im Online-Shop, aber auch viele andere Stoffe, die wunderschön in einen Wäscheschrank passen. Und gibt es etwas Schöneres, als frisch duftende Wäsche? Mit diesen Lavendelbeutelchen bewahren wir uns ein bißchen Sommer… auch über die dunkleren Monate.

Ich habe die Stoffstücke 12 cm hoch und 11 cm breit geschnitten. Rechts auf Rechts legen, oder, wie wir im Nähzimmer sagen “ schön auf schön“… und wie ein „U“ an den Seiten und am Boden zunähen. Am Anfang und Ende der Naht verriegeln. Dann die genähten Ecken quer abschneiden, dann wendet es sich besser.

Das Ganze wenden, Ecken schön ausformen, 3 Teelöffelchen getrockneten Lavendel oben einfüllen und die oben offene Seite 1 cm nach innen umklappen.

Auf Wunsch ein kleines Bändchen einlegen, feststecken und oben das Beutelchen quer zunähen. Wir haben ein passendes im Laden, so süß, gell!

So. Heute ist meine kleine Maus vom Zeltlager wiedergekommen. Bei uns gehen die Ferien langsam zu Ende. Der Schulanfang ist auch für mich immer wie ein kleines Silvester, ein kleiner Neustart. Während das Herzchen im Zeltlager war habe ich zuhause geräumt und ausgemistet und geputzt… Jetzt lege ich diese zarten Beutelchen in unsere Schränke. Ein paar habe ich auch für Euch gemacht, schaut gerne im Ladeli vorbei! In den nächsten Tagen werden wir auch Einige davon in die Online-Bestellungen legen.

Macht es gut und genießt Euren Spätsommer! Alles Liebe, Dunja

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Mach`doch einfach das, was Dich wirklich glücklich macht!

 

*Werbung* Gestern bin ich mit meinem Sohn nach Belgien gefahren. Mein Mann mußte noch ein Projekt in der Firma abschliessen und unsere Jüngste war in der letzten Woche auf einem Reiterhof und das Programm dort ging bis Samstag, so daß mein Mann sie heute abholen wird und mit Ihr nachkommt.

Meine beiden großen Kinder sind 18 und 16. Die Älteste ist mit Freunden und einem Wohnwagen an der holländischen Küste unterwegs. Ist bestimmt ein Riesen-Abenteuer und es wird ein Leben lang Geschichten aus diesem Sommer geben… so soll das sein, wenn die Kinder größer werden, sie schreiben Ihre eigene Story.

Der Große hatte Zeit, mit uns eine Woche am Meer zu verbringen. Und es ist eine gute Gelegenheit zu reden und Zeit zusammen zu verbringen, auch wenn man gemeinsam im Stau steht. Unterwegs und auf Reisen zu sein ist etwas Anderes, als zuhause zu sein. Wir haben die Fahrt zusammen gemeistert  inklusive Umleitungen und Staus und der Herausforderung, einen aufgeregten kleinen Hund dabei zu haben. Wir haben das Ferienhaus gemeinsam bezogen… da gibt es einige Dinge, die erledigt werden müssen, und da Papa noch nicht da war, hat er das übernommen, auch das Zählerstand ablesen mit dem Vermieter auf Eglisch. Keine großen Sachen, aber es ist etwas Besonderes, wenn man mehrere Kinder hat, Zeit mit einem Kind alleine zu verbringen. 

Als Rita angeboten hat, sie würde am Freitag den Laden übernehmen, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit meinem Großen losgezogen. Wir haben gestern Abend noch einen langen Strandspaziergang gemacht und waren gemeinsam essen. Danach haben wir zusammen einen Netflix-Film geschaut

Das Schlafverhalten von Teenagern und Erwachsenen ist nicht dasselbe. Ich habe mir heute morgen einen Kaffee gemacht und mich damit in den Garten des Häuschens gesetzt. Ich bin gerne in Gesellschaft, aber ich genieße auch die Momente, in denen ich alleine mit mir bin. 

Es gibt hier im Nachbargarten eine große Birke, ein bißchen Wind und Möwengekrächze. Stundenlang könnte ich zuschauen, wie die Farbe dieser Blätter sich ändert, je nachdem wie Sonne und Wolken gerade ziehen. Im Garten plätschert hier ein kleiner Brunnen und die Koi strecken ab und zu den Kopf heraus, ob es etwas zu fressen gibt. Das fand unser Struppi superinteressant. Dieses Bild, wie der kleine Hund völlig fasziniert, mit schiefgelegtem Kopf die Fische beobachtet…   

Dieser Friede und diese Ruhe…nur die Birke, der Brunnen, der Hund, die Koi und ein Kaffee. Ich spüre in solchen Momenten eine tiefe Dankbarkeit. 

Der Große schlief immer noch, ich habe einen Zettel hingelegt, daß ich Einkaufen bin. Das liebe ich so an unserem Ferienhäuschen. Es ist mitten in der Stadt und direkt vor der Tür ist ein Marktplatz und viele kleine Geschäfte. Ich muß nicht erst ins Auto steigen… ich laufe einfach los. Alle, die meinen Blog schon länger verfolgen wissen, daß ich diese kleinen, inhabergeführten Geschäfte liebe, die es hier noch überall gibt. Diese Geschäfte haben eine Seele, und es steckt das Herz und Hirn des Inhabers/der Inhaberin dahinter. Das ist das Besondere. Hier sind in den Bäckereien echte Menschen in der Backstube hinter dem Verkaufsraum. Und in den Produkten stecken Tradition, Kreativität, Muskelkraft, Wissen und Kompetenz, Erfahrung, viel Stolz und auch die Ehre der Macher. 

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Das ist der Unterschied, diese Produkte haben eine Seele. Das ist bei industriell gefertigten Produkten nicht oft der Fall, und in manchen Geschäften auch nicht. Da geht es nur um den Profit. Sicher, alle Geschäfte sind dazu da, um den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Aber ob Jemand sein Herz mit hineinlegt, das spürt man schon.

Mein Mann liebt Eclairs, ein Brandteig-Gebäck mit Schokolade… die Jüngste liebt die handgemachten Lollies, für den Großen habe ich ein Schokoladentörtchen eingepackt und für mich ein Himbeer-Tartelett. Zum Frühstück zwei „Pain au chocolat“ und ein knuspriges Baguette. Beim Metzger habe ich feine Salate geholt, Kirschen auf dem Markt bei einer Gemüse-Händlerin, beim Fischhändler Garnelen und Thunfisch-Creme.

Und auch dort sind hinter dem Verkaufsraum Menschen bei der Arbeit, die diese Dinge frisch herstellen. Das ist nicht aus der Fabrik oder Konserve, da braucht es keinen Mist, um das haltbar zu machen… es wird frisch hergestellt, direkt verkauft und direkt gegessen. Fertig. 

Das sind Familienbetriebe mit Angestellten, die auch zur Familie gehören. Und zu dieser Familie gehören auch die Stammkunden. Ich kenne das als Kind aus der Bäckerei meiner Großeltern. Das Schöne ist, daß wir hier schon so lange Urlaub machen, wir werden überall begrüßt.

So geht es mir auch, wenn Kunden in den Laden kommen… ich freue mich immer, wenn die Tür aufgeht. Es macht Spaß, KundInnen, die das erste Mal da sind, dabei zuzuschauen, wie sie alles erkunden und entdecken. Den Laden in Zornheim gibt es seit fast drei Jahren und wir haben so viele liebe StammkundInnen, die inzwischen einfach zur Familie gehören. Ihr kauft regelmäßig hier ein, schickt eure FreundInnen vorbei, hängt Zettel im Kindergarten aus oder verteilt Herzchen oder Kommentare auf facebook und Instagram… das alles ist für ein kleines Ladeli eine Riesenhilfe. Es ist so schön zu sehen, wie Ihr dahintersteht! Deshalb habe ich mir auch etwas überlegt… die Grafikerin hat sich bereits darangesetzt, es wird ein Guetsje für KundInnen geben, die öfter bei uns einkaufen. Ich möchte Euch Nähzimmer-Herzchen gerne etwas zurückgeben…das habt Ihr Euch verdient!

Die Menschen, die diesen Blog schon länger lesen, wissen, daß das meine tiefe Überzeugung ist. Dass ich glaube, dass die Dinge, die wir uns kaufen, die uns umgeben und die wir essen… dass das wichtig und persönlich und entscheidend ist. Ich erlebe hier in Belgien, wie gut es für einen Ort ist, Geschäfte, Restaurants und Cafes zu haben. Es macht für das Bild eines Ortes und die Lebensqualität einen Riesenunterschied. 

Ich bin im Grunde meines Herzens ein Minimalist, der schöne Dinge liebt. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Ich habe lieber Weniger, und dafür Dinge, die ich wirklich liebe. Heute bin ich fast den ganzen Tag in Belgien über einen Flohmarkt geschlendert und habe nur 4 Sachen gekauft… ich kann mich da auch immer sehr gut entscheiden… wenn ich etwas sehe, das wirklich mein Herz zum Hüpfen bringt, dann kommt es mit. Wenn ich bei einem Stück erst überlegen muß, dann ist es ganz sicher nicht das Richtige. 

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Wir haben nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Sowohl was unsere Zeit angeht, als auch unser Geld. Dieses Budget ist unterschiedlich, aber wir alle entscheiden, was wir mit unserem Geld und unserer Zeit anstellen. Oft  können wir erst hinterher sagen, ob unsere Entscheidungen klug waren. Wichtig ist, daß wir unser Geld und unsere Zeit so investieren, daß es uns glücklich macht. Nicht irgend Jemanden, sondern Dich. Mir machen Stoffe, Bücher und ein schönes Zuhause Freude… mit einer Designer-Handtasche oder einem schicken Auto ist mir nicht gedient. Also lasse ich das sein.

Mein Mann und ich haben 1998 ein kleines Reihenhäuschen gekauft. In einem Vorort von Mainz. 107 Quadratmeter Wohnfläche auf 121 Quadratmetern Grundfläche. Ich war gerade mal 24 Jahre alt, aber ich habe tiefe, schwäbische Wurzeln und der Schwabe zahlt nicht gerne Miete. Die Häuschen waren praktisch und für uns einigermaßen bezahlbar, also haben wir es damals gewagt.

Wir haben auch größere und schickere Häuser besichtigt, und die Bank hätte uns das auch finanziert. Aber mein kluger Mann wollte lieber kleinere Brötchen backen und meinte, das würden wir irgendwann abbezahlt bekommen. 

Dann kamen die Kinder, und da das Häuschen geschickt aufgeteilt ist, hatte Jedes unserer drei ein hübsches Zimmer. Mein Mann und ich haben uns das kleinste Räumchen als Schlafzimmer eingerichtet… es ist wirklich sehr klein, aber wir haben es uns hübsch und praktisch eingerichtet. 

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Und ich dachte immer, irgendwann bauen wir nochmal „richtig“. Ich dachte 20 Jahre lang, dass das ein Provisorium sei. 

1998 sind viele junge Familien gleichzeitig dort eingezogen, alle in einer ähnlichen Lebensphase. Wir haben gemeinsam Kinder bekommen und Ihnen beim Großwerden zugeschaut. Ihr müßt Euch eine Sackgasse mit Wendehammer vorstellen, die komplett als Spielstraße ausgeschildert ist. An dieser Straße wurden 65 Reihenhäuser gebaut und so vermarktet, daß hauptsächlich junge Familien angesprochen wurden. Wir hatten phasenweise eine echt massive Bobby-Car-Dichte und im Sommer war es das Wichtigste, daß immer Eis, Wassermelone, Straßenmalkreide und Seifenblasenflüssigkeit im Haus waren. 

Letztes Jahr haben wir in der Nachbargemeinde ein Baugrundstück angeboten bekommen… ich hatte Jahre darauf gewartet, in meinem Kopf war das Traumhaus komplett eingerichtet. Mein Mann und ich schauen auf diese Fläche und in dem Moment wußte ich, ich brauche das nicht. Ja, unser Garten ist Mini, und wenn die Nachbarn grillen ist es bei uns wie auf dem Camping-Platz. Das mag nicht Jeder, das verstehe ich… aber ich mag es. Ich mag den Trubel und ich mag meine Nachbarn. 

Ich habe neulich den Satz gelesen, dass, wenn Du Dein Leben damit verbringst, Besitz anzuhäufen und zu sammeln, wann willst Du das denn eigentlich genießen? Wenn wir nur damit beschäftigt sind, immer mehr zu haben, kann das denn der Sinn sein?  Oder, auf mein Geschäft bezogen, bedeutet Entwicklung da, immer größer zu werden?

Was ist wirklich wichtig im Leben? Das muß Jede/r für sich beantworten. Und es lohnt sich, vielleicht gerade in der Urlaubszeit, wenn wir ein bißchen Abstand von unserem Alltag haben, darüber nachzudenken.  Ich weiß, daß mich das größere Haus nicht glücklich machen würde. Ich habe aber eine Freundin, die sich den Traum von einem Haus erfüllt hat, daß es sie sehr glücklich macht. Aber das ist Ihr Traum. Nicht meiner. Meine Älteste träumt davon, seit sie mit 8 Jahren zum ersten Mal eine Chanel-Tasche in einer Zeitschrift gesehen hat, diese Tasche zu besitzen. Mich würde diese Tasche nicht glücklich machen. Aber sie sollte sie sich unbedingt kaufen!

Wir alle haben nur begrenzt Zeit und Geld zur Verfügung. Wir müssen beides so einsetzen, daß es uns glücklich macht. Meine Nachbarin macht es glücklich, die Welt zu bereisen. Sie gibt einen großen Teil Ihres Budgets für Reisen aus. Über meine Art, Urlaub zu machen schüttelt sie nur den Kopf. Aber für Jede/n bedeutet Glück etwas Anderes. 

Mich macht es oft traurig, wenn Menschen bei mir im Laden sehen und sagen:“ Ich würde so gerne einen Näh-Kurs machen, aber ich habe keine Zeit.“ 

Zeit ist das demokratischste Gut auf dieser Erde. Der Kaiser und der Bettler haben beide 24 Stunden geschenkt bekommen, jeden Tag. Wir bekommen Tag für Tag so viele Möglichkeiten geboten und Vieles klingt verlockend. Aber es macht Sinn, genau zu überlegen wie und wofür wir unsere Zeit und unser Geld investieren können.

Das Entscheidende ist, sich auf sich selbst zu besinnen. Wenn Dich das größere Haus glücklich macht, wünsche ich dir von Herzen Gottes Segen dazu. Meiner Nachbarin wünsche ich eine gute Reise und ich komme gerne mit zu Chanel, wenn meine Tochter sich die heiß ersehnte Tasche erspart hat.

So lange werde ich in meinem kleinen Haus wohnen, nach Belgien in den Urlaub fahren und meine Dry-Oilskin-Bag tragen. Weil das macht mich glücklich.

Ich liebe das Ladeli, so wie es ist. Heute morgen, in aller Ruhe, mit meinem Kaffee, meinem Hund und meinem Pain au chocolat hatte ich einige tolle Ideen, wie wir die nächste Zeit im Geschäft gestalten werden.. Ihr dürft gespannt sein! Ihr alle seid Teil der Nähzimmer-Familie, denn ohne Euch wäre das Nähzimmer nicht das, was es ist. 

Es geht nicht darum, immer mehr Stoffe zu haben oder immer größer zu werden. Es geht mir darum, Euch Ideen vorzustellen, wie wir Zuhause mit Stoffen eine schöne Umgebung gestalten können.. es geht um Ideen für liebevolle Geschenke und um Kleidung, die man gerne und lange trägt. Echte Klassiker, die glücklich machen, und an denen man sich jedes Mal erfreut, wenn man sie anschaut. Das ist das Ziel eines Produkts, das das Nähzimmer im Sortiment hat. 

Das Tolle am Älterwerden ist, dass die Erfahrung und die Zeit uns so Einiges lehren. Wenn ich Eines in den letzten Jahren verstanden habe, dann, dass das Wichtigste im Leben Familie und Freunde sind. Wenn wir im Näh-Cafe und in unseren Kursen gemeinsam eine schöne Zeit verbringen, dann ist das genau so, wie ich mir das Nähzimmer gewünscht habe.  

Ohne Euch treue Nähzimmer-Herzchen wäre dieser Laden nicht das, was er ist. Ihr seid die tollsten KundInnen, die man sich wünschen kann. Ob Online oder im Ladeli, der Kontakt ist immer so freundlich und herzlich, da geht mir das Herz auf.

Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam mit Euch in Kursen oder im NähCafe schöne Dinge zu nähen. Etwas Neues aus den feinen Stoffen zu gestalten und sich zusammen daran freuen. Dazu ein Tee oder Kaffee und etwas Leckeres zum Schnuckeln, sei es Kuchen oder Cookies, das ist doch das Beste! Deshalb habe ich bei Aline heute für freitags Kuchen und Cookies bestellt… für Euch zum Mitnehmen oder für die Ladies and Gentlemen an den Nähmaschinen im Näh-Cafe. (Für das Näh-Cafe bitte per Mail an d.supp@t-online.de anmelden.) Leckerer, frischer und regionaler geht nicht! Ich freue mich so sehr, daß Aline zugesagt hat. Am 16. August starten wir mit Alines ganz speziellem Zitronenkuchen… ich kann den Duft schon riechen…hmmmm! Dann könnt Ihr zu Euren Stöffchen und hübschen Kleinigkeiten noch etwas Leckeres für Euch und Eure Lieben einkaufen.

Für alle, die im Nähzimmer etwas länger verweilen möchten gibt es zukünftig freitags und samstags kostenlosen Kaffee, Wasser und Tee. Damit könnt Ihr eine kleine Wartezeit überbrücken und Euch einfach Zeit nehmen, Euch in Ruhe umzuschauen.

Künftig wird das Nähzimmer freitags bis 19.00 Uhr geöffnet haben. Ab 17.00 Uhr gibt es zum Einkauf ein (Winzer-) Sektchen dazu. Da kann das Wochenende beginnen!

Und auch neu nach den Ferien: Wir werden montags von 10.00-13.00 Uhr geöffnet haben…

Die Nähzimmer-Herzchen-Karte liegt jetzt bei der Grafikerin, damit werden wir auch nach den Sommerferien starten….ich freue mich schon darauf!

Hach, ich liebe meine Urlaubszeit hier, aber ehrlich, ich freue mich jetzt schon auf unseren Handmade-Herbst und die tollen Dinge, die wir machen werden!

Ich wünsche Euch allen schöne Ferien!!!! Wir sehen uns…

Warum Nähen für Kinder so wichtig ist…

Seit 15 Jahren gebe ich Turnstunden für Vor- und Grundschulkinder in meinem Wohnort. Ich bin Mutter von 3 Teenagern (12,16,18) und ich habe eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. All das fließt in meine Kurse mit ein…bewußt oder unbewußt. In den letzten Jahren konnte ich die Veränderung an den Kindern direkt erleben. Wir leben schlicht und einfach in einem Zeitalter der digitalen Revolution, und das macht etwas mit uns, der Art, wie wir unsere Kinder erziehen und es macht etwas mit den Kindern. Ich sehe die Digitalisierung eher positiv als negativ… ich nutze diese Medien ausgiebig. Aber meine Generation ist die Erste, die als Eltern vor der Frage steht, wie man Kindern eine gesunde Medien-Nutzung nahebringt. Als ich Teenager war, gab es drei Programme im Fernsehen und ein Kabel, das die Fernbedienung mit der Glotze verband… das war….anders. 

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Die Digitalisierung bringt unglaubliche Möglichkeiten mit sich, aber gerade in dieser Zeit ist es wichtig, nicht nur Vorgekautes aus dem Internet zu konsumieren… es ist so basic, ein Gefühl dafür zu bekommen, daß es möglich ist, etwas mit den eigenen Händen zu gestalten. Um Kreativität ausleben zu können, braucht es aber zumindest Grundkenntnisse und es ist wichtig, daß man schon einige Projekte genäht hat. Dann kann man kombinieren, zusammenstellen und wirklich kreativ werden. 

In meinem Ladeli gibt es viele Kurs für Kinder und Teenager… auch gemeinsame Kurse mit Teenagern und Erwachsenen. Die Stimmung in diesen Kursen ist immer etwas ganz Besonderes… oft schauen Erwachsene ein bißchen erstaunt, wenn ich Teenager mit in die Kurse nehme…aber ich kenne die Mädchen gut und weiß genau, was sie können. Es endet meistens damit, daß die Erwachsenen sehr verblüfft sind, was die Jugendlichen schon alles können.

Kinder gehen völlig angstfrei und ohne Vorbehalte an eine Näh-Maschine. Die Freude am Herumpuzzeln steht im Vordergrund und sie wollen unbedingt so ein Wolkenkissen /Täschchen/ Stoffkörbchen haben. Und sie wollen gerne sehen, wie das denn so gemacht wird. Kinder interessieren sich für Herstellungsprozesse und möchten wissen, wie die Welt funktioniert..

Der Spaß und eine entspannte Atmosphäre stehen bei Kinderkursen im Vordergrund. Ich bin meiner Verantwortung sehr genau bewußt… wenn das Kind eine positive und fröhliche Erfahrung an der Nähmaschine hat, dann hat es vielleicht ein ganzes Leben Freude daran. Deshalb tue ich mein Bestes dafür, dass es ein schöner Moment ist. 

Neben dem Spaß erlebe ich oft auch, daß Kinder anfangen, einfach mal ein paar Knöpfe zu drücken und an der Nähmaschine herumzudrehen. Das ist grundsätzlich nicht dramatisch, so schnell passiert da nichts… ich bremse das dann aber erst einmal und erkläre, daß so eine Näh-Maschine ein komplexes und teures Gerät ist.  Und dass es ein Privileg ist, damit arbeiten zu dürfen, und keine Selbstverständlichkeit. Und das Tolle ist aber, daß ich Ihnen das jetzt zutraue. Daß ich diesem Kind vertraue, daß es mit meiner Maschine sorgfältig umgehen wird. Ich halte es für ein massives Problem unserer Zeit, daß viele Dinge so selbstverständlich und verfügbar sind. Oft ist es viel billiger, ein Gerät neu zu kaufen, als es zu reparieren… woher kommen denn die ganzen Müll-Berge? Das Bewusstsein für den Wert eines Gegenstandes zu vermitteln, ist auch ein Teil eines Nähkurses, oder? 

Pädagogisch gesehen finde ich es sehr wichtig, ein Projekt von Planung über Entwurf bis zur Fertigstellung zu überschauen. Wirklich von Anfang bis Ende ein Projekt zu durchdenken und es dann zu realisieren…besser geht nicht, oder? Am Ende ein Ergebnis zu haben, ist ein Teil der Freude am Nähen. Es ist so wichtig, daß am Ende des Kurses jedes Kind mit einem fertigen Stück durch die Tür des Nähzimmers hüpft.

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Meistens ist es so, dass Kinder den ganzen Ablauf eines Nähprojektes nicht kennen. Sie werden von mir Schritt für Schritt  durch die einzelnen Etappen geführt, ohne zu erkennen, wohin die Reise geht. Es ist ein bißchen wie ein Blindflug… man  muß die einzelnen Arbeitsschritte erledigen, ohne zu verstehen, wohin die Reise führt. Das erfordert zum Einen, daß man einfach ein bißchen vertrauen muß und einen Schritt abarbeitet ohne gleich an den übernächsten Schritt zu denken. Es erfordert, schlicht im Moment zu bleiben und einfach nur den aktuellen Schritt zu nähen… ohne sich ablenken zu lassen. Dieses Fokussieren ist eine ganz wichtige Sache, für Kinder und Erwachsene. Es tut gut, einfach nur mal auf die Näh-Maschine zu schauen und über nichts anderes nachzudenken. 

Beim Nähen läuft aber nicht immer alles so, wie man sich das wünscht. Manchmal geht etwas schief. Im Leben ist das auch so… man kann beim Nähen ein bißchen üben, wie man mit kleinen Niederlagen umgeht. Es übt, Widrigkeiten zu überwinden, wenn es mal nicht so läuft.

Das Schöne ist, daß man bei einem Fehler auftrennen und neu starten kann. Fehler sind nicht so schlimm und gehören zum Lern-Prozeß. Eine Schwierigkeit kann man schaffen. Ich bespreche das immer so, daß ein Fehler zum Lernen gehört. Das macht Mut, auch für andere Situationen im Leben. In der Schule ist es so, daß Fehler durch schlechte Noten bestraft werden. Beim Nähen ist ein Fehler nicht so schlimm, Wir trennen auf, puzzeln etwas neu zusammen oder improvisieren. Wir suchen gemeinsam eine Lösung. Und das ist doch eigentlich der effektivste Weg, oder? 

Räumliches Vorstellungsvermögen braucht es beim Nähen… und die Kinder sind immer völlig fasziniert davon, etwas wieder vor und zurück zu wenden… das ist so spannend zu sehen und  wie oft habe ich dieses.. „Hääääää??????“ gehört, wenn ein Mausekind es nicht fassen konnte, daß aus dem fuzzeligen Dings nach dem Wenden ein superschönes Täschchen beispielsweise geworden ist. Es ist schon ein bißchen Zauberei…

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Farbgestaltung… wie genial ist das denn? So viele Stoffe, so viele Möglichkeiten. Oft picken Kinder etwas abenteuerliche Farbkombis… aber so entwickelt sich ein eigener Stil. Manchmal sind diese Kombis auch genial. Ich wäre nie darauf gekommen, aber es sieht super aus!

Die Atmosphäre, die in einem Kurs entsteht, kann ich nicht planen… ich schaffe nur den Rahmen und gebe meinen Teil dazu… aber viel entsteht auch aus der bunt zusammengewürfelten Gruppe, die sich für einen Nähkurs angemeldet hat. Manchmal habe ich aber wirklich das Gefühl, es ist ein bisserl Magie im Spiel. Ich habe eine liebe Kundin, die nicht so gut zu Fuß ist…sie ist eine sehr herzliche und liebe Lady und strahlt das auch aus. Eine Jugendliche, die gerade Schwierigkeiten mit einem schlecht verheilenden Bruch hat, kam zufällig in den selben Nähkurs… der Austausch hat den Beiden so gut getan. So ist das manchmal, wenn Menschen zusammentreffen und sich unterhalten. Wie oft stellen wir fest, auch wenn es nicht immer so offenkundig ist, daß wir alle einander etwas geben können. Das gilt im Besonderen für Gruppen, in denen sich verschiedene Generationen treffen… das ist das Geniale am Nähen… über das Hobby findet ein Gespräch statt, zu dem jeder beitragen kann… und Zack, hat man eine Verbindung, eine gemeinsame Ebene. Das war auch bei einem gemeinsamen Workshop mit beeinträchtigten TeilnehmerInnen so. Es ist unglaublich, wirklich. Die Magie funktioniert IMMER.

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Guy de Maupassant

„ Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen“

Oft kommen Kinder, sind etwas aufgeregt und je nach Alter und Typ, sind sie dann manchmal etwas forsch… oft aus einer Unsicherheit heraus. Dann bekomme ich ein Stoffstück unter die Nase gehalten bspw. mit den Worten:“ was soll ich jetzt mit dem Ding machen?“

Das ist kein Ding, sage ich dann. Das ist ein Stoffstück, für das Jemand die Baumwolle angepflanzt und geerntet hat. Dann hat ein anderer Mensch das gekämmt, gewebt, designt, gefärbt, verpackt, geschickt, bis es hier im Ladeli war. Und jetzt kannst Du etwas Tolles daraus machen. Ich zeige Dir, wie es geht. 

Dann sehe ich, wie es im Hirn rattert. Daß sich da im Kopf etwas tut. Darüber hat das Kind vielleicht noch nicht so oft nachgedacht, weil es ja schon ganz schön abstrakt ist. So ein Gespräch hat im Alltag auch keinen Aufhänger… aber im Nähkurs kommt das Thema zur Sprache und es gibt einen Denkanstoß. 

Die Wertschätzung, die wir einem Stück Stoff entgegenbringen, und wie wir darüber sprechen, hat etwas mit unseren Gedanken darüber, unserem Mindset zu tun. Das Bewusstmachen, das hinter diesem Stoffstück schon eine Geschichte liegt… und die Bitte sorgfältig damit umzugehen und mit Achtung darüber zu sprechen… das ist der Beginn eines bewußten Umgangs mit Ressourcen.Vielleicht gibt es eine Idee davon, daß bei einem T-Shirt, an dem ich Stunden genäht habe, der Preis nicht unter 5,-€ liegen kann.

Viele Kinder und Jugendliche können weit besser nähen als Ihre Eltern und das macht extrem stolz…Nähen ist für mich eine Grundkompetenz, so wie Kochen oder Wäschewaschen… gut, wenn man weiß, wie das geht. Einen Vorhang kürzen, eine Hose umnähen, ein Loch flicken…. Gut, wenn man es kann. Das gibt einem Kind ein gutes Gefühl, denke ich. Die Welt ist manchmal wirklich unübersichtlich und es gibt Sicherheit, eine Fähigkeit zu beherrschen.

Wenn man nähen kann, dann kann man Geschenke herstellen, die wirklich geschätzt werden. Und  das ist eine ganz andere Sache, als einfach ein Geschenk kaufen. Man kann etwas mit Liebe herstellen, und das wird beim Beschenkten ankommen. Ganz oft wollen Kinder im Laden gar nichts für sich nähen, sondern für Jemanden. Das ist so herzerwärmend. 

Teenager können mit Ihrer Nähmaschine ihren eigenen Stil entwickeln und sich ausdrücken. Entweder damit, daß sie sich eigene Kleidung nähen oder mit hübschen Dingen für ihre Zimmer… das ist doch eine gute Gelegenheit, den Dingen um sich herum einen eigenen Stempel aufzudrücken. Und es ist eine Möglichkeit sich abseits irgendeines Bildschirms zu beschäftigen. 

Wir leben im Zeitalter des Online-Shopping, aber ich glaube, daß „richtige“ Geschäfte immer wichtig bleiben werden. Ohne kleine Geschäfte veröden unsere Städte und Orte… einen Laden und ein Atelier kennenzulernen im Internet-Zeitalter…und den Wert davon zu erkennen und wertzuschätzen, das finde ich wichtig. 

Ich glaube, daß Kinder und Erwachsene im Internet-Zeitalter vor allem wieder einen Bezug zur Natur, zu Ihrem Körper und Zugang zu Ihrer Kreativität brauchen. Deshalb tun uns Sport, Draußen-Sein und gemeinsame Zeit im Nähkurs so gut. Das ist das, was uns kein Bildschirm geben kann. Im Nähkurs begegnen sich Menschen, die sich „einfach so“ wahrscheinlich nicht getroffen hätten. Das ist so ein Geschenk, für Jeden. 

Ich erlebe das fast jeden Tag, dass das Nähen weit über das Erlernen der Fähigkeit hinaus, unendlich viele, positive Nebeneffekte hat. #nähenverbindet. So einfach ist das.

Kindernähkurse sind einfach wunderschön… zum Glück gibt es in den Sommerferien eine ganze Menge. Für Euer Vertrauen möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Es ist so schön, daß Ihr Eure Kinder ins Nähzimmer bringt! Einige Kurse sind schon ausgebucht, aber es gibt noch freie Plätze…

Nähkursprogramm Sommer 2019

Habt einen schönen Tag und alles Liebe! Dunja

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Warum ich meinen Laden eröffnet habe? Erzähle ich Euch hier…

*Werbung* Fotografiert zu werden ist eine echte Herausforderung für mich. Um genau zu sein, hasse ich es. So richtig. Nicht die Abteilung Ich-mag das -nicht, es ist für mich ganz, ganz schlimm. Aber ich hatte eine neue Website mit Fotos zu bestücken; jetzt bin ich nicht gerade so der Botox-Typ, aber nicht gut aussehen, will ich halt auch nicht. Auf der Suche nach einer/einem Fotografen/in, landete ich über die Instagram-Seite von Jeannette Mokosch bei Kitty.

Auf Ihrer Website steht der geniale Spruch

„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“ 

Und da hatte sie mich. Ich sah die Bilder und in den Texten hörte ich die Stimme dieser Frau….und ich wußte, wer meine neuen Fotos machen sollte. Ein kurzer Klick ins Impressum. München. UUUPs. Von Mainz aus gesehen nicht gerade um die Ecke. Und  wenn ich Eines zu dem Zeitpunkt nicht hatte, dann war es Zeit. Aber in München wohnen zwei meiner ehemaligen Mit-Azubis aus der Bank, mit denen ich vor 25 (Himmel hilf) Jahren eine tolle Zeit hatte. Wir haben unsere Ausbildung in Stuttgart bei einer bayrischen Bank gemacht, und die beiden hatte es eben nach München verschlagen. Social Media sei dank, konnte ich die beiden finden. Mit Kitty machte ich einen Termin und fragte meine beiden Jungs, ob sie Zeit hätten. Sie hatten keine… einer ein vielbeschäftigter, hochdotierter Anwalt, der andere ein cooler Irgendwas-mit-Medien. Aber das wirkliche Wunder war, daß beide Ihre Termine absagten, damit wir uns treffen konnten… und dabei konnten sich beide damals nicht so gut leiden und hatten in München auch keinen Kontakt. Aber sie sagten zu. 

Ich bin eine Frau Mitte 40 und treffe zwei Menschen, mit denen ich 1994 am selben Punkt gestartet bin… wir alle hatten unsere Ausbildung in der Tasche und hüpften auf verschiedenen Wegen in die Welt. Ich konnte googeln, was aus den Beiden so geworden war und ich vermute, die haben das auch gemacht. 

An dem Punkt, mitten im besten Midlife-Crisis-Alter, stellst Du Dir die Frage, was habe ich in den letzten 25 Jahren gemacht? 

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Mein-Haus-mein-Auto-mein-Boot ist eher nicht meine Welt… aber gut dastehen wollte ich halt auch, gell? Und ich hatte in meinen 20ern einen ziemlich steilen Karriereweg beschritten, so kannten mich die beiden auch noch. Ich bekam Kinder 1,2,3 und ich habe mich dafür entschieden, zuhause zu bleiben. Das kann man diskutieren und doof oder gut finden. Aber mit den Umgebungs-Eigenschaften, die sich für mich ergeben haben, konnte ich das nur so entscheiden und so habe ich es entschieden. Meine Selbstständigkeit entwickelte sich Schritt-für -Schritt aus dem Wunsch, etwas aufzubauen und gleichzeitig für meine Kinder da sein zu können. 

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Und irgendwie bin ich bei dem ganzen Prozess einem Bauchgefühl gefolgt… das kam von ganz tief drinnen. Aber manchmal, so mittendrin, wenn irgendetwas schief lief, habe ich mich gefragt, warum ich das eigentlich mache….

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Und es gibt so Momente, da schließt sich ein Kreis…wie war Kittys Wahlspruch nochmal?

„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“ . Da wurde mr klar, ich muß gar nichts. Nein, ich bin nicht Senior-Partner in einer coolen Kanzlei, und nein, ich sammele keine Oldtimer. Aber ich mache etwas, das für mich einen Wert und eine Bedeutung hat. Ich habe eine Familie und ein Geschäft, das mir am Herzen liegt. Wir hatten einen wunderschönen Abend in München, so viel gelacht habe ich lange nicht. Und wir sind noch so richtig herrlich versackt, in einer superschönen Bar. Das war ein Abend zum Erinnern und das Foto-Terminchen am nächsten Tag sehr lustig. 

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Ich war also weg davon, eine coole Fassade zeigen zu müssen, aber dennoch hatte ich das „Warum“ meiner Unternehmung noch nicht abschließend geklärt. Ich wußte, daß ich auf dem richtigen Weg bin, aber ich konnte es nicht in Worte fassen. 

Wer meinem Blog/Instagram und Co schon länger folgt, der weiß, daß ich sehr gerne Urlaub in Belgien mache… für die meisten ist der Gedanke etwas ungewohnt…Holland als Urlaubsland kennen Viele, aber Belgien? 

In meinen frühen 20ern war ich mit einem Bankerkollegen zusammen, dessen Maman eine Französin war. Die Familie hat ein traumhaftes Ferienhaus in Belgien und ich durfte dort ein paar Mal zu Gast sein… und ich habe mich verknallt. So richtig, mit Anlauf und für’s Leben. Die Beziehung zum Kollegen ging irgendwann zu Ende, meine Liebe zu Belgien ist geblieben… dort gibt es eine ganze Menge Dinge, die ich sehr, sehr liebe. Die Nordsee, Schokolade, Pralinés und Pâtisserie, eine große Wertschätzung gutem Essen gegenüber, Comics und Quilts. Die Belgier haben auch eine hohe Achtung vor alter Bausubstanz.. bei uns wurde nach dem Krieg in den 50ern das Meiste im Plattenbaustil schnell und billig hochgezogen… die Belgier haben in Ihren Städten darauf geachtet, alles so wiederherzustellen, wie es mal war und möglichst viel historische Bau-Substanz zu erhalten.

 

Und etwas ganz Wichtiges hat sich in den kleinen und mittleren Orten auch gehalten… die kleinen, inhabergeführten Geschäfte. Und diese kleinen Läden werden mit so viel Liebe und Herz geführt.  Wir fahren mehrmals im Jahr für eine Woche oder eine verlängertes Wochenende in „unser“ Lieblingsferienhaus….das liegt mitten in einem kleinen Städtchen, das aber viel mehr Cafés, Restaurants und Bars hat, als ein ähnlicher Ort bei uns. Ich gehe so gerne nur mit einem Korb direkt von der Tür los und habe Bäckereien, Metzgereien, Obst- und Gemüsehändler, Blumenläden, Geschenkeläden… direkt vor der Tür. Es wirkt dort ein bißchen wie in einem Zauberland, alles ist tipptopp gepflegt und blitzsauber… morgens wird die Eingangstreppe des Ladens nass gewischt…immer. 

Und das Brot beim Bäcker kommt nicht aus einer Fabrik, sondern hinter dem Ladeli ist eine Backstube. Da stehen echte Menschen und backen echtes Brot aus richtigen Zutaten. Bei uns werden in Fabriken zweifelhafte Inhaltsstoffe in irgendwelche Teig-Rohlinge gemurkst, die dann tiefgefroren und aufgebacken werden. Das, was in diesen Backfabriken und den Läden dieser Ketten angeboten wird, ist kein Brot, das ist in meinen Augen purer Mist.

In Deutschland muß ich, wenn ich ein vernünftiges Brot kaufen möchte, ein paar Ortschaften weiter fahren… bei uns gibt es im Umkreis von mehreren Kilometern keine handwerklich arbeitende Bäckerei. Und da, wo ich wohne, gibt es keinen Wochenmarkt, auch dafür muß ich ins Auto… in Nieuwpoort gibt es das zweimal die Woche, und es ist ein Fest für die Sinne.

Da die Belgier großen Wert auf die Qualität Ihrer Lebensmittel legen, können diese Geschäfte wunderbar existieren. Geiz ist dort so gar nicht geil… und ehrlich gesagt, sind die Produkte nicht viel teurer als bei uns. 

Als ich meinen Laden eröffnet und aufgebaut habe, war mir gar nicht so genau klar, warum ich das eigentlich mache. Ich habe einfach immer einen Fuß vor den anderen gesetzt, einen Schritt nach dem Nächsten gemacht… wie auf Schienen. Ich spürte, ich tue das Richtige, aber ich wußte nicht immer so genau, warum ich das tat.

Jetzt führe ich dieses Geschäft seit dreieinhalb Jahren, und habe da eine ganze Menge drüber nachgedacht. Manchmal dauert es ja auch eine Weile, bis man etwas in Worte fassen kann, was einem eigentlich auf der Zunge liegt. Warum ist mir dieser Laden so wichtig?

Nähzimmer mit Herz ist nicht irgendein Firmenname. Das kommt wirklich von Herzen.

1.) Ich möchte Menschen ermutigen, Ihre eigene Kreativität auszuleben

Ich glaube, dass wir fast alle zuviel Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen verbringen. Wir konsumieren eine Menge, aber wir gestalten dabei nicht unbedingt etwas. Und wenn, dann ist das  oft keine Tätigkeit mit den Händen. Ich finde auch den FamilienAlltag manchmal ganz schön dröge… da hat man gerade eine Ladung Wäsche gewaschen, abends liegt der nächste Haufen Dreckwäsche wieder da. Bei der Hausarbeit sind viele Tätigkeiten nicht für die Ewigkeit, sondern gleichen eher einer Never-ending-Story. Da ist mir so ein Quilt schon lieber, der überdauert Generationen. 

Um kreativ werden zu können, muß man aber zumindest rudimentäre Grundkenntnisse einer Technik besitzen. Ich liebe Anfänger-Näh-Abende… Die strahlen richtig, die TeilnehmerInnen, wenn sie dann Ihr fertiges Stück in der Hand halten… und plötzlich sprudeln oft die Ideen, was sie alles noch machen könnten…. Und sie trauen sich zu, weitere Projekte anzugehen. Das bringt mich zu Punkt 2…

2.) Ich möchte Menschen Mut machen und ihnen Selbstvertrauen geben

Das erlebe ich ganz oft, egal ob Teilnehmer der Kurse 7 oder 70 Jahre alt sind… ein Projekt, das geklappt hat, das gibt einen riesigen Schub fürs Selbstvertrauen! Auch wenn es nicht 100%ig ist, auch wenn vielleicht eine Ecke nicht ganz passt… Hei, Du hast es durchgezogen, Du hast Dich getraut und Du hast es geschafft! Die Teilnehmer sind auch untereinander so freundlich und zugewandt, machen Mut, wenn es gerade mal hakt oder bringen sich gegenseitig auf Ideen… da entsteht beim Werkeln oft eine tolle Gemeinschaft, das finde ich unglaublich! Menschen, die sich vor einer halben Stunde noch nicht kannten, unterhalten sich, als würden sie sich schon ewig kennen… das gemeinsame Projekt verbindet. Und gerade beim Nähen entsteht ganz oft eine so schöne Atmosphäre. Ich habe das im Laden und auf vielen Kursen erlebt, die ich besuche…Quilter halten zusammen. Das ist so cool. Neulich hatten wir einen Kleider-Näh-Abend, und es waren eine 12-jährige und eine 70-jährige im Kurs… die beiden saßen nebeneinander und haben sich so blendend verstanden, mir ging direkt das Herz auf. Und beide haben sich den ganzen Abend so reizend unterstützt und gefachsimpelt. Da ist eine Prise Feenstaub im Raum… und alle schweben ein bißchen nach Hause.

3.) Ich möchte der nächsten Generation eine Kulturtechnik überliefern

Handarbeiten sind – je nach Trend – mal gerade total hipp oder voll daneben. Ich habe schon genäht, da war das eher komisch bis wunderlich… aber es ist doch so, Trend hin, Trend her; Technischer Fortschritt rum oder num…. So ein paar Sachen sollte man schon können. Kochen und Backen gehört dazu, Nähen auch. Wir leben in einer Zeit, wo es von Allem zuviel gibt… vor allem zuviel billige Kleidung, die unter Bedingungen hergestellt wird, die weder menschenwürdig noch umweltgerecht sind. Für alle mit starken Nerven, sei der Film?????:the true cost ?????empfohlen. Darin geht es um die Lebensumstände der ArbeiterInnen in der Textil-Industrie weltweit, die unsere billigen Shirts herstellen. Es ist unfassbar. Ich möchte dazu anregen, darüber nachzudenken, woher unsere Kleidung stammt. Und ein Gefühl für den Wert eines genähten Stücks vermitteln. Dann wird nämlich schnell klar, daß bei einem 5,- T-Shirt so Einiges nicht stimmen kann. Und vielleicht beginnt dann Jemand nachzudenken, daß ein halbes Hähnchen für 3,- € auch nicht so der Brüller sein kann. Wir müssen uns dem wahren Wert einer Sache wieder viel bewußter werden.

Wir bedauern den ganzen Müll, der auf den Stränden, in den Meeren und Böden herumliegt. Das ist definitiv eine Katastrophe. Aber ein selbstgemachtes Geschenk wird nicht so schnell entsorgt werden und wenn man dann das ein oder Andere repariert und flickt, statt immer direkt alles wegzuwerfen, dann ist schon Einiges gewonnen. Eine häßliche Kommode sieht nach dem Anstrich mit unseren (ökologisch unbedenklichen, in Deutschland hergestellten…) Farben vielleicht wieder ganz großartig aus. Sie landet nicht auf dem Müll und gleichzeitig macht das Gestalten Spaß… Win-Win-Win, oder? Mit einem neuen Bezug schaut ein alter Stuhl vielleicht wieder ganz toll aus… und wenn dann noch der Stoff aus einem Familien-Unternehmen stammt, das in der 4. Generation geführt wird, deren Stoffe in Europa produziert werden… dann hat das doch eine ganz andere Qualität als ein neuer Stuhl. Müllvermeidung, ‚ #zerowaste, #noplastic #savetheplanet.. Dazu braucht es ein Umdenken. Und das Bewußtsein, daß Du etwas selbst herstellen oder reparieren kannst. Durchs Selbermachen bekommt man einen anderen Blick auf die Dinge, ein anderes Mind-Set. Das überträgt sich dann auf andere Lebensbereiche. Ich glaube, Selbermachen setzt etwas in Gang. Ein neues Bewusstsein für den Wert eines Gegenstandes. Weg von dem BilligBilligExundhopp.

4.) Ich möchte etwas hinterlassen. Vermächtnis ist ein großes Wort, aber wir erschaffen Erinnerungen.

Ich erinnere mich noch genau an den Tante-Emma-Laden im Ort meiner Großeltern. Jeden Tag bin ich für meinen Opa dorthin gegangen und habe seine Zeitung und eine Schachtel Zigaretten geholt, meine ganze Kindheit hindurch. Dort gab es Brausebonbons in Gläsern und Lollies und andere Herrlichkeiten und mein Opa hat mir immer ein paar Pfennig mehr mitgegeben. Auf dem Rückweg habe ich mir viiiiil Zeit gelassen,  mit Brauseherzen oder Wassereis. So schmeckt Kind sein.

Den Laden und den Herrn hinter der Registrierkasse könnte ich direkt zeichnen. Ich weiß genau, wie es darin gerochen hat. Denken unsere Kinder später so über den Discounter hier im Ort?

Ohne Läden oder Cafés sind Städte und kleine Orte tot und leer. Ich habe nichts gegen den Internet-Handel…wir werden den Lauf der Zeit nicht aufhalten und die Uhren nicht zurückdrehen. Aber wir können daraus eine gute Sache machen. Ich glaube fest daran, daß kleine Läden auch im 21. Jahrhundert eine Daseins-Berechtigung haben. Und wenn wir alle mal hier und mal da kaufen, ist für jeden genug da. So einfach ist es vielleicht. 

Ich habe in einem kleinen Ort, in einem leerstehenden Haus einen Laden eröffnet. Die Räume hatten jahrelang leergestanden. Davor hat eine ältere Dame darin gewohnt. Aber das Haus hat vermutlich 300 Jahre an diesem Platz gestanden. Und vor ungefähr 50 Jahren war eine Gaststätte darin… geführt von 3 Schwestern, wenn die Erzählungen stimmen. Neulich kam ein 92Jähriger mit seinem Stock die kleine Treppe zu meinem Laden, und jede Stufe machte ihm Mühe. Er wollte sehen, was in dem Haus jetzt ist, wo er als junger Kerl mit seinen Freunden gefeiert hat und mit den Ladies hinter der Theke geflirtet… Ihr hättet ihn sehen sollen… Er stand in meinem Laden und war doch 60 Jahre weit weg. Das war ihm so präsent, und die Erinnerung war ihm teuer. Ich denke oft, unser Leben besteht nicht aus den Mega-Momenten, den ganz großen Highlights… es besteht doch zum größten Teil aus unserem Alltag. Und wenn es in unserem Alltag eine Kneipe gibt, mit netten Gästen und netten Menschen hinter der Theke… dann ist das sich schon mal etwas. Dann erinnern wir uns auch ein halbes Jahrhundert danach noch genau daran. 

Ganz zauberhaft fand ich auch den Herrn, der in den Laden gestiefelt kam und meinte: „ Ei, Meed´sche, des is schee, was Du da machst! Jetzt habbe mir an dem Platz keine leere Fenster mehr. „

So ein Laden ist ein Fixpunkt in einer Dorfgemeinschaft und in unseren Köpfen. Etwas, an das man gerne denkt.

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Die Dinge, die ich herstelle, sind künftige Erinnerungsstücke… Schultüten oder Babydecken sind auf unzähligen Fotos und wir kennen sie gut. Sie gehören zur Familiengeschichte. In meinem Laden gibt es kein Wegwerf-Plastik-Geschenke, sondern Dinge, die mit Herz und Liebe hergestellt werden. 

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Das liebe ich an Quilts. Das sind Dinge, die Generationen überdauern werden. Etwas, das von uns bleibt. 

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Einer Freundin von mir geht es gerade nicht so gut. Ich habe Ihr ein kuscheliges Kuschelkissen aus unserem Superkuschelplüsch genäht. Sie hat sich wirklich gefreut. Das ist irgendwie ein ganz anderes Geschenk, als ein Gekauftes. 

Es ist so schön, daß Ihr zu mir in den Laden kommt und meine Idee teilt. Der Online-Shop ist eine tolle Erweiterung und verbindet mich mit Menschen von überall her. 

Manchmal sagt Jemand zu mir: ach, da haben Sie sich einen Traum verwirklicht. Meine Freundin Michaela, die ein Café und einen Laden führt, bekommt das auch öfter zu hören. Irgendwie klingt das so niedlich und nach ein bißchen Spielerei… das ist es mitnichten. Ich habe BWL studiert und führe meine Unternehmung nicht als Hobby oder Späßchen, ich verdiene meinen Lebens-Unterhalt mit etwas, das ich gut kann. Das sollte beim Lehrer oder Architekten genauso sein, nur sagt man da nie, daß da ein Traum verwirklicht wird. Dieser Laden bedeutet viel Freude, aber es steckt auch eine ganze Menge Know-How und Arbeit dahinter. Es ist aber genau das, was ich machen möchte. Wie schön, daß Ihr mich auf dem Weg begleitet.

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Eine geniale Tasche mit richtig Stauraum…perfekt für den Urlaub! Eine kostenlose Nähanleitung für Dich!!!!

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Eine der tollen Sachen an meinem Ladeli ist, dass ich unglaublich tolle Leute kennenlerne…Eine davon ist Stephanie. Ihr Blog heißt lillepetterhus und sie bloggt über Ihr Schwedenhaus und das Leben mit 3 Kindern, Ihre große Liebe für Skandinavien und hat tolle DIY´s. Steffi hat mit mir schon so einige Nähprojekte gemacht, und wir sind uns ziemlich oft einig, was wir schön finden, oder hässlik (so nennt Ihre Jüngste Dinge, die nicht ganz so schön sind.)

Steffi war mit Ihrer Familie mit dem Wohnwagen unterwegs und dabei waren irgendwie alle Taschen, Täschchen und Kulturbeutel zu klein… Da steht die Liebe dann samstags vor mir und sagt:“ Ich brauche sooooo eine Tasche.“

Jetzt habe ich „soooo eine Tasche“, wie Steffi sich das vorstellte, schon im Jahr 2012 mit meiner lieben Freundin Claudel zusammen genäht. Claudel und ich sind seit über 20 Jahren befreundet und fahren mit unseren Familien seit die Kinder klein sind, einmal im Jahr zusammen in den Urlaub auf den Bauernhof im Altmühltal. Da nehmen wir immer unsere Nähmaschinen mit.  2012 hatten wir das superschöne Buch von Miriam Dornemann  „Tolle Taschen selbst genäht“ dabei… und haben uns an die kleine Charlotte gemacht. Das Buch ist seeehr zu empfehlen!!! Als wir die kleine Charlotte fertig genäht hatten, wollten wir aber unbedingt auch noch sooooo eine Tasche in einem größeren Format haben. Das war eine ganz schöne Rumprobiererei, bis wir ein Format hatten, das uns gefiel. Und weil Claudel die Allerbeste ist, hatte sie das Schnittmuster, das wir gebastelt hatten, aufgehoben und konnte es mir direkt Whatsappen. Du bist die Beste!!

Also, setzt Euch zu mir an den Nähtisch, wir brauchen Schere, Stecknadeln, Klammer, Papier, Stift, Geo-Dreieck, Garn uuuuund dann kann es losgehen.

Das Witzige ist, daß ich die Autorin jetzt auf der Messe in Köln per Zufall kennengelernt habe… und nicht nur, daß Ihr Buch supertoll ist, und zu der Zeit eine absolute Neuheit war… die Miriam ist total nett! Danke für die „Einstiegsdroge“ ins Taschennähen, liebe Miriam! Ihr findet sie auf Instagram unter Miriam .

So, und jetzt bekommt Ihr von mir das gebastelte Schnittmuster von Claudel und mir… das ich jetzt mit Steffi zusammen genäht habe. Die fertige Tasche hat ein Außenmaß von ca. 14 cm in der Höhe und 20 cm in der Länge. Das Tascherl ist ca. 14 cm tief. Da geht schon ordentlich etwas rein.

So sieht das Schätzchen aus… wir nähen hier das Modell in Flieder mit den Blümchen…

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Diese Kombination hat Steffi sich ausgesucht… die große graue Tasche aus dem Steppstoff ist in dem Format genäht, das ich Euch hier zeige…

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Ich habe ein Wachstuch verwendet, weil wir im Ladeli gerade so eine tolle Lieferung aus Dänemark bekommen haben…Steffi wollte mal den Steppstoff ausprobieren. Ich konnte mich bei unseren ganzen genialen Wachstüchern und den dazu passenden Baumwollstoffen nicht entscheiden… ich hätte gerne X-verschiedene Kombinationen genäht!! Dazu noch unsere genialen Reißverschlüsse… ich habe mich für eine Kombination entschieden, ich verlinke Euch die Materialien…

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Materialbedarf:

40 cm Wachstuch (oder Steppstoff oder Ihr verstärkt einen der Baumwollstoffe mit einem Vlies, bspw. S320 von Freudenberg), für meine Tasche habe ich dieses Wachstuch verwendet… Wachstuch in Flieder mit Blümelis…hier klicken….

40 cm Baumwollstoff in meiner Tasche Zum senffarbenen Westfalenstoff… hier klicken

ca. 45 cm Endlosreißverschluss mit Zipper im Online-Shop Zum Reißverschluß…..hier klicken

Optional: ca. 15 cm Gurtband für eine Aufhängelasche. Ansonsten kannst Du das auch aus einem Rest Wachstuch nähen.

TIPPS:

Ein paar Worte zum Nähen mit Wachstuch oder generell mit beschichteten Stoffen:

Ein normaler Nähfuß gleitet nicht gut über Wachstuch… deshalb ärgern sich viele über diesen Stoff oder trauen sich gar nicht erst heran. Die beste Lösung ist ein Teflon-Fuß. Bei meiner Pfaff-Nähmaschine war Einer dabei, für die Kurs-Nähmaschinen von brother hat der Fuß unter 20,- € gekostet… das lohnt sich sicherlich, denn die Täschchen sind ein superschnell genähtes Mitbringsel, egal ob für die Freundin, den Kindergeburtstag oder eine Einladung. Mit ein bißchen Süßies oder Kosmetik-Schnick-Schnack freut sich da Jede/r drüber! Ich habe gerade Eine für meinen Mann an Weihnachten genäht… aus dem grünen Dry Oilskin Dry Oilskin in Grass/Grün…hier klicken sieht auch toll aus.

Es gibt einige Tipps zum Nähen mit Wachstuch ohne Teflon-Fuß, z.B. kann man Washi Tape unten ans Nähfüßchen kleben oder ein Backpapier zwischen Wachstuch und Nähfuß legen… einfach mitnähen und später vorsichtig abreißen, es ist ja durch die Naht perforiert. Das geht schon, aber ich liebe meinen Teflon-Fuß. Wenn Ihr einen braucht, ruft einfach bei der Nähwelt Flach  an… die versenden das ganz flugs. 

Wenn Ihr mit Wachstuch arbeitet, macht es Sinn, wo immer es geht, Klammern statt Stecknadeln zu benutzen. Die Löcher der Stecknadeln bleiben nämlich im Wachstuch…

Hier kommt das Schnittmuster… ich habe keine Ahnung von Grafikprogrammen, aber irgendwann lerne ich das auch noch… bis dahin, muss diese Schema-Zeichnung reichen… sie ist auch nicht maßstabsgetreu… aber mit einem Geo-Dreieck lässt es sich nachzeichnen…dazu bitte bedenken, daß es 23.00 Uhr ist und ich versuche, Euch ein schönes kostenloses Schnittmuster zu liefern. Gnade.

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Zuschnitt: 

An der Stelle, an der das Wort Bruch steht, müßt Ihr jeweils den Stoff und das Wachstuch falten. Man kann sich das wie eine Spiegelachse vorstellen. Das schneidet Ihr dann einmal aus Stoff und aus Wachstuch zu.

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Dann legt Ihr die beiden Stoffe, Baumwollstoff und Wachstuch so aufeinander, daß die schönen Seiten sich anschauen. In  Näh-Sprach heißt das „rechts-auf-rechts“, abgekürzt „rar“. Im Nähzimmer rede ich in meinen Kursen immer von der schönen Seite. 

Ihr zieht den Reißverschluß auseinander, so daß Ihr zwei Teile habt. Jedes Teil nähen wir jetzt einzeln an. Dann wird die erste Seite so eingelegt, wie auf dem Foto…

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Jetzt kommt entweder der Reißverschluß-Fuß Eurer Nähmaschine zum Einsatz oder Ihr könnt die Nadel ganz nach links stellen, dann könnt ihr Euch das Füßchen-wechseln sparen. 

Ihr geht mit dem Nähmaschinen-Fuß ganz dicht an die sogenannte Raupe, die Zähnchen des Reißverschlusses.  Jetzt näht Ihr mit einem Geradstich, 2,5 mm Länge, Nadel ganz nach links verstellt. Am Beginn und Ende der Naht bitte verriegeln. In meinen Kursen sage ich immer, daß der Nähmaschinen-Fuß und die Reißverschlußraupe miteinander kuscheln. Ganz eng. Ihr könnt die Zähnchen nicht wirklich sehen, aber man kann sie durch das Wachstuch fühlen. 

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Das macht Ihr an beiden kurzen Seiten. Dann faßt Ihr zwischen die beiden Stoffe und wendet das ganze Werk so, daß Euch die schönen Stoffseiten anschauen.

Dann zieht Ihr die Stoffe vom Reißverschluß  weg, so dass sich die nicht so schönen Seiten anschauen. Und jetzt braucht Ihr den Teflonfuß. Damit sich die Stoffe später nicht im Rißverschluß  verheddern, würde ich jetzt mit dem Fingernagel den Stoff vom RV ein bißchen wegziehen und wie beim Papierfalten mit dem Nagel einen scharfen Falz kniffen. Danach die Nadel wieder in die Mitte stellen und das Wachstuch mit einer Ziernaht fixieren. Ich habe das auch einfach mit einem Geradstich gemacht. 

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Dann die Reißverschlußteilen aneinanderlegen und den Zipper einfädeln…wenn Du das noch nie gemacht hast, dann schneidest Du rechts 3 Zähnchen weg, fädelst den Zipper auf der linken Seite ein und zwar so wie auf dem Foto. Dann schiebst Du die rechte Seite der Zähnchen auf der rechten Seite in den Zipper und ziehst hinten am Stoff des RV-Bandes. Es gibt dazu eine Menge toller Videos auf facebook, ich liebe das von Frau CongaBaeren… hier klicken...

Dann wendest Du das fast fertige Tascherl auf die Seite, so daß Dich der Innenstoff anschaut und legst die Wachstuch-Seiten so aufeinander, wie hier im Foto gezeigt. 

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Jetzt wäre ein guter Moment, das Gurtband für den Aufhänger einzulegen. Dazu das Gurtband einmal in der Mitte falten und wie auf dem Foto gezeigt zwischen die Wachstuchlagen legen.

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Da, wo die Klammern auf dem Foto sind, nähen wir jetzt füßchenbreit. Auf beiden Seiten. Über die  Stelle mit dem Reißverschluß kann man gut nähen, ich würde da nur einfach das Tempo der Nähmaschine ein bißchen reduzieren. Wenn Du magst, kannst Du Dir die Naht von der rechten Seite aus anschauen und wenn alles schön gerade sitzt, von links noch mehrmals über die Seite nähen, besonders da, wo das Aufhängerle sitzt.

Jetzt benötigt die Tasche Ihre Form. Dazu legst Du die seitlichen Abnäher/die offenen Kanten aufeinander…da wo auf dem oberen Bild die Schere hinzeigt… diese Ecken ziehst Du voneinander weg, dann bekommt das Ganze Stand,  wird  auch dreidimensional und bekommt die Boxenform. Ich habe diese Nähte innen noch einmal mit der Overlock versäubert.

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Wenn Du von innen auch keine Nähte sehen möchtest, kannst Du die Boxentasche einmal mit dem Reißverschluß und die Innentasche ohne RV nähen… dann beide ineinanderlegen und die Innentasche von Hand festnähen.

 

Ich hoffe, Du hast viel Spaß beim Nähen…..Alles Liebe, Dunja