Warum Nähen für Kinder so wichtig ist…

Seit 15 Jahren gebe ich Turnstunden für Vor- und Grundschulkinder in meinem Wohnort. Ich bin Mutter von 3 Teenagern (12,16,18) und ich habe eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. All das fließt in meine Kurse mit ein…bewußt oder unbewußt. In den letzten Jahren konnte ich die Veränderung an den Kindern direkt erleben. Wir leben schlicht und einfach in einem Zeitalter der digitalen Revolution, und das macht etwas mit uns, der Art, wie wir unsere Kinder erziehen und es macht etwas mit den Kindern. Ich sehe die Digitalisierung eher positiv als negativ… ich nutze diese Medien ausgiebig. Aber meine Generation ist die Erste, die als Eltern vor der Frage steht, wie man Kindern eine gesunde Medien-Nutzung nahebringt. Als ich Teenager war, gab es drei Programme im Fernsehen und ein Kabel, das die Fernbedienung mit der Glotze verband… das war….anders. 

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Die Digitalisierung bringt unglaubliche Möglichkeiten mit sich, aber gerade in dieser Zeit ist es wichtig, nicht nur Vorgekautes aus dem Internet zu konsumieren… es ist so basic, ein Gefühl dafür zu bekommen, daß es möglich ist, etwas mit den eigenen Händen zu gestalten. Um Kreativität ausleben zu können, braucht es aber zumindest Grundkenntnisse und es ist wichtig, daß man schon einige Projekte genäht hat. Dann kann man kombinieren, zusammenstellen und wirklich kreativ werden. 

In meinem Ladeli gibt es viele Kurs für Kinder und Teenager… auch gemeinsame Kurse mit Teenagern und Erwachsenen. Die Stimmung in diesen Kursen ist immer etwas ganz Besonderes… oft schauen Erwachsene ein bißchen erstaunt, wenn ich Teenager mit in die Kurse nehme…aber ich kenne die Mädchen gut und weiß genau, was sie können. Es endet meistens damit, daß die Erwachsenen sehr verblüfft sind, was die Jugendlichen schon alles können.

Kinder gehen völlig angstfrei und ohne Vorbehalte an eine Näh-Maschine. Die Freude am Herumpuzzeln steht im Vordergrund und sie wollen unbedingt so ein Wolkenkissen /Täschchen/ Stoffkörbchen haben. Und sie wollen gerne sehen, wie das denn so gemacht wird. Kinder interessieren sich für Herstellungsprozesse und möchten wissen, wie die Welt funktioniert..

Der Spaß und eine entspannte Atmosphäre stehen bei Kinderkursen im Vordergrund. Ich bin meiner Verantwortung sehr genau bewußt… wenn das Kind eine positive und fröhliche Erfahrung an der Nähmaschine hat, dann hat es vielleicht ein ganzes Leben Freude daran. Deshalb tue ich mein Bestes dafür, dass es ein schöner Moment ist. 

Neben dem Spaß erlebe ich oft auch, daß Kinder anfangen, einfach mal ein paar Knöpfe zu drücken und an der Nähmaschine herumzudrehen. Das ist grundsätzlich nicht dramatisch, so schnell passiert da nichts… ich bremse das dann aber erst einmal und erkläre, daß so eine Näh-Maschine ein komplexes und teures Gerät ist.  Und dass es ein Privileg ist, damit arbeiten zu dürfen, und keine Selbstverständlichkeit. Und das Tolle ist aber, daß ich Ihnen das jetzt zutraue. Daß ich diesem Kind vertraue, daß es mit meiner Maschine sorgfältig umgehen wird. Ich halte es für ein massives Problem unserer Zeit, daß viele Dinge so selbstverständlich und verfügbar sind. Oft ist es viel billiger, ein Gerät neu zu kaufen, als es zu reparieren… woher kommen denn die ganzen Müll-Berge? Das Bewusstsein für den Wert eines Gegenstandes zu vermitteln, ist auch ein Teil eines Nähkurses, oder? 

Pädagogisch gesehen finde ich es sehr wichtig, ein Projekt von Planung über Entwurf bis zur Fertigstellung zu überschauen. Wirklich von Anfang bis Ende ein Projekt zu durchdenken und es dann zu realisieren…besser geht nicht, oder? Am Ende ein Ergebnis zu haben, ist ein Teil der Freude am Nähen. Es ist so wichtig, daß am Ende des Kurses jedes Kind mit einem fertigen Stück durch die Tür des Nähzimmers hüpft.

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Meistens ist es so, dass Kinder den ganzen Ablauf eines Nähprojektes nicht kennen. Sie werden von mir Schritt für Schritt  durch die einzelnen Etappen geführt, ohne zu erkennen, wohin die Reise geht. Es ist ein bißchen wie ein Blindflug… man  muß die einzelnen Arbeitsschritte erledigen, ohne zu verstehen, wohin die Reise führt. Das erfordert zum Einen, daß man einfach ein bißchen vertrauen muß und einen Schritt abarbeitet ohne gleich an den übernächsten Schritt zu denken. Es erfordert, schlicht im Moment zu bleiben und einfach nur den aktuellen Schritt zu nähen… ohne sich ablenken zu lassen. Dieses Fokussieren ist eine ganz wichtige Sache, für Kinder und Erwachsene. Es tut gut, einfach nur mal auf die Näh-Maschine zu schauen und über nichts anderes nachzudenken. 

Beim Nähen läuft aber nicht immer alles so, wie man sich das wünscht. Manchmal geht etwas schief. Im Leben ist das auch so… man kann beim Nähen ein bißchen üben, wie man mit kleinen Niederlagen umgeht. Es übt, Widrigkeiten zu überwinden, wenn es mal nicht so läuft.

Das Schöne ist, daß man bei einem Fehler auftrennen und neu starten kann. Fehler sind nicht so schlimm und gehören zum Lern-Prozeß. Eine Schwierigkeit kann man schaffen. Ich bespreche das immer so, daß ein Fehler zum Lernen gehört. Das macht Mut, auch für andere Situationen im Leben. In der Schule ist es so, daß Fehler durch schlechte Noten bestraft werden. Beim Nähen ist ein Fehler nicht so schlimm, Wir trennen auf, puzzeln etwas neu zusammen oder improvisieren. Wir suchen gemeinsam eine Lösung. Und das ist doch eigentlich der effektivste Weg, oder? 

Räumliches Vorstellungsvermögen braucht es beim Nähen… und die Kinder sind immer völlig fasziniert davon, etwas wieder vor und zurück zu wenden… das ist so spannend zu sehen und  wie oft habe ich dieses.. „Hääääää??????“ gehört, wenn ein Mausekind es nicht fassen konnte, daß aus dem fuzzeligen Dings nach dem Wenden ein superschönes Täschchen beispielsweise geworden ist. Es ist schon ein bißchen Zauberei…

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Farbgestaltung… wie genial ist das denn? So viele Stoffe, so viele Möglichkeiten. Oft picken Kinder etwas abenteuerliche Farbkombis… aber so entwickelt sich ein eigener Stil. Manchmal sind diese Kombis auch genial. Ich wäre nie darauf gekommen, aber es sieht super aus!

Die Atmosphäre, die in einem Kurs entsteht, kann ich nicht planen… ich schaffe nur den Rahmen und gebe meinen Teil dazu… aber viel entsteht auch aus der bunt zusammengewürfelten Gruppe, die sich für einen Nähkurs angemeldet hat. Manchmal habe ich aber wirklich das Gefühl, es ist ein bisserl Magie im Spiel. Ich habe eine liebe Kundin, die nicht so gut zu Fuß ist…sie ist eine sehr herzliche und liebe Lady und strahlt das auch aus. Eine Jugendliche, die gerade Schwierigkeiten mit einem schlecht verheilenden Bruch hat, kam zufällig in den selben Nähkurs… der Austausch hat den Beiden so gut getan. So ist das manchmal, wenn Menschen zusammentreffen und sich unterhalten. Wie oft stellen wir fest, auch wenn es nicht immer so offenkundig ist, daß wir alle einander etwas geben können. Das gilt im Besonderen für Gruppen, in denen sich verschiedene Generationen treffen… das ist das Geniale am Nähen… über das Hobby findet ein Gespräch statt, zu dem jeder beitragen kann… und Zack, hat man eine Verbindung, eine gemeinsame Ebene. Das war auch bei einem gemeinsamen Workshop mit beeinträchtigten TeilnehmerInnen so. Es ist unglaublich, wirklich. Die Magie funktioniert IMMER.

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Guy de Maupassant

„ Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen“

Oft kommen Kinder, sind etwas aufgeregt und je nach Alter und Typ, sind sie dann manchmal etwas forsch… oft aus einer Unsicherheit heraus. Dann bekomme ich ein Stoffstück unter die Nase gehalten bspw. mit den Worten:“ was soll ich jetzt mit dem Ding machen?“

Das ist kein Ding, sage ich dann. Das ist ein Stoffstück, für das Jemand die Baumwolle angepflanzt und geerntet hat. Dann hat ein anderer Mensch das gekämmt, gewebt, designt, gefärbt, verpackt, geschickt, bis es hier im Ladeli war. Und jetzt kannst Du etwas Tolles daraus machen. Ich zeige Dir, wie es geht. 

Dann sehe ich, wie es im Hirn rattert. Daß sich da im Kopf etwas tut. Darüber hat das Kind vielleicht noch nicht so oft nachgedacht, weil es ja schon ganz schön abstrakt ist. So ein Gespräch hat im Alltag auch keinen Aufhänger… aber im Nähkurs kommt das Thema zur Sprache und es gibt einen Denkanstoß. 

Die Wertschätzung, die wir einem Stück Stoff entgegenbringen, und wie wir darüber sprechen, hat etwas mit unseren Gedanken darüber, unserem Mindset zu tun. Das Bewusstmachen, das hinter diesem Stoffstück schon eine Geschichte liegt… und die Bitte sorgfältig damit umzugehen und mit Achtung darüber zu sprechen… das ist der Beginn eines bewußten Umgangs mit Ressourcen.Vielleicht gibt es eine Idee davon, daß bei einem T-Shirt, an dem ich Stunden genäht habe, der Preis nicht unter 5,-€ liegen kann.

Viele Kinder und Jugendliche können weit besser nähen als Ihre Eltern und das macht extrem stolz…Nähen ist für mich eine Grundkompetenz, so wie Kochen oder Wäschewaschen… gut, wenn man weiß, wie das geht. Einen Vorhang kürzen, eine Hose umnähen, ein Loch flicken…. Gut, wenn man es kann. Das gibt einem Kind ein gutes Gefühl, denke ich. Die Welt ist manchmal wirklich unübersichtlich und es gibt Sicherheit, eine Fähigkeit zu beherrschen.

Wenn man nähen kann, dann kann man Geschenke herstellen, die wirklich geschätzt werden. Und  das ist eine ganz andere Sache, als einfach ein Geschenk kaufen. Man kann etwas mit Liebe herstellen, und das wird beim Beschenkten ankommen. Ganz oft wollen Kinder im Laden gar nichts für sich nähen, sondern für Jemanden. Das ist so herzerwärmend. 

Teenager können mit Ihrer Nähmaschine ihren eigenen Stil entwickeln und sich ausdrücken. Entweder damit, daß sie sich eigene Kleidung nähen oder mit hübschen Dingen für ihre Zimmer… das ist doch eine gute Gelegenheit, den Dingen um sich herum einen eigenen Stempel aufzudrücken. Und es ist eine Möglichkeit sich abseits irgendeines Bildschirms zu beschäftigen. 

Wir leben im Zeitalter des Online-Shopping, aber ich glaube, daß „richtige“ Geschäfte immer wichtig bleiben werden. Ohne kleine Geschäfte veröden unsere Städte und Orte… einen Laden und ein Atelier kennenzulernen im Internet-Zeitalter…und den Wert davon zu erkennen und wertzuschätzen, das finde ich wichtig. 

Ich glaube, daß Kinder und Erwachsene im Internet-Zeitalter vor allem wieder einen Bezug zur Natur, zu Ihrem Körper und Zugang zu Ihrer Kreativität brauchen. Deshalb tun uns Sport, Draußen-Sein und gemeinsame Zeit im Nähkurs so gut. Das ist das, was uns kein Bildschirm geben kann. Im Nähkurs begegnen sich Menschen, die sich „einfach so“ wahrscheinlich nicht getroffen hätten. Das ist so ein Geschenk, für Jeden. 

Ich erlebe das fast jeden Tag, dass das Nähen weit über das Erlernen der Fähigkeit hinaus, unendlich viele, positive Nebeneffekte hat. #nähenverbindet. So einfach ist das.

Kindernähkurse sind einfach wunderschön… zum Glück gibt es in den Sommerferien eine ganze Menge. Für Euer Vertrauen möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Es ist so schön, daß Ihr Eure Kinder ins Nähzimmer bringt! Einige Kurse sind schon ausgebucht, aber es gibt noch freie Plätze…

Nähkursprogramm Sommer 2019

Habt einen schönen Tag und alles Liebe! Dunja

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Werbeanzeigen

Warum ich meinen Laden eröffnet habe? Erzähle ich Euch hier…

*Werbung* Fotografiert zu werden ist eine echte Herausforderung für mich. Um genau zu sein, hasse ich es. So richtig. Nicht die Abteilung Ich-mag das -nicht, es ist für mich ganz, ganz schlimm. Aber ich hatte eine neue Website mit Fotos zu bestücken; jetzt bin ich nicht gerade so der Botox-Typ, aber nicht gut aussehen, will ich halt auch nicht. Auf der Suche nach einer/einem Fotografen/in, landete ich über die Instagram-Seite von Jeannette Mokosch bei Kitty.

Auf Ihrer Website steht der geniale Spruch

„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“ 

Und da hatte sie mich. Ich sah die Bilder und in den Texten hörte ich die Stimme dieser Frau….und ich wußte, wer meine neuen Fotos machen sollte. Ein kurzer Klick ins Impressum. München. UUUPs. Von Mainz aus gesehen nicht gerade um die Ecke. Und  wenn ich Eines zu dem Zeitpunkt nicht hatte, dann war es Zeit. Aber in München wohnen zwei meiner ehemaligen Mit-Azubis aus der Bank, mit denen ich vor 25 (Himmel hilf) Jahren eine tolle Zeit hatte. Wir haben unsere Ausbildung in Stuttgart bei einer bayrischen Bank gemacht, und die beiden hatte es eben nach München verschlagen. Social Media sei dank, konnte ich die beiden finden. Mit Kitty machte ich einen Termin und fragte meine beiden Jungs, ob sie Zeit hätten. Sie hatten keine… einer ein vielbeschäftigter, hochdotierter Anwalt, der andere ein cooler Irgendwas-mit-Medien. Aber das wirkliche Wunder war, daß beide Ihre Termine absagten, damit wir uns treffen konnten… und dabei konnten sich beide damals nicht so gut leiden und hatten in München auch keinen Kontakt. Aber sie sagten zu. 

Ich bin eine Frau Mitte 40 und treffe zwei Menschen, mit denen ich 1994 am selben Punkt gestartet bin… wir alle hatten unsere Ausbildung in der Tasche und hüpften auf verschiedenen Wegen in die Welt. Ich konnte googeln, was aus den Beiden so geworden war und ich vermute, die haben das auch gemacht. 

An dem Punkt, mitten im besten Midlife-Crisis-Alter, stellst Du Dir die Frage, was habe ich in den letzten 25 Jahren gemacht? 

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Mein-Haus-mein-Auto-mein-Boot ist eher nicht meine Welt… aber gut dastehen wollte ich halt auch, gell? Und ich hatte in meinen 20ern einen ziemlich steilen Karriereweg beschritten, so kannten mich die beiden auch noch. Ich bekam Kinder 1,2,3 und ich habe mich dafür entschieden, zuhause zu bleiben. Das kann man diskutieren und doof oder gut finden. Aber mit den Umgebungs-Eigenschaften, die sich für mich ergeben haben, konnte ich das nur so entscheiden und so habe ich es entschieden. Meine Selbstständigkeit entwickelte sich Schritt-für -Schritt aus dem Wunsch, etwas aufzubauen und gleichzeitig für meine Kinder da sein zu können. 

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Und irgendwie bin ich bei dem ganzen Prozess einem Bauchgefühl gefolgt… das kam von ganz tief drinnen. Aber manchmal, so mittendrin, wenn irgendetwas schief lief, habe ich mich gefragt, warum ich das eigentlich mache….

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Und es gibt so Momente, da schließt sich ein Kreis…wie war Kittys Wahlspruch nochmal?

„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“ . Da wurde mr klar, ich muß gar nichts. Nein, ich bin nicht Senior-Partner in einer coolen Kanzlei, und nein, ich sammele keine Oldtimer. Aber ich mache etwas, das für mich einen Wert und eine Bedeutung hat. Ich habe eine Familie und ein Geschäft, das mir am Herzen liegt. Wir hatten einen wunderschönen Abend in München, so viel gelacht habe ich lange nicht. Und wir sind noch so richtig herrlich versackt, in einer superschönen Bar. Das war ein Abend zum Erinnern und das Foto-Terminchen am nächsten Tag sehr lustig. 

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Ich war also weg davon, eine coole Fassade zeigen zu müssen, aber dennoch hatte ich das „Warum“ meiner Unternehmung noch nicht abschließend geklärt. Ich wußte, daß ich auf dem richtigen Weg bin, aber ich konnte es nicht in Worte fassen. 

Wer meinem Blog/Instagram und Co schon länger folgt, der weiß, daß ich sehr gerne Urlaub in Belgien mache… für die meisten ist der Gedanke etwas ungewohnt…Holland als Urlaubsland kennen Viele, aber Belgien? 

In meinen frühen 20ern war ich mit einem Bankerkollegen zusammen, dessen Maman eine Französin war. Die Familie hat ein traumhaftes Ferienhaus in Belgien und ich durfte dort ein paar Mal zu Gast sein… und ich habe mich verknallt. So richtig, mit Anlauf und für’s Leben. Die Beziehung zum Kollegen ging irgendwann zu Ende, meine Liebe zu Belgien ist geblieben… dort gibt es eine ganze Menge Dinge, die ich sehr, sehr liebe. Die Nordsee, Schokolade, Pralinés und Pâtisserie, eine große Wertschätzung gutem Essen gegenüber, Comics und Quilts. Die Belgier haben auch eine hohe Achtung vor alter Bausubstanz.. bei uns wurde nach dem Krieg in den 50ern das Meiste im Plattenbaustil schnell und billig hochgezogen… die Belgier haben in Ihren Städten darauf geachtet, alles so wiederherzustellen, wie es mal war und möglichst viel historische Bau-Substanz zu erhalten.

 

Und etwas ganz Wichtiges hat sich in den kleinen und mittleren Orten auch gehalten… die kleinen, inhabergeführten Geschäfte. Und diese kleinen Läden werden mit so viel Liebe und Herz geführt.  Wir fahren mehrmals im Jahr für eine Woche oder eine verlängertes Wochenende in „unser“ Lieblingsferienhaus….das liegt mitten in einem kleinen Städtchen, das aber viel mehr Cafés, Restaurants und Bars hat, als ein ähnlicher Ort bei uns. Ich gehe so gerne nur mit einem Korb direkt von der Tür los und habe Bäckereien, Metzgereien, Obst- und Gemüsehändler, Blumenläden, Geschenkeläden… direkt vor der Tür. Es wirkt dort ein bißchen wie in einem Zauberland, alles ist tipptopp gepflegt und blitzsauber… morgens wird die Eingangstreppe des Ladens nass gewischt…immer. 

Und das Brot beim Bäcker kommt nicht aus einer Fabrik, sondern hinter dem Ladeli ist eine Backstube. Da stehen echte Menschen und backen echtes Brot aus richtigen Zutaten. Bei uns werden in Fabriken zweifelhafte Inhaltsstoffe in irgendwelche Teig-Rohlinge gemurkst, die dann tiefgefroren und aufgebacken werden. Das, was in diesen Backfabriken und den Läden dieser Ketten angeboten wird, ist kein Brot, das ist in meinen Augen purer Mist.

In Deutschland muß ich, wenn ich ein vernünftiges Brot kaufen möchte, ein paar Ortschaften weiter fahren… bei uns gibt es im Umkreis von mehreren Kilometern keine handwerklich arbeitende Bäckerei. Und da, wo ich wohne, gibt es keinen Wochenmarkt, auch dafür muß ich ins Auto… in Nieuwpoort gibt es das zweimal die Woche, und es ist ein Fest für die Sinne.

Da die Belgier großen Wert auf die Qualität Ihrer Lebensmittel legen, können diese Geschäfte wunderbar existieren. Geiz ist dort so gar nicht geil… und ehrlich gesagt, sind die Produkte nicht viel teurer als bei uns. 

Als ich meinen Laden eröffnet und aufgebaut habe, war mir gar nicht so genau klar, warum ich das eigentlich mache. Ich habe einfach immer einen Fuß vor den anderen gesetzt, einen Schritt nach dem Nächsten gemacht… wie auf Schienen. Ich spürte, ich tue das Richtige, aber ich wußte nicht immer so genau, warum ich das tat.

Jetzt führe ich dieses Geschäft seit dreieinhalb Jahren, und habe da eine ganze Menge drüber nachgedacht. Manchmal dauert es ja auch eine Weile, bis man etwas in Worte fassen kann, was einem eigentlich auf der Zunge liegt. Warum ist mir dieser Laden so wichtig?

Nähzimmer mit Herz ist nicht irgendein Firmenname. Das kommt wirklich von Herzen.

1.) Ich möchte Menschen ermutigen, Ihre eigene Kreativität auszuleben

Ich glaube, dass wir fast alle zuviel Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen verbringen. Wir konsumieren eine Menge, aber wir gestalten dabei nicht unbedingt etwas. Und wenn, dann ist das  oft keine Tätigkeit mit den Händen. Ich finde auch den FamilienAlltag manchmal ganz schön dröge… da hat man gerade eine Ladung Wäsche gewaschen, abends liegt der nächste Haufen Dreckwäsche wieder da. Bei der Hausarbeit sind viele Tätigkeiten nicht für die Ewigkeit, sondern gleichen eher einer Never-ending-Story. Da ist mir so ein Quilt schon lieber, der überdauert Generationen. 

Um kreativ werden zu können, muß man aber zumindest rudimentäre Grundkenntnisse einer Technik besitzen. Ich liebe Anfänger-Näh-Abende… Die strahlen richtig, die TeilnehmerInnen, wenn sie dann Ihr fertiges Stück in der Hand halten… und plötzlich sprudeln oft die Ideen, was sie alles noch machen könnten…. Und sie trauen sich zu, weitere Projekte anzugehen. Das bringt mich zu Punkt 2…

2.) Ich möchte Menschen Mut machen und ihnen Selbstvertrauen geben

Das erlebe ich ganz oft, egal ob Teilnehmer der Kurse 7 oder 70 Jahre alt sind… ein Projekt, das geklappt hat, das gibt einen riesigen Schub fürs Selbstvertrauen! Auch wenn es nicht 100%ig ist, auch wenn vielleicht eine Ecke nicht ganz passt… Hei, Du hast es durchgezogen, Du hast Dich getraut und Du hast es geschafft! Die Teilnehmer sind auch untereinander so freundlich und zugewandt, machen Mut, wenn es gerade mal hakt oder bringen sich gegenseitig auf Ideen… da entsteht beim Werkeln oft eine tolle Gemeinschaft, das finde ich unglaublich! Menschen, die sich vor einer halben Stunde noch nicht kannten, unterhalten sich, als würden sie sich schon ewig kennen… das gemeinsame Projekt verbindet. Und gerade beim Nähen entsteht ganz oft eine so schöne Atmosphäre. Ich habe das im Laden und auf vielen Kursen erlebt, die ich besuche…Quilter halten zusammen. Das ist so cool. Neulich hatten wir einen Kleider-Näh-Abend, und es waren eine 12-jährige und eine 70-jährige im Kurs… die beiden saßen nebeneinander und haben sich so blendend verstanden, mir ging direkt das Herz auf. Und beide haben sich den ganzen Abend so reizend unterstützt und gefachsimpelt. Da ist eine Prise Feenstaub im Raum… und alle schweben ein bißchen nach Hause.

3.) Ich möchte der nächsten Generation eine Kulturtechnik überliefern

Handarbeiten sind – je nach Trend – mal gerade total hipp oder voll daneben. Ich habe schon genäht, da war das eher komisch bis wunderlich… aber es ist doch so, Trend hin, Trend her; Technischer Fortschritt rum oder num…. So ein paar Sachen sollte man schon können. Kochen und Backen gehört dazu, Nähen auch. Wir leben in einer Zeit, wo es von Allem zuviel gibt… vor allem zuviel billige Kleidung, die unter Bedingungen hergestellt wird, die weder menschenwürdig noch umweltgerecht sind. Für alle mit starken Nerven, sei der Film?????:the true cost ?????empfohlen. Darin geht es um die Lebensumstände der ArbeiterInnen in der Textil-Industrie weltweit, die unsere billigen Shirts herstellen. Es ist unfassbar. Ich möchte dazu anregen, darüber nachzudenken, woher unsere Kleidung stammt. Und ein Gefühl für den Wert eines genähten Stücks vermitteln. Dann wird nämlich schnell klar, daß bei einem 5,- T-Shirt so Einiges nicht stimmen kann. Und vielleicht beginnt dann Jemand nachzudenken, daß ein halbes Hähnchen für 3,- € auch nicht so der Brüller sein kann. Wir müssen uns dem wahren Wert einer Sache wieder viel bewußter werden.

Wir bedauern den ganzen Müll, der auf den Stränden, in den Meeren und Böden herumliegt. Das ist definitiv eine Katastrophe. Aber ein selbstgemachtes Geschenk wird nicht so schnell entsorgt werden und wenn man dann das ein oder Andere repariert und flickt, statt immer direkt alles wegzuwerfen, dann ist schon Einiges gewonnen. Eine häßliche Kommode sieht nach dem Anstrich mit unseren (ökologisch unbedenklichen, in Deutschland hergestellten…) Farben vielleicht wieder ganz großartig aus. Sie landet nicht auf dem Müll und gleichzeitig macht das Gestalten Spaß… Win-Win-Win, oder? Mit einem neuen Bezug schaut ein alter Stuhl vielleicht wieder ganz toll aus… und wenn dann noch der Stoff aus einem Familien-Unternehmen stammt, das in der 4. Generation geführt wird, deren Stoffe in Europa produziert werden… dann hat das doch eine ganz andere Qualität als ein neuer Stuhl. Müllvermeidung, ‚ #zerowaste, #noplastic #savetheplanet.. Dazu braucht es ein Umdenken. Und das Bewußtsein, daß Du etwas selbst herstellen oder reparieren kannst. Durchs Selbermachen bekommt man einen anderen Blick auf die Dinge, ein anderes Mind-Set. Das überträgt sich dann auf andere Lebensbereiche. Ich glaube, Selbermachen setzt etwas in Gang. Ein neues Bewusstsein für den Wert eines Gegenstandes. Weg von dem BilligBilligExundhopp.

4.) Ich möchte etwas hinterlassen. Vermächtnis ist ein großes Wort, aber wir erschaffen Erinnerungen.

Ich erinnere mich noch genau an den Tante-Emma-Laden im Ort meiner Großeltern. Jeden Tag bin ich für meinen Opa dorthin gegangen und habe seine Zeitung und eine Schachtel Zigaretten geholt, meine ganze Kindheit hindurch. Dort gab es Brausebonbons in Gläsern und Lollies und andere Herrlichkeiten und mein Opa hat mir immer ein paar Pfennig mehr mitgegeben. Auf dem Rückweg habe ich mir viiiiil Zeit gelassen,  mit Brauseherzen oder Wassereis. So schmeckt Kind sein.

Den Laden und den Herrn hinter der Registrierkasse könnte ich direkt zeichnen. Ich weiß genau, wie es darin gerochen hat. Denken unsere Kinder später so über den Discounter hier im Ort?

Ohne Läden oder Cafés sind Städte und kleine Orte tot und leer. Ich habe nichts gegen den Internet-Handel…wir werden den Lauf der Zeit nicht aufhalten und die Uhren nicht zurückdrehen. Aber wir können daraus eine gute Sache machen. Ich glaube fest daran, daß kleine Läden auch im 21. Jahrhundert eine Daseins-Berechtigung haben. Und wenn wir alle mal hier und mal da kaufen, ist für jeden genug da. So einfach ist es vielleicht. 

Ich habe in einem kleinen Ort, in einem leerstehenden Haus einen Laden eröffnet. Die Räume hatten jahrelang leergestanden. Davor hat eine ältere Dame darin gewohnt. Aber das Haus hat vermutlich 300 Jahre an diesem Platz gestanden. Und vor ungefähr 50 Jahren war eine Gaststätte darin… geführt von 3 Schwestern, wenn die Erzählungen stimmen. Neulich kam ein 92Jähriger mit seinem Stock die kleine Treppe zu meinem Laden, und jede Stufe machte ihm Mühe. Er wollte sehen, was in dem Haus jetzt ist, wo er als junger Kerl mit seinen Freunden gefeiert hat und mit den Ladies hinter der Theke geflirtet… Ihr hättet ihn sehen sollen… Er stand in meinem Laden und war doch 60 Jahre weit weg. Das war ihm so präsent, und die Erinnerung war ihm teuer. Ich denke oft, unser Leben besteht nicht aus den Mega-Momenten, den ganz großen Highlights… es besteht doch zum größten Teil aus unserem Alltag. Und wenn es in unserem Alltag eine Kneipe gibt, mit netten Gästen und netten Menschen hinter der Theke… dann ist das sich schon mal etwas. Dann erinnern wir uns auch ein halbes Jahrhundert danach noch genau daran. 

Ganz zauberhaft fand ich auch den Herrn, der in den Laden gestiefelt kam und meinte: „ Ei, Meed´sche, des is schee, was Du da machst! Jetzt habbe mir an dem Platz keine leere Fenster mehr. „

So ein Laden ist ein Fixpunkt in einer Dorfgemeinschaft und in unseren Köpfen. Etwas, an das man gerne denkt.

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Die Dinge, die ich herstelle, sind künftige Erinnerungsstücke… Schultüten oder Babydecken sind auf unzähligen Fotos und wir kennen sie gut. Sie gehören zur Familiengeschichte. In meinem Laden gibt es kein Wegwerf-Plastik-Geschenke, sondern Dinge, die mit Herz und Liebe hergestellt werden. 

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Das liebe ich an Quilts. Das sind Dinge, die Generationen überdauern werden. Etwas, das von uns bleibt. 

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Einer Freundin von mir geht es gerade nicht so gut. Ich habe Ihr ein kuscheliges Kuschelkissen aus unserem Superkuschelplüsch genäht. Sie hat sich wirklich gefreut. Das ist irgendwie ein ganz anderes Geschenk, als ein Gekauftes. 

Es ist so schön, daß Ihr zu mir in den Laden kommt und meine Idee teilt. Der Online-Shop ist eine tolle Erweiterung und verbindet mich mit Menschen von überall her. 

Manchmal sagt Jemand zu mir: ach, da haben Sie sich einen Traum verwirklicht. Meine Freundin Michaela, die ein Café und einen Laden führt, bekommt das auch öfter zu hören. Irgendwie klingt das so niedlich und nach ein bißchen Spielerei… das ist es mitnichten. Ich habe BWL studiert und führe meine Unternehmung nicht als Hobby oder Späßchen, ich verdiene meinen Lebens-Unterhalt mit etwas, das ich gut kann. Das sollte beim Lehrer oder Architekten genauso sein, nur sagt man da nie, daß da ein Traum verwirklicht wird. Dieser Laden bedeutet viel Freude, aber es steckt auch eine ganze Menge Know-How und Arbeit dahinter. Es ist aber genau das, was ich machen möchte. Wie schön, daß Ihr mich auf dem Weg begleitet.

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Eine geniale Tasche mit richtig Stauraum…perfekt für den Urlaub! Eine kostenlose Nähanleitung für Dich!!!!

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Eine der tollen Sachen an meinem Ladeli ist, dass ich unglaublich tolle Leute kennenlerne…Eine davon ist Stephanie. Ihr Blog heißt lillepetterhus und sie bloggt über Ihr Schwedenhaus und das Leben mit 3 Kindern, Ihre große Liebe für Skandinavien und hat tolle DIY´s. Steffi hat mit mir schon so einige Nähprojekte gemacht, und wir sind uns ziemlich oft einig, was wir schön finden, oder hässlik (so nennt Ihre Jüngste Dinge, die nicht ganz so schön sind.)

Steffi war mit Ihrer Familie mit dem Wohnwagen unterwegs und dabei waren irgendwie alle Taschen, Täschchen und Kulturbeutel zu klein… Da steht die Liebe dann samstags vor mir und sagt:“ Ich brauche sooooo eine Tasche.“

Jetzt habe ich „soooo eine Tasche“, wie Steffi sich das vorstellte, schon im Jahr 2012 mit meiner lieben Freundin Claudel zusammen genäht. Claudel und ich sind seit über 20 Jahren befreundet und fahren mit unseren Familien seit die Kinder klein sind, einmal im Jahr zusammen in den Urlaub auf den Bauernhof im Altmühltal. Da nehmen wir immer unsere Nähmaschinen mit.  2012 hatten wir das superschöne Buch von Miriam Dornemann  „Tolle Taschen selbst genäht“ dabei… und haben uns an die kleine Charlotte gemacht. Das Buch ist seeehr zu empfehlen!!! Als wir die kleine Charlotte fertig genäht hatten, wollten wir aber unbedingt auch noch sooooo eine Tasche in einem größeren Format haben. Das war eine ganz schöne Rumprobiererei, bis wir ein Format hatten, das uns gefiel. Und weil Claudel die Allerbeste ist, hatte sie das Schnittmuster, das wir gebastelt hatten, aufgehoben und konnte es mir direkt Whatsappen. Du bist die Beste!!

Also, setzt Euch zu mir an den Nähtisch, wir brauchen Schere, Stecknadeln, Klammer, Papier, Stift, Geo-Dreieck, Garn uuuuund dann kann es losgehen.

Das Witzige ist, daß ich die Autorin jetzt auf der Messe in Köln per Zufall kennengelernt habe… und nicht nur, daß Ihr Buch supertoll ist, und zu der Zeit eine absolute Neuheit war… die Miriam ist total nett! Danke für die „Einstiegsdroge“ ins Taschennähen, liebe Miriam! Ihr findet sie auf Instagram unter Miriam .

So, und jetzt bekommt Ihr von mir das gebastelte Schnittmuster von Claudel und mir… das ich jetzt mit Steffi zusammen genäht habe. Die fertige Tasche hat ein Außenmaß von ca. 14 cm in der Höhe und 20 cm in der Länge. Das Tascherl ist ca. 14 cm tief. Da geht schon ordentlich etwas rein.

So sieht das Schätzchen aus… wir nähen hier das Modell in Flieder mit den Blümchen…

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Diese Kombination hat Steffi sich ausgesucht… die große graue Tasche aus dem Steppstoff ist in dem Format genäht, das ich Euch hier zeige…

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Ich habe ein Wachstuch verwendet, weil wir im Ladeli gerade so eine tolle Lieferung aus Dänemark bekommen haben…Steffi wollte mal den Steppstoff ausprobieren. Ich konnte mich bei unseren ganzen genialen Wachstüchern und den dazu passenden Baumwollstoffen nicht entscheiden… ich hätte gerne X-verschiedene Kombinationen genäht!! Dazu noch unsere genialen Reißverschlüsse… ich habe mich für eine Kombination entschieden, ich verlinke Euch die Materialien…

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Materialbedarf:

40 cm Wachstuch (oder Steppstoff oder Ihr verstärkt einen der Baumwollstoffe mit einem Vlies, bspw. S320 von Freudenberg), für meine Tasche habe ich dieses Wachstuch verwendet… Wachstuch in Flieder mit Blümelis…hier klicken….

40 cm Baumwollstoff in meiner Tasche Zum senffarbenen Westfalenstoff… hier klicken

ca. 45 cm Endlosreißverschluss mit Zipper im Online-Shop Zum Reißverschluß…..hier klicken

Optional: ca. 15 cm Gurtband für eine Aufhängelasche. Ansonsten kannst Du das auch aus einem Rest Wachstuch nähen.

TIPPS:

Ein paar Worte zum Nähen mit Wachstuch oder generell mit beschichteten Stoffen:

Ein normaler Nähfuß gleitet nicht gut über Wachstuch… deshalb ärgern sich viele über diesen Stoff oder trauen sich gar nicht erst heran. Die beste Lösung ist ein Teflon-Fuß. Bei meiner Pfaff-Nähmaschine war Einer dabei, für die Kurs-Nähmaschinen von brother hat der Fuß unter 20,- € gekostet… das lohnt sich sicherlich, denn die Täschchen sind ein superschnell genähtes Mitbringsel, egal ob für die Freundin, den Kindergeburtstag oder eine Einladung. Mit ein bißchen Süßies oder Kosmetik-Schnick-Schnack freut sich da Jede/r drüber! Ich habe gerade Eine für meinen Mann an Weihnachten genäht… aus dem grünen Dry Oilskin Dry Oilskin in Grass/Grün…hier klicken sieht auch toll aus.

Es gibt einige Tipps zum Nähen mit Wachstuch ohne Teflon-Fuß, z.B. kann man Washi Tape unten ans Nähfüßchen kleben oder ein Backpapier zwischen Wachstuch und Nähfuß legen… einfach mitnähen und später vorsichtig abreißen, es ist ja durch die Naht perforiert. Das geht schon, aber ich liebe meinen Teflon-Fuß. Wenn Ihr einen braucht, ruft einfach bei der Nähwelt Flach  an… die versenden das ganz flugs. 

Wenn Ihr mit Wachstuch arbeitet, macht es Sinn, wo immer es geht, Klammern statt Stecknadeln zu benutzen. Die Löcher der Stecknadeln bleiben nämlich im Wachstuch…

Hier kommt das Schnittmuster… ich habe keine Ahnung von Grafikprogrammen, aber irgendwann lerne ich das auch noch… bis dahin, muss diese Schema-Zeichnung reichen… sie ist auch nicht maßstabsgetreu… aber mit einem Geo-Dreieck lässt es sich nachzeichnen…dazu bitte bedenken, daß es 23.00 Uhr ist und ich versuche, Euch ein schönes kostenloses Schnittmuster zu liefern. Gnade.

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Zuschnitt: 

An der Stelle, an der das Wort Bruch steht, müßt Ihr jeweils den Stoff und das Wachstuch falten. Man kann sich das wie eine Spiegelachse vorstellen. Das schneidet Ihr dann einmal aus Stoff und aus Wachstuch zu.

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Dann legt Ihr die beiden Stoffe, Baumwollstoff und Wachstuch so aufeinander, daß die schönen Seiten sich anschauen. In  Näh-Sprach heißt das „rechts-auf-rechts“, abgekürzt „rar“. Im Nähzimmer rede ich in meinen Kursen immer von der schönen Seite. 

Ihr zieht den Reißverschluß auseinander, so daß Ihr zwei Teile habt. Jedes Teil nähen wir jetzt einzeln an. Dann wird die erste Seite so eingelegt, wie auf dem Foto…

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Jetzt kommt entweder der Reißverschluß-Fuß Eurer Nähmaschine zum Einsatz oder Ihr könnt die Nadel ganz nach links stellen, dann könnt ihr Euch das Füßchen-wechseln sparen. 

Ihr geht mit dem Nähmaschinen-Fuß ganz dicht an die sogenannte Raupe, die Zähnchen des Reißverschlusses.  Jetzt näht Ihr mit einem Geradstich, 2,5 mm Länge, Nadel ganz nach links verstellt. Am Beginn und Ende der Naht bitte verriegeln. In meinen Kursen sage ich immer, daß der Nähmaschinen-Fuß und die Reißverschlußraupe miteinander kuscheln. Ganz eng. Ihr könnt die Zähnchen nicht wirklich sehen, aber man kann sie durch das Wachstuch fühlen. 

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Das macht Ihr an beiden kurzen Seiten. Dann faßt Ihr zwischen die beiden Stoffe und wendet das ganze Werk so, daß Euch die schönen Stoffseiten anschauen.

Dann zieht Ihr die Stoffe vom Reißverschluß  weg, so dass sich die nicht so schönen Seiten anschauen. Und jetzt braucht Ihr den Teflonfuß. Damit sich die Stoffe später nicht im Rißverschluß  verheddern, würde ich jetzt mit dem Fingernagel den Stoff vom RV ein bißchen wegziehen und wie beim Papierfalten mit dem Nagel einen scharfen Falz kniffen. Danach die Nadel wieder in die Mitte stellen und das Wachstuch mit einer Ziernaht fixieren. Ich habe das auch einfach mit einem Geradstich gemacht. 

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Dann die Reißverschlußteilen aneinanderlegen und den Zipper einfädeln…wenn Du das noch nie gemacht hast, dann schneidest Du rechts 3 Zähnchen weg, fädelst den Zipper auf der linken Seite ein und zwar so wie auf dem Foto. Dann schiebst Du die rechte Seite der Zähnchen auf der rechten Seite in den Zipper und ziehst hinten am Stoff des RV-Bandes. Es gibt dazu eine Menge toller Videos auf facebook, ich liebe das von Frau CongaBaeren… hier klicken...

Dann wendest Du das fast fertige Tascherl auf die Seite, so daß Dich der Innenstoff anschaut und legst die Wachstuch-Seiten so aufeinander, wie hier im Foto gezeigt. 

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Jetzt wäre ein guter Moment, das Gurtband für den Aufhänger einzulegen. Dazu das Gurtband einmal in der Mitte falten und wie auf dem Foto gezeigt zwischen die Wachstuchlagen legen.

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Da, wo die Klammern auf dem Foto sind, nähen wir jetzt füßchenbreit. Auf beiden Seiten. Über die  Stelle mit dem Reißverschluß kann man gut nähen, ich würde da nur einfach das Tempo der Nähmaschine ein bißchen reduzieren. Wenn Du magst, kannst Du Dir die Naht von der rechten Seite aus anschauen und wenn alles schön gerade sitzt, von links noch mehrmals über die Seite nähen, besonders da, wo das Aufhängerle sitzt.

Jetzt benötigt die Tasche Ihre Form. Dazu legst Du die seitlichen Abnäher/die offenen Kanten aufeinander…da wo auf dem oberen Bild die Schere hinzeigt… diese Ecken ziehst Du voneinander weg, dann bekommt das Ganze Stand,  wird  auch dreidimensional und bekommt die Boxenform. Ich habe diese Nähte innen noch einmal mit der Overlock versäubert.

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Wenn Du von innen auch keine Nähte sehen möchtest, kannst Du die Boxentasche einmal mit dem Reißverschluß und die Innentasche ohne RV nähen… dann beide ineinanderlegen und die Innentasche von Hand festnähen.

 

Ich hoffe, Du hast viel Spaß beim Nähen…..Alles Liebe, Dunja

Du wünschst Dir mehr Raum für Dich und Deine Projekte? Hier ein paar Ideen…

 

Seit fast 4 Jahren arbeite ich selbstständig. Und ich habe 3 Kinder. Mein Terminplan ist manchmal wirklich ganz schön voll. Und das Gefühl, dass immer etwas unerledigt ist, kennt wohl Jede von uns….das ist ein sehr persönlicher Blogbeitrag, und vielleicht sind meine Erfahrungen überhaupt nicht mit Deinen zu vergleichen… vielleicht erlebst Du das Mama-Sein ganz anders. Ich erzähle hier einfach nur, wie ich es manchmal empfinde. Wenn Du Lust hast, nimm Dir einen Kaffee und setze Dich zu mir. 

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Ich glaube auch, daß ich mit meinen Gedanken nicht ganz alleine bin. Wie oft stehen Mütter bei mir im Laden und sagen: “ Ich würde so gerne einen Näh-Kurs machen, aber ich habe keine Zeit…“

An meiner Ladentheke hängt ein Schild, das sagt: „Das Leben ist zu kurz für irgendwann.“ Wenn Du wirklich Lust hast, dann mach es. Egal ob das ein Nähkurs oder ein ganz anderes Projekt ist. Tu das, was Dir am Herzen liegt. Ganz egal was es ist. Auch mit dem ganzen Familien-Alltag und dem ganzen Drumherum. Schreib` das Buch. Beginne die Ausbildung. Was auch immer es ist, such einen Weg.

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In Wahrheit sieht es doch so aus…je nach Alter Deiner Kinder besteht der Tag aus Wickeln, Stillen/Füttern und dann flott zum Elternabend im Kindergarten mit Arbeitseinsatzplanung beim Sommerfest, Elternabend in der Schule mit einem entzückenden Zettel für die Projektwoche mit der Bitte, einen Tontopf mit ca. (!) 26 cm Durchmesser, einen leeren Eierkarton und dazu bitte noch Pfeifenputzer in Türkis  zu besorgen. Ach ja, und die Kinder benötigen bis morgen  Schnellhefter in drölfzigmillionen Farben, einen Textmarker in grün und hier ist die Packliste für die Klassenfahrt… dann denken wir Mütter noch an Impftermine, Kiefer-Orthopädie, Nachhilfe, Musikstunde, Ballett, Kinderturnen, Hausaufgaben…. Ach ja, und bis nächste Woche sollen die Kinder eine Buchvorstellung fertig haben uuuuund denken Sie daran, die Kinder schreiben einen Mathe-Test. Und jetzt geht noch die Liste fürs Kuchenbuffet herum, tragen Sie sich doch bitte ein. Na klar. Eine Einladung zum Kindergeburtstag und noch schnell ein Geschenk organisieren… war noch was? 

Ich habe mit dem Laden ganz klein begonnen und in meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht damit gerechnet, dass sich dieses kleine Geschäft so entwickelt. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meine unglaublich lieben KundInnen, die so viele FreundInnen zu mir schicken, so viele Kurse besuchen, einkaufen und bestellen und Marmelade, Schokolade und Blümchen vorbeibringen…oder auch mal schnell mit anpacken, wenn es gilt, ein Regal zu schieben… Ihr seid so toll. Ich liebe den Laden und alles was dazugehört. Jetzt sind meine Kinder größer (18, 16 und 12) und ich habe mehr Freiräume als noch vor 4 Jahren. Aber ich erinnere mich gut an die Zeit, als die Süßen in Kindergarten und Grundschule waren… 

Es gibt ein wunderbares Buch von Anne Morrow Lindbergh „Muscheln in meiner Hand“. Die erste Ausgabe ist von 1955. Anne hatte 5 Kinder und auch sie hat schon das Thema beschrieben, daß sie sich „zersplittert“ fühlt. Hin- und hergerissen zwischen den Aufgaben als Mutter und dem Wunsch, mehr Zeit und Raum fürs Schreiben zu haben. Es scheint also nicht nur ein Thema unserer Zeit zu sein, daß wir Mütter ganz schön viel um die Ohren haben.  Wir haben so viele Möglichkeiten, aber wir haben nicht unendlich viel Zeit. Ich habe im Kopf so viele Pläne und Ideen..und dann muß aber erst noch der Hund zum Impfen, die neue Spülmaschine wird geliefert undundund…

Eine schöne Arbeit ist ein Geschenk,  Was wäre denn, wenn ich im Ladeli nichts zu tun hätte? Und Zuhause wäre es ganz still? Ich bin zutiefst dankbar für meine Kinder und die Familie…aber alle Mütter wissen auch, wieviel Arbeit wirklich hinter dem Ganzen steckt. Und manchmal fällt es uns wirklich schwer, in all dem Trubel wahrzunehmen, was wirklich wichtig ist. Wir gehen so auf in der Sorge um das Drumherum, daß wir uns selbst ganz vergessen. 

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Jetzt sind meine Kinder schon etwas größer, und die Aufgaben haben sich verändert. Junge Erwachsene haben für uns andere Themen und Fragen. Es ist deswegen aber immer noch so, daß  sie uns brauchen… mal mehr, mal weniger. Aber sie brauchen uns. Das ist für mich  auch wunderbar so und völlig in Ordnung. Aber was brauchen wir Mütter?

Die Frage stellen wir uns oft gar nicht, weil wir so darin aufgehen, für Andere da zu sein. Vielleicht ist bei meinen Ideen etwas für Dich dabei.

1.) Keep it simple

Wir wohnen seit fast 20 Jahren in einem kleinen Reihenhäuschen. Wir hatten die ganzen Jahre über geplant, noch einmal „richtig“ zu bauen. Irgendwie gab es aber nie den richtigen Bauplatz oder das richtige Haus.. und inzwischen haben wir hier so Wurzeln geschlagen… es bleibt bei diesem kleinen Häuschen. Jahrelang haben wir nicht richtig renoviert, weil wir ja noch bauen wollten. Jetzt sind die Kinder größer und einige Dinge brauchen wir nicht mehr. Ich habe in den letzten Tagen aufgeräumt und weggeworfen,  mit meiner Jüngsten das Zimmer ausgemistet und neu gestaltet… das war so ein schönes Gefühl, gestern, als alles fertig war. 

Jetzt bin ich dran. Ich habe ein Miniminimini-Arbeitszimmer von 4 qm. Eigentlich  nur eine Ecke. Aber auf dem zauberhaften Instagram-Account von @dreieckchen habe ich eine wunderschön aufgeräumte Vorratskammer gesehen. Und keinen halben Tag später habe ich ein blaugelbes Möbelhaus besucht und mir entsprechendes Ordnungsgedöns gekauft. Morgen ist ein Feiertag und dieser Raum wird jetzt so organisiert, daß ich künftig gerne darin arbeite. Im Moment ist das eher so ein blödes Gefühl, wenn ich daran vorbeilaufe… da denke ich immer, Mist, ich müßte unbedingt….Dieses miese Gefühl mag ich nicht mehr. Und ich will jeden Raum in meinem Haus wirklich gerne haben. Ich möchte es mir so einfach wie möglich machen.

Grundsätzlich kaufe ich mir sehr wenig Dinge… ich will nicht so viel Müll produziert und kaufe mir sehr wenig, aber dafür wirklich langlebige Stücke… Klassiker, die nicht aus der Mode kommen… sowohl bei Kleidung, als auch bei Möbeln und Dekorationen. So ist auch mein Laden ausgerichtet… Hübsche Dinge, die auch noch in Jahren schön sind. Vielleicht ist das auch die beste Idee zum Muttertag… etwas Hübsches, Selbstgemachtes oder du verschenkst einen schönen Abend… da fällt mir spontan ein Näh-Abend im Nähzimmer ein … zwinkerzwinker. 

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Weniger ist einfach mehr, und „Keep it simple“ ist ein gutes Motto. Mach´ es Dir so einfach und schön, wie nur irgend möglich. 

2.) Sei nett zu Dir. 

Das ist so wichtig,. Du tust Dein Bestes, da ist es die oberste Priorität, daß Du auch einmal für Dich sorgst. Nicht nur am Muttertag. Es gibt ein schönes Sprichwort: „ aus einem leeren Krug kann man nichts einschenken“. Das stimmt. Du hast Deinen Lieben nur etwas zu geben, wenn Du selbst Energie und Freude hast. Ich merke, daß ich in hektischen Phasen zu wenig auf meine Ernährung achte und meine Jogging-Einheiten schleifen lasse. Ich fühle mich so viel besser, wenn ich auf beides achte. 

Wir feiern heute den Kindergeburtstag unserer Jüngsten. Ich hatte vorher kurz den Impuls, vorher das Erdgeschoss nochmal feucht durchzuwischen. Aber nur kurz. Ich wische, wenn die Ladies wieder weg sind. Gut genug reicht völlig.  

 

3.) Wenn es wirklich stressig wird, dann suche Dir (bezahlte) Hilfe.

Ich merke, ich delegiere inzwischen so Einiges. Das gibt mir mehr Freiraum im Kopf für meine Aufgaben. Vielleicht kann Dir ein/e Freund/in, Deine Partner/in, Eltern, Schwiegereltern…. eine Hilfe sein? Manchmal muß man sich nur trauen, zu fragen. 

4.) Glaub nicht alles, was Du von Anderen siehst oder hörst 

Instagram ist ein gutes Beispiel dafür. Wir sehen einen Ausschnitt aus dem Leben einer Person und denken, bei Anderen ist alles immer traumhaft und ein leichtes Tanzen über die Blumenwiese. 

Du siehst nur ein Bild. Du weißt überhaupt nicht, wie das Leben dieser Person sonst aussieht. Ich bin inzwischen sehr vorsichtig geworden, wenn ich merke, ich beurteile das Leben eines Anderen. Du kannst das perfekte Instagram-Bild sehen, und im Hintergrund, auf der Seite, wo der Fotograf steht, da türmt sich das Chaos.  

Wir hatten ein Ehepaar hier im Ort, das war Familie „bei-uns -ist-alles-super“. Eines Tages kam deren Tochter zu meiner Tochter zu Besuch… das Mädel stand an der Tür und weinte… so ein Weinen mit Schluchzen und Schnappatmung… die Maus wollte zu meiner Tochter. Als die beiden Stunden später die Treppe herunterkamen und das Mäuschen gegangen war, drehte sich meine – damals 16-jährige – Tochter zu mir und meinte: „ Mama, wenn Du oder Papa jemals fremdgeht, nehmt Euch verdammt noch mal ein Hotel.“

Da ist mit einem Satz die ganze Geschichte erzählt, gell? Ist Dein Kopfkino an?

Also, glaub` nicht alles, was Du denkst. 

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5.) Mach Dein Ding und schau nicht soviel nach links und rechts. Gib` nicht auf. Und hör nur auf die, deren Meinung für Dich zählt. 

Als ich mich mit 42 Jahren selbstständig gemacht habe, war das sehr interessant… Einige im Ort fanden die Idee toll und freuten sich auf den Laden… fragten nach mehr Flyern und boten an, sie bspw. Ihren Kolleginnen zu verteilen. Und dann gab es da die richtigen, echten Freunde, die zwei Tage vor der Eröffnung mit einem Werkzeugköfferchen anrückten und Regale zusammenschraubten.

Es gab aber auch einen Kreis an Menschen, die wußten, daß das sowieso nichts wird. Dass das alles nur Mist ist. Dass das gar nichts werden kann! Die wirklich zu mir gesagt haben: „Was willst Du denn damit?“ Oder, auch schön:“ Du musst doch gar nicht arbeiten gehen, Dein Mann verdient doch gut …“

Diejenigen, die Deine Pläne und Ideen schlecht machen…sind nicht in Deinem Team. Kritisieren ist leicht. Selbst etwas auf die Beine zu stellen ist viel, viel schwieriger. Einen Fehler bei Anderen zu finden, in den Krümeln suchen, das kann jeder. Das ist leicht. Aber wer etwas auf den Weg bringt, der macht auch einmal Fehler… nur der, der nichts ausprobiert, macht nichts falsch. Wenn Du Dich zeigst, Deine Ideen und Vorstellungen nach außen trägst und offen und ehrlich bist, dann wird es meistens Jemanden geben, der daran etwas zu mäkeln findet.

Also, mach` Dein Ding, wie auch immer das für Dich aussieht. Laß die Meckerer auf Ihren billigen Plätzen meckern und hör´ nur auf die Wenigen, Wichtigen. Die, die in Deinem Team sind. 

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Und wenn Dir etwas wichtig ist, gib` nicht auf. Steh` dazu und zieh` es durch. 

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Muttertag mit Deinen Lieben. Ich bin in Deinem Team, Du machst das großartig. 

Last-Minute Hasenkissen.. eine Anleitung für einen Nähzimmer-Klassiker!!!

Wenn nicht die liebe Stephanie heute in den Laden gekommen wäre und gesagt hätte: „Dunja, ich brauche unbedingt eine Anleitung für das süße Hasenkissen..“ Dann weiß ich nicht, ob ich das heute noch auf die Reihe gekriegt hätte. Aber Stephanie hat ein kinderfreies Wochenende und möchte in die Hasen-Kissen-Groß-Produktion einsteigen… wie konnte ich da Nein sagen? Außerdem wollte ich das schon die ganze Zeit machen… Eigentlich. Aber der Webshop  ist noch lange nicht fertig und im Ladeli finden momentan jede Menge Kurse statt… uuuuund während der Öffnungszeiten ist so Einiges los. Das ist toll. Mehr als toll. Aber dann bleibt nicht so viel Zeit für Hasenkissen-Anleitungen, weil dummerweise auch mein Tag nur 24 Stunden hat. 

Aber ganz uneigentlich wollte ich diese Anleitung schon die ganze Zeit schreiben… nur dann dachte ich, es ist zu spät. Aber, erstens habe ich mir sagen lassen, feiern wir Ostern nächstes Jahr wieder, und zweitens….pffft. Last Minute kann ich eh am Besten. Also dann. Hasenkissen-Last-Minute. Ich habe es nach dem heutigen Patchwork-Kurs (der superschön war) sogar geschafft, im Hellen draußen  noch ein paar Fotos zu machen… dann haben nur die beiden Hasen gejammert, daß sie unbedingt mit aufs Bild möchten…Also bin ich mit zwei Hasen, einem Hasenkissen und der Kamera durch Zornheim gestapft, auf der Suche nach dem besten Plätzchen… ich fand dann, das Bürozimmerfenster des Bürgermeisters angemessen… die Fensterläden sind so hübsch.

 

 

Also, kann es losgehen?

Du brauchst für ein 50/50 cm-Kissen (Inlett gibt’s beim Blau-gelben Möbelhaus)

60 cm Baumwollstoff über die gesamte Stoffbreite, in meinem Fall ist das dieser hier klicken… (Boah, ist das cool, so ein Online-Shop!!!!)

Baumwoll-Restchen für die Öhrchen innen, zweimal 20×10 cm

30 cm Plüsch, zum Beispiel dieser hier…

Vliesofix ca. 30 cm

Webband und Reißverschluß ca. 54 cm Länge

Die Vorlage für das Hasili ist hier…

 

Vorlage Hasenkissen

Zuschnitt für das Kissen:

Für das Vorderteil:

1 Quadrat 52 cm auf 52 cm

Für die Rückseite:

1 Rechteck 52 cm mal 27 cm und 1 Rechteck 52 mal 32 cm

Arbeitsschritte:

Zuallererst druckst Du den Hasen-Umriß aus. Dann legst Du das Vliesofix mit der rauen Seite nach unten auf die Vorlage und zeichnest auf die glatte Seite, die sich wie Backpapier anfühlt, den Hasenumriß nach… geht prima mit Bleistift. Dann schneidest Du das Hasili grob aus. Also nicht böse grob, es muss nur nicht ganz exakt sein. 

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Dan legst Du das ausgeschnittene Häschen mit der rauen Seite nach unten (WICHTIG!!!) auf die Rückseite des Baumwollplüsch und bügelst heiß und kurz über das Papier. Die raue Seite des Vliesofix ist im Prinzip gesponnener Kleber und wird durch das Bügeln auf die Rückseite des Plüsch übertragen. Bitte nicht lange bügeln, nur bis das Papier fest am Plüsch klebt. Der Plüsch darf nach Hersteller-Angaben gar nicht gebügelt werden, aber kurz geht es… für Euch habe ich das hundertfach getestet. 

Dann schneidest Du bitte den Hasen ordentlich aus. An einer Ecke ein bisserl am Stoff ziehen bis das Papier reißt. An dieser Stelle könnt Ihr das Papier greifen und vom Hasen abziehen. Jetzt ist die Klebe-Schicht auf der Hasenrückseite. Das Stück legen wir erstmal zur Seite. 

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Die Vorlage für die Ohren schneidest Du bitte entweder aus dem Papier aus oder Du überträgst sie auf Backpapier/Butterbrotpapier oder Schnittmusterpapier.

Das Ohr brauchen wir 4 mal, davon 2 mal aus Baumwollstoff und 2 mal aus Plüsch. Achte darauf, daß Du Plüsch und Baumwolle rechts auf rechts legst, das Ohr ist nicht symmetrisch. Ich habe für mein Kissen ungefähr 0,5 cm Nahtzugabe rundherum dazugegeben.

Also, ich habe zuerst die Öhrchen aus Plüsch ausgeschnitten, den Plüsch rechtsaufrechts/schönaufschön auf den Baumwollstoff gelegt und festgesteckt. Dann wieder ausgeschnitten und die Öhrchen genäht. Und zwar so, daß unten die gerade Seite offen bleibt für eine Wende-Öffnung. Damit das Ohr nachher eine schöne Form erhält, habe ich oben die Spitze quer abgeschnitten und mit einer Zackenschere einmal rundherum geschnitten. Muß man aber nicht.

Dann wendest Du die Öhrchen durch die Wende-Öffnung.

Ich habe dann die Kissen-Vorderseite gebügelt und das Webband und das Hasili so hingelegt, wie ich mein Kissen haben möchte. Ich setze mein Motiv gerne ins obere Drittel des Kissens.

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Die Ohren steckst Du 2-4 cm tief unter den Kopf, ich finde es ganz schön wenn man einmal den Plüsch und einmal die Baumwollseite sieht…. Aber das kannst Du natürlich machen wie Du magst. Dann stecke ich den Hasen und die Ohren mit Metall-Stecknadeln oder Nähnadeln fest…

Wichtig ist, daß die Nadeln keinen Plastik-Teil haben… wir drehen das ganze Kissenvorderteil nämlich jetzt um und bügeln den Hase von der Rückseite fest… bitte nicht über das Webband bügeln, das ist meistens aus Polyester und schmilzt sonst…Durch das erneute Bügeln wird der Kleber wieder aktiviert und der Hase klebt fest… So läßt er sich gleich leichter aufnähen, da verrutscht nix. Nur oben an den Ohren, an der Stelle, wo die unter dem Kopf stecken, da klebt es nicht gut… bitte nicht lange bügeln, wieder nur ganz kurz. Die Ohren mußt Du einfach gut stecken.

Das Webband ist bei mir 16 cm von der Unterkante entfernt. Das kannst Du mit Stecknadeln oder Style-Fix fixieren und oben und unten quer mit einem Geradstich, Stichlänge 2,5-3 annähen. 

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Dann nähen wir das Häschen mit einem Zick-zack-Stich fest. Bei meiner Maschine ist das eine Einstellung von 3,0 in der Höhe und die einzelnen Stiche sind 2,0 auseinander. Die Mitte Deines Nähfußes sollte auf dem Übergang zwischen Plüsch und Baumwolle entlanglaufen… vielleicht einen Hauch mehr auf dem Plüsch. Damit Du den Übergang gut erkennst, kannst Du den Flor, das Kuschelige, immer ein bißchen zur Hasenmitte streichen… sonst sieht man so schlecht, wo genau der Plüsch-Grund-Stoff verläuft… einfach immer ein bißchen nach innen streichen beim Nähen. Wir starten unseren Zickzack unten am Bein des Hasis, denn dieser Stich wird nicht verriegelt, wir nähen am Ende 3-4 cm über den Anfang drüber… dann hält das prima.

 

In den Rundungen, beim Schwänzchen etwa, versenke ich immer die Nadel im Stoff, hebe den Nähfuß etwas an und kann dann das Ganze besser drehen. Die Ohren nähst Du beim Festnähen des Kopfes an… hier genau hinschauen, Plüsch auf Plüsch sieht man nicht so prima, und hier ist das Ganze auch etwas dick…evtl. hilfst Du ein wenig mit dem Handrad nach. 

Wenn alles festgenäht ist, entferne bitte alle Nadeln.

Wir nähen die Rückseite… Dazu bügeln wir bei dem 27 mal52 cm großen Teil eine 52 cm lange Seite 3 cm hoch links auf links um.

Den Reißverschluß legen wir an diese Kante bündig an, der Zipper zeigt nach unten.

Wir nähen den RV von der rechten Stoffseite knappkantig an. Dazu nehmen wir einen Reißverschluß-Fuß oder, wie ich es gemacht habe, ich stelle die Nadel ganz nach rechts.

Der Nähfuß fährt gaaaanz eng an der Raupe des Reißverschlusses entlang. Die Raupe kannst Du nicht sehen, aber durch den Baumwollstoff erfühlen. Mit einem Geradstich, 2,5 Länge, Nadel ganz rechts, Nähfuß ganz dicht an der Reißverschluss-Raupe, nähst Du den Reißverschluß von der rechten Stoffseite an. 

Das 32 cm hohe Rückseitenstück legst Du mit der langen Seite bündig rechts auf rechts an den Reißverschluss unten an. Ich habe dann meine Nadel ganz nach links verstellt und knappkantig genäht. 

Dann wird das Stoffstück umgeklappt… Tata, ein nahtverdeckter Reißverschluß!!!

Du schiebst den Zipper ca. 20 cm nach innen und legst das Kissenvorderteil rechts auf rechts auf. 

Die ersten Stecknadel stecke ich mir an die Stelle, an der der Reißverschluss offen an der Außenkante liegt. 

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Du nähst einmal füßchenbreit an den Kissenaußenseiten entlang, nicht die Ohren mit festnähen!! Am Einfachsten hast Du es, wenn Du nicht in einer Ecke, sondern in der Mitte einer Seite startest. An den Stellen, wo der Reißverschluß ist, darauf achten, daß der Stoff auf die richtige Seite umklappt. Da kannst Du auch gerne mehrmals drübernähen, das verstärkt die Stelle, wo der RV auf die Außenkante trifft. Also, munter einmal drumherum genäht, danach durch die Öffnung im Reißverschluß wenden. Die Maße der Rückseite habe ich etwas großzügig berechnet, wenn da etwas übersteht, einfach abschneiden. 

 

Gaaaannnnnz viel Spaß mit Deinem Hasenkissen… ich freue mich riesigen Du auf Instagram den Hashtag #naehzimmerhasenkissen verwendest!!!Dann sehe ich das gute Stück!!