Traditionen und moderne Zeiten

Das Nähzimmer hatte Geburtstag! 2 Jahre alt ist es geworden und das ist natürlich ein Anlaß für ein Fest!!!! Ich hatte riesig Lust mit Euch zu feiern…also habe ich den Laden hübsch (noch hübscher!!!) gemacht, im BioLaden Kürbisse gekauft und Kartoffeln, Baguette und Apfelkuchen, Secco und Traubensaft gab es beim Winzer nebenan. Grundzutaten für eine feine Kürbissuppe und einen gemütlichen Nachmittag. Bei einer (zwar nur virtuell aber deshalb habe ich sie nicht weniger gern) befreundeten Instagrammerin, Schwedenmarie, habe ich ausgesägte Igelchen bestellt und die Kinder durften mit den Yellow-Chair-Kreidefarben die kleinen Kerlchen designen. Adriana hat den ganzen Nachmittag geholfen, Stephi vom lillepetterhus hat bei den Vorbereitungen geholfen…

Es war ein wunderschöner Nachmittag, und ich habe mich sososo doll gefreut, daß Ihr alle gekommen seid oder liebe Glückwünsche geschickt habt.

Und ich glaube, daß sich alle wohlgefühlt haben…das ist einfach nur schön gewesen. Ich bin so dankbar, daß es so viele Menschen gibt, die verstanden haben, dass, wenn alle nur bei den großen Internethändlern bestellen, es irgendwann keine kleinen Lädchen mehr gibt. Und so ein Laden ist ja nicht nur ein Ort, um einzukaufen und etwas zu erledigen. In dem Dorf, in dem ich groß geworden bin, gab es eine kleine Bäckerei…ich sehe diesen Laden noch ganz deutlich vor mir. Das ist Dorfmittelpunkt, Treffpunkt, Kindheitserinnerung und ein Stückchen Kulturgut.

Klar, die Zeiten haben sich geändert…aber das wichtigste an Traditionen ist es, finde ich, daß man die guten Dinge bewahrt und den alten Mist hinter sich läßt. Es gibt einige Dinge, die ich in den 70ern und 80ern sehr schön fand…die insgesamt ruhigere Gangart des Alltags, damals gab es jede Menge gute, langfristige Jobs, weniger Zukunftsängste….

Aber ich finde, es gibt heute auch so viel Gutes. Gestern saß ich mit Yvonne von Mohntage im Zug (dazu gleich mehr) und neben uns saßen zwei Frauen, die gerade aus dem Urlaub nach Hause fuhren. Die beiden waren sehr nett, wir kamen ins Gespräch und irgendwann einmal saßen die zwei einfach nur da und hielten Händchen. Das hätte es vor 30 Jahren so nicht gegeben. Ich bin sehr dankbar dafür, in einer Zeit und einer Gesellschaft zu leben, wo das von einem Großteil der Menschen akzeptiert wird. Als ob es das früher nicht gegeben hätte…dann aber eher heimlch, was bestimmt ganz schön ätzend war. Zeiten, in denen man noch schuldig geschieden wurde, Männer erlauben mußten, daß Ihre Frauen arbeiten durften, sexuelle Gewalt in der Ehe keine Straftat war….als es noch Rassentrennung gab und all so einen Müll…nein, früher war nicht alles besser. Wirklich nicht. Und diese Ewigewig-Gestrigen, die dahin zurückwollen…die die Uhr zurückdrehehn möchten, die Kohleminen reaktivieren möchten und Protektionismus für eine gute Idee halten. Der Himmel möge uns vor diesen Idioten beschützen. Dieser trampelige Traditionalismus, der Wahlplakate macht, die ideologisch in die Dreißiger-Jahre des letzten Jahrhunderts gehören….das hat mit meinem Verständnis von Tradition nichts, aber auch gar nichts zu tun. Brauner Mist bleibt brauner Mist, auch wenn man ihn blau anmalt.

Jetzt bin ich etwas abgeschweift, aber an einem Wahltag ist Politik einfach präsent.

Traditionen sind etwas Wunderbares. Ich habe jetzt Kinder, die schon größer sind, und ich sehe, wie diese jungen Menschen Dinge von zuhause mit in die Zukunft nehmen. Die picken sich das heraus, was sie gut finden, und das werden sie weitergeben. Ich bin jetzt Mitte 40 und sehe die Vergangenheit und die Zukunft und mich selbst als Glied in einer Kette…und wir müssen uns sehr genau überlegen, dass der Alltag, den wir unseren Kindern vorleben, prägend ist.

Dazu gehören auch die vielbesprochenen Werte. Heute morgen habe ich auf instagram von meinem Besuch gestern bei der Hausmesse der Westfalenstoffe AG berichtet. Ich liebe diese Stoffe, und als ich wußte, dass ich ein Stoffgeschäft eröffnen würde, war das der erste Hersteller, den ich angeschrieben habe. Ich hatte ein Holz-Puppenbettchen…da schlief immer die Katze drin. Das stand direkt vor meinem Kinderbett, und meine Mama hatte aus Westfalenstoffen die Bettwäsche dazu genäht. Heute steht das Puppenbettchen vor dem Bett meiner Jüngsten. Es ist noch dieselbe, x-mal gewaschene Bettwäsche. Sieht noch prima aus. Es liegt eine andere Katze darin. Irgendwann wird das kleine Bettchen auf den Speicher gebracht. Ein bißchen staubgeschützt eingepackt. Und irgendwann holen wir es dann vielleicht wieder hervor und packen es aus. Für die nächste Generation.

Der Besuch in Münster in der Zentrale der Westfalenstoffe gestern war wieder einmal wunderschön. Eine sehr familiäre Atmosphäre, unglaublich freundliche Mitarbeiter…das ist etwas ganz Besonderes. Die Firma besteht seit über 80 Jahren und hat so viele Schätze im Programm…es geht nicht um kurzlebige Trends, keine EinhornAnanasFlamingo-Designs….Das sind Klassiker, wunderbar zeitlos, oft inspiriert von Paul Klee und dem Stil des „Bauhaus“…diese Muster kann man nach Jahren und Jahrzehnten noch sehen. So wie unser Puppenbettchen, ist das ein Teil vieler Familiengeschichten. Tischdecken, die im Alltag oder zu besonderen Anlässen aufgelegt werden, das Puppenkleidchen der Käthe-Kruse-Puppe meiner Tochter…diese Stoffe begleiten uns ein Stück.

Gestern durfte ich im Stofflager in Münster vor mich hinschauen und für den Laden Stoffe aussuchen. In diesem Raum gibt es ein geniales Oberlicht, es ist angenehm hell und man kann die Farben gut sehen. Es ist alles luftig, riecht gut und Du läufst Regalmeter um Regalmeter ab, schaust hier, fühlst da….hach. Schon arg schön.

Für die Händler gibt es jedes Mal ein leckeres Frühstücksbuffet…nichts abgehobenes, ganz bodenständig. Und der Vorstandsvorsitzende räumt auch mal eine Kaffeetasse weg…da habe ich gestaunt. Und ich wußte, hier bin ich richtig. Frau Mackenbrock setzte sich zu uns an den Tisch und es war ein schönes Gespräch…das ist etwas ganz Besonderes. Das ist das Bewahren von Traditionen im allerbesten Sinne.

Heute morgen bekam ich einen wunderbaren Kommentar auf meinen Instagram Post hin… Aennelie von „die kleine Krone“ hat geantwortet: „Ich liebe Westfalenstoffe auch schon sehr lange…wir müssen wieder Werte vermitteln, weg von einer Wegwerfgesellschaft…der Bollerwagen von Westfalenstoffe rollt hier auch noch…mit unserem Enkelkind. Viele junge Näherinnen kennen Westfalenstoffe gar nicht, deshalb finde ich es gut, wenn wir diese Stoffe wieder aufleben lassen.“ Liebe Aennelie, dem ist nichts hinzuzufügen.

Habt einen schönen Sonntag. Alles Liebe , Dunja

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Einfach mal machen… könnte ja gut werden!!!

In meinem Ort wurde ein altes Haus abgerissen… und es standen die schönen, Holz-Fensterläden am Straßenrand. Ich hatte es supereilig, musste das eine Kind dahin bringen, das Andere dort abholen, dringender Termin noch und so… Was kann man da tun? Klar, anhalten und einpacken. Und Stephanie von Lillepetterhus direkt anrufen, soll sich auch noch etwas schnappen. Gut, der Rest des Tages war von der Fahrerei her a bisserl blöd, in meinem kleinen Peugeot mit Kindern, die sich um einen Fensterladen drumrumwickeln mussten. Zum Glück hat keiner genörgelt…

Stephanie hat sich gleich zwei Läden gesaved… ich Dösbaddel. Und heute war der Tag, an dem wir die guten Stücke mit Yellow chair Kreidefarbe bekannt machen wollten.

Wir haben alled abgesaugt und dann geschliffen. Mit Kreidefarben kann man ja normalerweise direkt auf Lack streichen, aber hier war der Untergrund sehr uneben und der Lack blätterte teilweise in großen Stücken ab. Also erstmal das grobe, dann das feine Schleifpapier. Und dann nochmal staubsaugen… und mit einem feuchten Schwamm alles abwischen. 


Es kam der erste Anstrich drauf, so fand ich die Eisenbeschläge schon mal schick, dann gut gefönt und getrocknet… später bekam das Holz den zweiten Anstrich. Der Untergrund blutete ein bisserl aus, aber das passte auch gut zu dem nicht so perfekten Look der Läden….Dann kam meine schöne Walze zum Einsatz… wir haben vorher noch schön Farben gemischt, das geht so toll mit Yellow Chair!!!


Es hat hier heute sehr geregnet, ein schönes  Foto des Fensterladens war nicht so richtig drin… kommt aber noch! Aber man kann es schon ahnen, oder??!

Das neue Kursprogramm ist da… und ich freue mich riesig darauf!

Als ich jünger war und mir so mein Leben ausgemalt habe, da dachte ich immer, ich wohne irgendwann einmal in einem tollen alten Haus…so irgendetwas mit Fachwerk, Rosenranken…Ihr versteht. Dazu kam es nie, weil wir praktischen und vernünftigen Schwaben mit Anfang 20 ein Reihenhäusle gekauft haben, das wir dann später wieder verkaufen wollten, wenn wir dann richtig bauen…dazu kam es aber nie, weil die Nachbarn hier viel zu nett sind und es in unseren Gärten einfach viel zu lustig ist. Aber irgendein Schicksalsfaden hat es dahin gebracht, dass mein Lädchen in einem hübschen Fachwerkhaus gelandet ist…und wir in diesen wunderschönen Räumen tolle Kursabende genießen können! Also, wenn Du eine kleine Auszeit, nette Leute, Inspiration und neues Know-How suchst, dann freue ich mich sehr!!!!

Freitag, 1. September, 18.00-22.00 Uhr, Wir nähen einen Hoodie Teil 1 Zuschnitt
Samstag, 2. September, 14.00-18.00 Uhr, Wir nähen einen Hoodie Teil 2 Nähen
Donnerstag, 7. September, 18.00 Uhr-20.30 Uhr, Anfängerkurs, Kissen
Freitag, 8. September, 18.00 Uhr-22.00 Uhr, Wir nähen einen Hoodie Teil 1 Zuschnitt
Samstag, 9. September, 14.00 Uhr-18.00 Uhr, Wir nähen einen Hoodie Teil 2 Nähen
Sonntag, 10. September, 10.00 Uhr-16.00 Uhr, Patchworken mit Jelly-rolls
Dienstag, 12. September 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr, Tolle Häkelmuster mit Rita
Donnerstag, 14. September 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr Vintage-Schilder mit Kreidefarbe
Samstag, 16. September 2017, 10.00 Uhr-16.00 Uhr, Taschenkurs mit Nicole
Sonntag, 17. September 2017, 10.00 Uhr-16.00 Uhr Spielbuchseiten mit http://www.teenytinymom.com
Dienstag, 19. September 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr, Kosmetiktäschchen
Samstag, 23. September 2017, 10.00 Uhr-18.00 Uhr Das Nähzimmer feiert Geburtstag!!
Donnerstag, 28.September 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr Ein Rock für Teens und Erwachsene
Samstag, 30.September 2017, 14.00 Uhr-18.00 Uhr Kuschelhose für Erwachsene
Montag, 2. Oktober 2017, 10.00 Uhr-12.30 Uhr Anfängerkurs für Kinder ab 8 Jahren
Dienstag, 3. Oktober 2017, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Ein ganzer Tag zum Patchworken!!!
Mittwoch, 4. Oktober 2017, 10.00 Uhr-12.30 Uhr Kinderkurs Täschchen für Kinder ab 8
Donnerstag, 5. Oktober 2017, 10.00 Uhr-14.00 Uhr Ein Langarmshirt für Teens ab 12 Jahren
Dienstag, 17. Oktober 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr Tolle Körbe aus Textilgarn häkeln
Donnerstag, 19. Oktober 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr Vintage-Schilder mit Kreidefarbe
Samstag, 21. Oktober 2017, 14.00 Uhr-20.00 Uhr Patchworkwochenende Teil 1
Sonntag, 22. Oktober 2017, 11.00 Uhr-18.00 Uhr Patchworkwochenende Teil 2
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr Nähen für Babies und Kinder
Samstag, 28. Oktober 2017, 14.00 Uhr-20.00 Uhr, Taschenkurs mit Nicole
Dienstag, 31. Oktober 2017, Röckchen oder Schlumpelhose für Kinder
Freitag, 3. November 2017, 14.00 – 18.00 Uhr Dein eigenes Charm Pack im Siebdruck mit Michaela von Müllerin-Art, Kosten: 55,- pro Person, incl. Stoffpäckchen und Farbe
Sonntag, 5. November 2017, Weihnachtsgeschenkebastelundbestelltag!!!!
Dienstag, 7. November 2017, 18.00 Uhr-22.00 Uhr, Quiltblöcke mit Sternenmustern
Donnerstag, 9. November 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr, Absolute Beginner, Kissen
Dienstag, 14. November 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr…ein weihnachtlicher Abend-Julehygge
Donnerstag, 16. November 2017, 18.00-20.30 Uhr…ein weihnachtlicher Abend – Julehygge
Samstag, 25. November 2017, 14.00 Uhr-16.30 Uhr, Kinder ab 8, Weihnachtsgeschenke
Dienstag, 28. November 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr, Applikationen
Donnerstag, 30. November 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr, ein weihnachtlicher Abend
Samstag, 2. Dezember 2017, An allen Adventssamstagen bis 16.00 Uhr geöffnet!!!!!!
10.00 Uhr-13.00 Uhr (Näh-)Projektbuch binden mit Anke Faust
Dienstag, 5. Dezember 2017, Wir stricken Zopfmuster
Donnerstag, 7. Dezember 2017, ein weihnachtlicher Abend – Julehygge
Samstag, 9. Dezember 2017, 10.00 Uhr-14.30 Uhr, Weihnachtsgeschenke mit Kreidefarben, Kurs für Kinder ab 6 Jahren
Dienstag, 12. Dezember 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr, Wir gestalten tolle Vintage-Schilder mit Kreidefarben
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 18.00 Uhr-20.30 Uhr ein weihnachtlicher Abend
Auf Euere Anmeldungen freuen wir uns sehr! Bitte einfach eine Mail an d.supp@t-online.de senden. Individuelle Kurse, Geburtstage oder andere Events für Große und Kleine könnt Ihr ab 3- max. 10 Personen gerne buchen, ganz egal ob als Nähkurse, Kreidefarbenkurse oder Strick- und Häkelkurse. Einfach eine kurze Mail senden, und wir machen etwas Schönes daraus! Grundsätzlich kosten die Kurse für 2,5 Stunden 25,-€ pro Person, 4-Stunden-Kurse 40,-€ und die 6-Stunden-Kurse 60,-€, jeweils zzgl. Material
Für Stoff- und Materialkäufe hat das Nähzimmer folgende Öffnungszeiten:
Donnerstag: 15.00 Uhr-18.00 Uhr
Freitag: 10.00 Uhr-13.00 Uhr
15.00 Uhr-18.00 Uhr
Samstag: 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr, an den Adventssamstagen bis 16.00 Uhr,

Lindenplatz 8, 55270 Zornheim bei Mainz, http://www.naehzimmermitherz.wordpress.com

Anti- Aging … und was das mit dem Nähen zu tun hat

Jetzt bin ich gerade wieder ein Jahr älter geworden….das ist immer schon so ein bissel zum Grübeln, oder? Aber ich merke, daß meine Gedanken zu diesem Thema in eine ganz andere Richtung gehen, als bei vielen anderen…und ich erzähle Euch jetzt mal, was ich vom Älterwerden halte.

Zu allerallererst ist mein Gedanke zum Älterwerden: Danke. Danke, lieber Gott für diese Gnade.

Mir wurde mit 24 sehr schmerzlich bewußt, wie kostbar das Leben ist. Meine allerliebste Schulfreundin starb an einem Reitunfall. Das war die Zeit vor Internet und Handy. Ich hatte mich am Tag Ihres Unfalls frisch und total und völlig verliebt. Ich habe an diesem Tag meinen Mann kennengelernt, mit dem ich heute verheiratet bin und dreiKinderHundKatzApfelbäumchen habe. Wir haben uns kennengelernt und haben 5 Tage völlig abgeschottet von der Welt in unserer Glücksseligkeit gelebt, ich war also ein paar Tage nicht in meiner Wohnung. Nach einer Woche ging ich hin um Blumen zu gießen und den Briefkasten zu leeren…da war ein Umschlag mit Trauerrand. Und während ich fassungslos die Karte las, fand 200 km von mir entfernt die Beerdigung meiner Freundin statt.

Anti-Aging-Tipp Nummer eins: Dankbarkeit. Sei dankbar, dass Du lebst. Du lebst.

Ich kann es oft gar nicht fassen, wenn ich erlebe, worüber sich Leute aufregen können. Das ist Pimpelpupskram…first-world-problems.

 

Anti-Aging-Tipp Nr. 2

Freude. Du denkst ab heute nur noch positiv übers Älterwerden. Du erfreust Dich daran. Das ist ein einziger, großer Grund zum Feiern.

Ich bin jetzt 44 und in unserem Bekanntenkreis finden gerade jede Menge 50. Geburtstage statt. Die Leute planen jetzt die Treppen extra so breit, daß später mal ein Treppenlift dranpasst. Oder das Bad altersgerecht. Oder sagen Sätze wie:“ ist halt so, daß einem ab 50 die Knochen wehtun.“ Natürlich braucht man ein Plänchen fürs Alter…ich habe mit 20 eine Rentenversicherung abgeschlossen, die bezahle ich seither treu und brav, damit ich im Alter nicht den Kitt von den Fenstern fressen muß. Aber that´s it. Ich habe an meinem Spiegel das Foto einer 94-jährigen Yoga-Lehrerin, die immer noch unterrichtet. Das ist der Plan. Wenn ich krank und arthritisch werde, dann denke ich darüber nach, wie ich damit umgehe. Und das kann Dir in jedem Alter passieren…leider.  Aber ich plane und erwarte es nicht automatisch. Ich trabe zu meiner Krebsvorsorge zum Gynäkologen und zum Hautarzt, mit 50 vllt auch noch zum Magen-Darm-Gedöns, aber dann ist fertig. Klar, wenn Du eine familiäre Prädisposition hast, machst Du da auch mehr. Aber wir sollten es nicht erwarten und als gegeben annehmen, daß es uns im Alter körperlich schlechtgeht. Ich fühle mich jetzt mit Mitte 40 gesünder und fitter als mit 20.

Anti-Aging-Tipp Nr. 3

Lerne etwas Neues! Fange etwas an! Interessiere Dich für andere Menschen. Gehe auf sie zu.

Mein Sohn ist letztes Jahr konfirmiert worden. Die riesige Kirche war mehr als voll besetzt mit Jugendlichen und deren Familien. In der Predigt nahm der Pfarrer Bezug auf „Snapchat“ und fragte, wer von den Anwesenden, der über 20 Jahre alt ist,  dieses Netzwerk kenne. Drei. Drei Arme waren in der Luft. Einer davon meiner.

Ich selbst bin nicht bei Snapchat, aber ich frage bei meinen Kindern nach. Es interessiert mich wirklich. Ich finde es so spannend, diesen Millennials zuzuschauen, sie bewegen sich auf völlig unerforschtem Gebiet. Teenagerjahre sind sowieso turbulent mit allen Hormonen und sozialen Interaktionen, diesem Kennenlernen, Suchen und Finden des eigenen Weges. Aber das in einer Zeit, wo man ständig zeigen und darstellen muß…spannend. Ich finde das spannend. Deshalb frage ich. Ich habe mit 39 eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin gemacht, einfach, weil ich es so interessant fand. Ich habe mich mit 42 selbständig gemacht, und mir nie die Frage gestellt, ob ich dafür zu alt bin. Ich habe noch ein Vierteljahrhundert meines Arbeitslebens vor mir, wofür soll es denn bitte zu spät sein?

Anti-Aging Tipp Nummer 4

Nimm Dich, wie Du bist. Sei freundlich zu Dir, und wenn Du etwas verändern möchtest in Deinem Leben, dann liegt das Geheimnis immer im Tun. Nicht jammern, machen. Der entscheidende Schönheitstipp liegt nicht am Grunde eines Cremetopfes. Wenn Du Dich magst, dann kann man das spüren. Und sehen.

Du kennst Dich jetzt schon eine Weile. Du hast gute und weniger gute Seiten…das haben wir aber alle. Nimm es hin. Und wenn Dich wirklich etwas stört an Dir, was Du so nicht mehr an Dir akzeptieren magst, dann ändere das. Jetzt. Und wenn Du das alleine nicht schaffst, dann suche Dir Unterstützung.

Anti Aging Tipp Nummer 5

Suche die Gemeinschaft mit Menschen. Unabhängig von Alter, sozialer Schicht, Religion oder was auch immer uns vermeintlich trennt. Sei offen. Und freundlich. Geh auf andere zu. Das wird Dir so viele Türen und Tore öffnen, von denen Du heute noch nichts ahnst. Nutze auch soziale Netzwerke, bleib technisch am Ball. Offenheit, Toleranz und Freundlichkeit sind eine gute Grundhaltung.

Das liebe ich so an unseren Nähkursen. Es begegnen sich Menschen, die sich vorher noch nie gesehen haben. Die Verbindung und die Gemeinschaft entstehen über das gemeinsame Interesse. Es ist so schön, das zu sehen. Ich habe in den knapp 2 Jahren seit Eröffnung, so viele und tolle Menschen kennengelernt….das hätte ich mir nie so vorgestellt. Da sind wir wieder am Anfang dieses Beitrags. Bei der Dankbarkeit.

Tierschutz und a bisserl Philosophie

 

Alles ist mit Allem verbunden. Das ist ein kluger Gedanke ( nicht nur) aus dem Yoga.

Wir haben Katzenhöhlen für Tierheime genäht…Kuschelhöhlen für schutzbedürftige Katzen, die oft ziemlich durcheinander im Tierheim ankommen. Katzen sind  – im Gegensatz zu Hunden – keine Rudeltiere und gerne für sich. Aus Platzgründen geht das im Tierheim meist nicht, und so wird der Stress für die einzelnen Tiere größer…daher ist ein Rückzugsort eine feine Sache. Die Idee stammt von Yvonne Homann vom wunderschönen Blog http://www.Mohntage.com und ich fand das gleich klasse. Yvonne habe ich bei einem Bloggertreffen kennengelernt und mochte sie direkt. Und wie genial ist es denn, wenn man von den virtuellen Kontakten ausgehend echte Freundschaften knüpft?! Yvonne hatte die Idee und gestaltete das Schnittmuster und das Marketing…ich konnte über meinen Lieblingsstoff-Hersteller, die http://www.westfalenstoffe.de das Material organisieren. Räume und Maschinen habe ich auch gerne zur Verfügung gestellt und meine liebe Nachbarin Marina von http://www.weingut-muenzenberger.de lieferte die Getränke und kam auch nähen helfen…Yvonne hat dann noch angeboten zu backen…also, wer will da nicht dabei sein???!

Dabei waren Christina von http://www.zuckerundzimtdesign.com , Lisa von http://www.meinfeenstaub.com, Annika von http://www.wemustbedreamers.com und Stephanie von http://www.petterhus.wordpress.com , noch 2 Mainzerinnen, die sich spontan nach dem Artikel in der Mainzer AZ gemeldet haben und meine allerliebste  Freundin Claudel aus Rüsselsheim.

Das ist an sich ja schon eine richtig schöne Aktion, gell?

Aber irgendwie, in all dem Trubel mit Zeitung und Fernsehen …ja das war auch da, und in den nächsten Tagen friemele ich auch den Link hier hinein, auf meiner facebook Seite des Nähzimmers ist er schon….und Vorbereitung und Nachbereitung und überhaupt…hat sich da ein Gedanke in meinem Kopf festgesetzt, und das läßt mich nicht mehr los.

So um meinen Geburtstag herum bin ich immer ziemlich mit Sinnfragen beschäftigt…und es ist ein guter Moment, sich mal 2 Stunden auf den Hintern zu setzen und darüber zu reflektieren, was ich eigentlich gerade mit meinem Leben und der mir geschenkten Zeit anfange.

Ich habe ein Unternehmen gegründet. Aus kleinen Anfängen wurde ein hübsches Ladengeschäft in einem kleinen rheinhessischen Dorf. Aber eines ist ganz klar… dahinter steckt eine Menge Arbeit.

Am Samstag, als wir gemeinsam genäht haben, habe ich mich einen Moment an die Seite gestellt und mir die Szenerie angeschaut. Und das war es…genau das. Ich hätte vermutlich niemanden von diesen Menschen kennengelernt, wenn ich nicht den Laden eröffnet hätte. Und diese Menschen hätten so und in dieser Form nicht diesen Nachmittag gehabt.

Läden begründen eine Form von Gemeinschaft. In meinem Fall finde ich das ganz besonders, da der Focus auf den Kursen liegt. Es bringt Leben in den Ort, das Auge hat etwas, um sich daran zu erfreuen. Und so viele verlassen meinen Laden ganz glückselig mit einer Idee und einem Stückchen Stoff und einem Plan. Hier haben sich schon Menschen kennengelernt, die 200m auseinander wohnen…ein gemeinsames Interesse verbindet, auch wenn wir sonst vielleicht ganz unterschiedlich leben.

Die Stoffspende für dieses Event und die ganze Katzenhöhlen-Ation kam- wie oben schon erwähnt –  von der Firma Westfalenstoffe aus Münster. Yvonne Homann von www.Mohntage.de , die die Grundidee hatte, hat mehrere Internet-Firmen, grosse Webseiten angeschrieben…alle hatten anscheinend keine paar Meter Stoff auf Halde. Tja. da sind sie, die ganzen, großen, Billigbillig-Anbieter.

Die Westfalenstoffe AG ist ein Familienunternehmen, das seit über 80 Jahren besteht. Und gute Arbeitsplätze schafft. Und es war mir eine Riesenfreude, daß Frau Mackenbrock, die Vorstandsvorsitzende sofort unsere Aktion unterstützt hat. Die einzige Frage war: „Wieviel braucht Ihr?“ Und Frau Kunz, die betreuende Mitarbeiterin der Westfalenstoffe AG hat sogar einen Teil des Materials noch persönlich bei mir vorbeigefahren….150 km entfernt. Das ist mal Service. Es geht auch um Ethik in der Wirtschaft, selbst wenn man nur schnell a Stückerl Stoff im Internet bestellt.

Nächste Woche habe ich Geburtstag…ich werde 44 Jahre alt. Das ist irgendwie nicht mehr jung und auch noch nicht alt. Ich betrachte das Älterwerden als Privileg, so viele meiner Freunde mußten schon gehen…ich bin lieber alt als tot. Mir geht das Gejammer um Rückenschmerzen, Falten, ein paar Kilos zuviel…tierisch auf die Nerven.

Worum es wirklich geht? Um Gemeinschaft. Zusammen etwas zu bewegen. Immer Neues dazu lernen zu wollen. Mutig sein. Etwas ausprobieren, wenn Du noch nicht genau weißt, wie es weitergeht. Sich gegenseitig unterstützen. Ermutigen. Toleranz. Mit fremden Menschen an einem Tisch sitzen und jeden so nehmen, wie er ist. Danke an alle.