Wunderschöne Ordnung für Dein Nähzimmer… und hier gibt es die schönsten Label dazu!!

So sieht mein Nähzimmer jetzt aus, und das Allerallerbeste daran sind die wunderschönen Label.

Die Label habe ich für Euch herstellen lassen, bzw. ich zeige Euch gleich noch eine zweite Version, die Ihr vorbestellen könnt und die dann in ca. 10 Tagen lieferbar ist.

Kennt Ihr den schönen Satz:

„I am going to make everything around me beautiful.. That will be my life.“

Das hat Elsie de Wolf gesagt, eine berühmte Innen-Architektin.

Das ist doch ein wunderschöner Gedanke. Und genau das möchten wir mit unseren Näh-Arbeiten im Grunde ja auch tun… schöne Sachen zum Anziehen, hübsche Kissen, Decken und überhaupt Dinge für unser Zuhause, schöne Geschenke und Taschen… halt alles in beautiful….

Nähen lebt zum Teil davon, daß man eine gewisse Auswahl hat, und entscheiden kann, wie man Stoffe und Accessoires kombiniert. Und es ist gar nicht so einfach, in den ganzen hübschen Kleinigkeiten den Überblick zu behalten.

Bist Du eher ordentlich oder unordentlich? Anders gefragt, fällt es Dir eher schwer, oder eher leicht, Ordnung zu halten? 

Für mich ist es immer dann leicht, wenn die Dinge einen klar zugewiesenen Platz haben. Mein Alltag ist ziemlich komplex, und ich habe wenig Zeit für lange Suchaktionen nach einem simplen Gegenstand. Und wir alle kennen das doch… wir suchen den Schlüssel nur dann, wenn er nicht an seinem Platz liegt. Ein klar definierter Platz macht die Sache einfacher, oder?

Da ich so gerne meine Begeisterung am Nähen und Selbermachen weitergebe, war das Nähzimmer bis zum März 2020 ein Workshop-Atelier mit Stoffgeschäft… und plötzlich war es wochenlang ein reiner Online-Shop mit geschlossener Ladentür. 

Dann durften wir wieder öffnen, aber ich merkte, daß sich der Gedanke, wieder Workshops zu halten während dieser Pandemie, sich für mich gar nicht gut anfühlte. Ich gehe immer von dem Standpunkt aus, so wenig wie möglich Risiko einzugehen… das ist eigentlich nicht mein Naturell, ich traue mich schon auch etwas, aber nicht, wenn es um die Gesundheit meiner KollegInnen und KundInnen geht. Da werde ich sehr, sehr vorsichtig. Also haben wir aus dem Kurs-Raum erstmal einen zweiten Verkaufsraum gemacht. In diesem Raum ist eine Näh-Ecke integriert, weil die ja das Herzstück des Nähzimmers ist, und außerdem nähe ich gerne mit Euch drumherum… und Ihr guckt mir auch gerne zu, das paßt also ganz gut.

Beim Nähen kommen mir oft die besten Ideen und zwischendrin DARF ich immer so lustige Dinge wie Steuern oder Rechnungen oder so fancy Kram erledigen, da bleibt in der Näh-Ecke oft etwas liegen. Der ganze Bereich sah gar nicht mehr gut aus…. So sollte das ja nicht sein. Bei mir kommt dann auch schnell der Punkt, daß ich mich nicht mehr wohl fühle… dann wird’s doof. Da kann ich nicht mehr entspannt an der Nähmaschine sitzen, dauernd suche ich irgendetwas, fühle mich unsortiert und bin irgendwie auch nicht richtig konzentriert. Und diese nervige Sucherei kostet Zeit und macht keinen Spaß.

Tja, und dann sieht man überall auf social media, Zeitschriften und  Blogs wunderschön aufgeräumte Näh-Paläste… ich sage bewußt Paläste, aber mal ehrlich, wer hat denn drölfzig Millionen Quadratmeter Platz für die ganzen Sachen? 

Und gerade in manchen Hochglanz-Magazinen werden (Näh-) Zimmer gezeigt, die wunderschön aussehen, wo ich mich aber immer frage, wo die Leute Ihr Zeugs haben… das nervt mich auch so an vielen Wohnzeitschriften. Ich schaue mir die wahnsinnig gerne an, aber die meisten der gezeigten Einrichtungen sind nicht für eine fünfköpfige Familie im Reihenhaus gemacht, wie wir das eben sind. Und so eine traumhafte Diele, in der dann eine Jacke malerisch und genau farblich passend an einem Kleiderhaken hängt… so sieht das halt „in echt“ nicht aus. Bei uns zuhause nicht und in meinem Näh-Bereich auch nicht. 

Ich brauche nicht Platz für eine Jacke, sondern für VIELE Jacken. Und bei meinen Näh-Utensilien brauche ich nicht Platz für ein Dings sondern für VIELE! Und nun?

Viele meiner KundInnen haben sich eine Ecke in einem Zimmer eingerichtet oder holen die Näh-Maschine aus dem Schrank und räumen sie nach der Näh-Session wieder weg… da helfen die Einrichtungs-Tipps aus einem Riesen-Nähzimmer nur bedingt. Und dann ist Minimalismus beim Nähen echt ein schwieriges Ding… man braucht einen gewissen Garn-Vorrat und auch eine Auswahl an Stoffen, Knöpfe, Ösen, Ablagemöglichkeiten für Schnittmuster… so ganz ohne Organisation wird es schwierig.

Ich finde meine Näh-Ecke zuhause und im Ladeli schon ganz schön groß… das sind ein paar Quadratmeter. Aber ich habe es einfach nicht geschafft, da WIRKLICH Ordnung reinzubringen.

Und dann muß man die ja nicht nur einmalig machen, die Ordnung, sondern ein ECHTES gutes System ist es ja nur, wenn man es auch gut beibehalten kann. Daß das alles so zauberschön BLEIBT.

Meine Zeit ist mir sehr kostbar. Ich habe so viele Dinge im Kopf, die ich gerne machen möchte, da habe ich einfach keine Lust, eine halbe Stunde lang irgendein Dings zu suchen. Und ich brauch` ein aufgeräumtes Drumherum, damit ich wirklich entspannt und konzentriert arbeiten kann. 

So ging’s mir mit meiner Ladeli-Näh-Ecke. Nicht gut.

Der feste Entschluß ist ja schon mal die halbe Miete, und am folgenden Samstagnachmittag fing ich an, die Ecke in Ordnung zu bringen…es konnte nicht mehr warten. Und ich erzähle Dir, wie.

Äh, bevor Du jetzt losstürmst, ein kurzer Gedanke: Das ist vermutlich nicht in fünf Minuten gemacht, und so eine Aktion sollte man auch nicht starten, wenn man eigentlich keine Zeit hat. Ich sag’s nur, weil ich mich da manchmal völlig verzettele….Also…

!!!!!!!  Müllbeutel, Staubsauger und Wischlappen bereitlegen

  • Ich habe mir einen Stapel alte Schuh- und Versandkartons, Gläser, sonstige Verpackungen, bspw. alte Zigarrenschachteln und einen Packen Post-it`s zurechtgelegt. 
  • Dann ALLE Regale und Tische freigeräumt, saubergemacht und fein gewischt. 
  • Aus dem ganzen Riesenberg an Sachen habe ich einzelne Gruppen gebildet. Stoffreste, Garn, Scheren, Schnittmuster…
  • Die Schnittmuster bewahre ich seit Längerem in Hängeregistraturen in schwarzen Leitz-Kästen auf… die habe ich dann mit dem Brother-Label-Gerät beschriftet. Beides habe ich Euch in  meinem nagelneuen Amazon-Store ins Schaufenster gelegt, den Store verlinke ich weiter unten.
  • und für die ganzen Kategorien habe ich jeweils passende Kartons oder Aufbewahrungslösungen gesucht und mit Post-It´s beschriftet. Ich bin aber ein großer Freund von Aufbewahrungslösungen, die recycelt sind, wie bspw. alte Marmeladen-Gläser, Holzkisten……

Das Ganze war zumindest schon mal aufgeräumt aber noch nicht superschön. Ich hatte dann den Plan, am Montag zum blaugelben Möbel-Riesen zu fahren und passende Boxen zu besorgen, damit das Alles hübsch einheitlich aussieht. Diese Boxen wollte ich dann mit meinem Etikettiergerät beschriften.

Abends saß ich auf dem Sofa unter meiner Musselindecke und stieß auf die neue Netflix-Serie von  „The Home Edit“ Die Bücher habe ich Euch im Shop verlinkt… die Serie, Instagram und die Bücher von Clea und Joanna sind ein Knaller. Die Ladies sortieren alles, was nicht niet- und nagelfest ist, packen das in hübsche Boxen und beschriften die… Der Gedanke ist jetzt nicht völlig neu, aber die zwei machen das mit viel Humor, sehr wertschätzend und wirklich, wirklich hübsch. Ich bin ein Fan. Klar, wenn die zwei Fotos von Promi-Kleiderschränken zeigen, ist das nur bedingt auf mein Leben anwendbar… aber es sind schöne Bilder und die ein oder andere Aufbewahrungs-Idee kann man übernehmen.

So richtig hübsch beschriftete Boxen wollte ich auf jeden Fall auch! Soooooofort!

Ich fing an, auf einem herumliegenden Briefumschlag zu notieren, was ich denn in meinem Nähzimmer für Labels brauchen würde. Den Rest der Nacht und die nächsten Tage verbrachte ich mit Internet-Recherche, Ideen-Suche, Gestaltungs-Ideen undundund…

Was soll ich sagen… Hier sind sie. Die wunderschönen Label für Dein und mein Nähzimmer.

Es gibt zwei Versionen:

Einmal ganz klassisch als Klebe-Label… die Label haften auf Kunststoff, Glas und Pappe. 

Und eine SchriftPurVersion, bei der die Label auf einer Trägerfolie aufgebracht sind, so daß man sie auf Kunststoff oder Glas aufbringen kann und nur den Schriftzug sieht. Diese Herstellung ist etwas aufwendiger und teurer.

Ihr habt also die Wahl…. Bitte UNBEDINGT BEACHTEN… Die Label der SchriftPur-Edition werden in SCHWARZ geliefert, das hier war eine Probeversion!

Die Label bestellen kannst Du HIER…

Achtung es folgt… Werbung! Lesetipp und hübsche Kleinigkeiten zum Thema in meinem Amazon-Store… hier entlang...

Die Nähzimmer-Collection. Cardigan Numero 1. Die Anleitung und Designbeispiele.

Dieses Schnittmuster ist perfekt geeignet, wenn Du bereits einmal ein T-Shirt bspw. genäht hast und Dich einen Schritt weiter trauen möchtest. Wenn Du so etwas noch nie gemacht hast, und unbedingt diesen Cadigan nähen möchtest, dann nur zu… aber näh` am Besten erst ein Probestück. 

Bitte lies` Dir zuallererst die Anleitung einmal komplett durch. Ich habe eine – wie ich finde – sehr elegante Lösung für Belege und Säume gesucht und gefunden. Wenn Du Dir unsicher bist, näh´ am Besten zuerst ein sogenanntes Nessel-Modell, das heißt Du nähst aus einem sehr günstigen Stoff ein Probestück. bspw. aus ausgemusterter Bettwäsche. 

Wenn Du Dir an einer Stelle unsicher bist, ist es oft eine gute Methode, die Stelle erst einmal mit einem sehr großen Geradstich zu nähen, ohne zu verriegeln. Dann kannst Du, wenn Du merkst, daß Du einen klitzekleinen Denkfehler hattest (Kann Dir nicht passieren, weiß ich, aber manchmal nähen wir, wenn der Tag schon lang war oder wir mußten zwischendrin 5 mal unterbrechen oderoderoder…), dann kannst Du das ganz easy auftrennen. Wenn Du merkst, daß Alles einen Sinn ergibt, dann kannst Du diese sog. Heft-Naht ganz flott später wieder auftrennen und vorher mit der Overlock oder dem Stretch-Stich Deiner Nähmaschine die Naht nacharbeiten. Wenn Du vorher geheftet hast, dann verrutscht nichts mehr und Deine Arbeit wird schön ordentlich.

Zuschnitt:

Die Papier-Teile aus dem Schnittmusterbogen in Deiner Größe ausschneiden.

Die Nahtzugabe ist bei diesem Schnittmuster bereits enthalten und beträgt 0,8 mm. 

Stoffbruch bedeutet, daß Du an dieser Stelle Deinen Stoff doppelt legen mußt… der Stoffbruch markiert dabei die Falzlinie Deines Stoffes. Fadenlauf heißt, diese Linie muß parallel zur Webkante Deines Stoffes liegen, das ist die Außenkante.

Bitte die Teile zuerst zur Probe auslegen und die günstigste Variante suchen, so daß nach dem Zuschnitt möglichst große Stücke übrig bleiben., dabei den Fadenlauf beachten!

Auf den einzelnen Schnittteilen stehen wichtige Hinweise zum Zuschnitt. Bitte alle Markierungen bspw mit Kreide oder einem wasserlöslichen Stift auf die linke (die nicht so schöne…)  Stoffseite übertragen.

Ganz wichtig… auch die kleinen Sternchen am Saum-Ende der Vorderteile und den Very -important-Punkt und die Treffpunkte auf der Rückseite der Vorderteilbelege übertragen.

Nähen:

Ganz wichtig: Bitte zuerst die markierten Kanten versäubern.. mit der Overlock oder einem Zickzackstich…

1.) Vorderteil und Rückenteil an den Schultern rechts-auf-rechts, oder, wie wir hier im Nähzimmer sagen, schön-auf-schön feststecken und die beiden Schulternähte schließen. Ich stecke die Stecknadeln immer quer zum Näh-Projekt, da habe ich das Gefühl, daß ich mehrKontrolle habe und das ganze Projekt besser zusammenhält. Außerdem kann ich so näher an die Stecknadel mit dem Nähfuss heranfahren… probier`es gerne mal aus, vielleicht ist das auch eine Methode für Dich! Ich habe sie von einer australischen Workshop-Leiterin gelernt und ich fand es definitiv lebensverändernd…!

2.) Die Ärmel an den eingezeichneten Markierungspunkten an Schulter und Vorderteil zuerst feststecken und rechtsaufrechts/schönaufschön annähen.

3. Die Seitennähte rar/sas legen und schließen. Ich empfehle in meinen Kursen immer, Stecknadeln zu verwenden. Wenn ich so eine lange Naht schließe, starte ich mit der ersten Stecknadel am Achselpunkt und stecke von da aus Richtung Saumkanten.

So. Jetzt sieht das doch schon sehr nach Cadigan aus, gell? Ich klopfe Dir von hier aus auf die Schultern und jetzt wäre eine gute Gelegenheit, sich nochmal einen Kaffee oder Tee aufzusetzen, ein Glas Wasser zu trinken und ein kleines Päuschen zu machen. Ich weiß ja nicht, wie es Dir geht, aber ich vergesse das beim Nähen oft, werde dann am Ende unkonzentriert und habe mir schon das ein oder andere Mal auf den letzten Metern das Projekt verwurstet. Also lieber jetzt kurz Innehalten und dann mit neuer Energie weitermachen.

4. Den Vorderteilbeleg an den Rückenteilbeleg rar jeweils annähen, an den kurzen Stellen, wo wir Schulter markiert haben… alle 3 Teile aneinander rar/sas  nähen mit dem RückenTeil-Beleg in der Mitte. 

5. Dann den Vorderteil-Beleg mit der kurzen Seite jeweils unten an der unteren Saumkante rar anlegen, Sternchen auf Sternchen.  Am VeryImportantPunkt starten, eine gerade Naht mit der normalen Haushalts-Nähmaschine zu nähen, ungefähr entlang der eingezeichneten Nahtlinie. Zu Beginn und Ende dieser Naht unbedingt gut verriegeln. 

6.) Jetzt den VorderTeil-Beleg rar so an die Vorderteile feststecken, daß die Treffpunkte auseinanderliegen. Die erste Stecknadel am Treffpunkt setzen! Auch den Rückenteil-Beleg ans Rückenteil stecken, darauf achten, daß die Schulternähte sich treffen. Wenn Du eine Hoodiekordel einnähen möchtest, dann mußt Du sie jetzt am Treffpunkt mit feststecken.

Du wirst feststellen, daß der VorderTeil-Beleg um ein gutes Stück kürzer ist als das Vorderteil. Der untere Saum Deines Cadigan wird sich ein gutes Stück nach oben ziehen. Das ist genauso geplant und richtig.

Jetzt nähst Du die ganze lange Kante von unteren Ende des VorderTeil-Beleges bis zum anderen unteren Ende des VorderTeil-Beleges einmal ringsherum.

7.) VT-und RT-Belege würde ich jetzt so nach innen umklappen, dass Belege und VT/bzw.RT links auf links liegen. An den Vorder-Kanten jetzt schön bügeln und gleichmässig feststecken, auch am Saum unten. Du kannst die Belege mit der Nähmaschine annähen, dabei klappe ich die gezickelzackelte oder geoverlockte Kante ca. 1 cm um und lebte sie zwischen Beleg und Außenjacke. Gut ist es, wenn Du den Nähfußdruck Deiner Maschine verringern kannst, sonst dehnt sich das manchmal und sieht nicht so schön aus. Wenn Dir das passiert ist, kann bügeln mit Dampf manchmal Wunder wirken. 

Wenn Du diese Funktion nicht hast, und die meisten Nähmaschinen haben sie nicht, dann würde ich die Belege innen mit der Hand festnähen. Das klingt schlimmer als es ist…. Innerhalb eines anderthalbstündigen Movies mit Werbepausen kann das gelingen.

Ich nähe solche Säume grundsätzlich von Hand, ich finde das einfach hübscher und feiner. 

Selbständigkeit im Handmade-Bereich und aus dem Hobby einen Beruf machen… Aber wie? Und wo fange ich an?

Ein eigenes Unternehmen zu gründen und eigene Ideen in die Realität umzusetzen ist einfach genial. Aber es geht nicht mal eben so. Dazu gehört ein fundiertes Wissen und eine klare Strategie. Ich habe seit Beginn meiner Selbständigkeit so oft Anfragen bekommen, mit der ganz einfachen Frage: Wie hast Du das gemacht? Und wie fängt man an?

IMG_9906

Ich bin seit 2009 im Handmade-Business tätig und habe vom Küchentisch mit der Discounter-Nähmaschine und drei wuselnden Kindern begonnen. Ich bin jetzt 47 Jahre alt, habe BWL studiert und in dieser Branche eine Menge Erfahrung gesammelt. 2015 habe ich mich getraut und Räume angemietet, jetzt habe ich ein Ladengeschäft in einem wunderschönen Fachwerkhaus, 3 tolle MitarbeiterInnen und einen Online-Shop. Das geht nicht über Nacht und das geht nicht ohne Arbeit. Aber ich bin keine finanziellen Wagnisse eingegangen und konnte immer gut schlafen.

Nachdem sich die Anfragen häuften, habe ich beschlossen, mein Wissen weiterzugeben und biete individuelle Coachings zum Thema Selbständigkeit im Handmade-Bereich an. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo denn die meisten Fragen sind, habe ich aktuell eine kleine Fragerunde auf Instagram gestartet und mein Postfach ist explodiert. Daher wollte ich die allerwichtigsten Schritte einmal zusammenschreiben. Nach dem Riesenecho gestern plane ich, ein E-Book zu schreiben, damit man die wichtigsten Informationen rund um dieses Thema an einem Punkt gesammelt finden kann. Das muß ich nur noch schreiben… mal schauen, wann das klappt. Aber, das absolute Basis-Starter-Paket wollte ich Euch hier kostenlos zur Verfügung stellen. Das ist einfach wichtig. 

NZmH(190318)(lilla-f.de)(66)

Vielleicht ist das hier alles nix Neues für Dich. Wenn das aber weiterhilft, wäre es lieb, wenn Du bspw. auf Instagram oder Facebook einen kleinen Kommentar hinterläßt, das hilft mir immer sehr. Oder Du erwähnst diesen Beitrag und markierst @naehzimmermitherz, damit mehr Interessierte diesen Artikel finden können. 

Wenn Dich das Thema im Detail interessiert und Du an einem Business-Coaching interessiert bist, kannst Du gerne eine Terminanfrage per Mail an d.supp@t-online.de senden. Ich unterstütze Dich gerne.

NZmH(190318)(lilla-f.de)(28)

Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung oder Steuerberatung und die ganzen Angaben sind OHNE GEWÄHR…aber ich erzähle Euch gerne meine Erfahrungen.

Zuallererst einmal ist die Frage, wo das Hobby endet und das Gewerbe beginnt…

Ich möchte das an einem Beispiel erklären. 

Du nähst Deinem Kind eine Pumphose und Dein Kind trägt sie eine Weile und dann verkaufst Du das gute Stück auf Ebay oder einem Märktchen oder Deiner NachbarIn. Hier handelst Du als Privatperson und Dein Gewinn ist auch nicht steuerlich relevant.

Andere Situation: Du bist im Stoffgeschäft Deines Vertrauens und denkst darüber nach, Dich mit Deinen Näh-Kenntnissen selbständig zu machen. Du kaufst Stoffe ein und nähst zuhause einige Pumphosen. Diese bietest Du zum Verkauf an…. Auf etsy, Deiner NachbarIn, dem Kindergarten-Flohmarkt oder Mamikreisel…egal wo.

Im zweiten Fall handelst Du als UnternehmerIn. Das BGB definiert das Unternehmertum, wenn Du Waren planmäßig gegen Geld anbietest.

Es geht also im BGB um die Absicht. Wenn Du Dich an Deine Näh-Maschine setzt und den Plan hast, das genähte Produkt später zu verkaufen. 

Da ist es auch wurscht, ob Du Gewinn oder Verlust machst… es gibt auch keine Mindestgrenzen, wieviel Du einnehmen darfst, bevor Du einen Gewerbeschein brauchst. Es geht nicht um Werte und Beträge…. Es geht um Deine ABSICHT. 

Gestern hörte ich oft von einem Konstrukt, dass der Kunde nur das Material bezahlt, das wäre dann nicht gewerblich und man würde nicht haften. Das würde ein Richter sehr sicher nicht so sehen. Wenn Du Geld für eine Leistung nimmst, handelst Du gewerblich. Und wenn irgendetwas mit diesem Produkt schiefgeht und sich bspw. ein Kind an Deiner gebastelten Schnullerkette verletzt, dann interessiert es Niemanden mehr, ob Du Dir nur das Material oder auch die Arbeitszeit hast bezahlen lassen. Die Rechtsprechung tendiert eher zur Einordnung als unternehmerisches Handeln. Also, Vorsicht!!!

Ab dem Moment in dem Du planmässig etwas herstellst, benötigst Du einen Gewerbeschein.

In Mainz bekommt man den auf der Gemeinde, Stadtverwaltung oder der IHK. Hier kostet er 10,23 € einmalig, in anderen Gemeinden gelten andere Sätze… einfach nachfragen. Diese Stellen sind für Deine Fragen auch zuständig und können Dir oft super weiterhelfen. Bei uns habe ich einen Vortrag der IHK zum Thema „ Start in die Selbständigkeit“ besucht, der war richtig gut und kostete 10,- € Teilnahmegebühr. Schaut doch einfach mal nach dem Angebot in der Umgebung. Du solltest auch klären, ob für Deine Business-Idee die IHK oder die Handwerkskammer der richtige Ansprechpartner ist. Ich verkaufe Stoff und gebe Nähkurse, der Verkauf von Genähtem spielt bei mir keine Rolle. Daher bin ich bei der IHK. Wenn Du aber hauptsächlich Gerätes verkaufst, könnte die HWK zuständig sein. Einfach anrufen und nachfragen.

Was ändert sich denn, wenn Du plötzlich keine Privatperson mehr bist, sondern UnternehmerIn?

  • Du bist verpflichtet, das Gewerbe anzumelden und Dich steuerlich anzumelden, denn Dein Verkaufsgewinn ist steuerpflichtig!! Was ist Gewinn? Das erkläre ich gleich…, 
  • Dein Käufer hat ein gesetzliches Widerrufsrecht, das hat er beim Privatkauf nicht…
  • Du bist verpflichtet, Deine Produkte so zu kennzeichnen, daß Du als Anbieter/Hersteller wiedergefunden werden kannst
  • Ganz wichtig: Du kannst als Unternehmer eine Gewährleistung für Mängel nicht ausschließen, das heisst, wenn Jemand sich an Deinen Produkten verletzt, bist Du in der Haftung.. Beispiel: Das Knopf-Auge eines Kuscheltiers löst sich ab und ein Kind verschluckt das.

So. Das ist die Rechtslage. Und ich finde es gut, daß nicht Jede/r einfach jedes Produkt verkaufen darf. Es darf auch nicht Jede/r ein Restaurant eröffnen. Dazu benötigt es Wissen in Hygiene, Lebensmittel-Vorratshaltung etc… ich möchte ganz unbedingt, daß Jemand, der ein Restaurant leitet, bspw. weiß, daß man Hühnchen nach dem Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr anbietet und es grundsätzlich nicht rosa gebraten serviert… versteht Ihr, was ich meine?

Genauso hat der Hersteller eines genähten Objekts eine Verantwortung. Das Kuscheltier-Auge, das sich ablöst und verschluckt werden kann, das Halstuch, an dem man sich beim Spielen verletzen kann… Das darf nicht einfach so verkauft werden. Genau dafür sind CE-Kennzeichnungen da. Wenn Du solche Produkte verkaufst, und ich sage dazu nur, daß ich das NICHT mache, weil mir das viel zu Recherche-intensiv ist, dann hast Du die Pflicht, Dich umfassend und rechtssicher zu informieren.

 

Das Thema war aktuell auch beim Behelfs-Masken-Nähen da… Da kann man sich auch in so einer Situation nicht einfach hinsetzen und Masken verkaufen. (Verschenken darf man sie schon….)  Auch hier muß für den/die KäuferIn klar ersichtlich sein, daß es sich bspw. um KEIN Medizinprodukt handelt. Da gab es viel Geschreibsel und Aufregerei über  „pingeliges-Kennzeichen-Gedöns…“ auf facebook und Co, aber mal ehrlich, es kann doch nicht einfach Jede/r alles verkaufen…  das wird doch dann komplett unübersichtlich für den Käufer! Wir haben für den ersten Moment ganz fix einen Zettel entworfen, wo kurz die Möglichkeiten und Grenzen des Schutzes durch diese Masken liegen und haben den mitverteilt. Da sehe ich meine Pflicht als UnternehmerIn.

Und UnternehmerIn ist Jede/r, der/die sich an die Maschine setzt und zum Zwecke des Verkaufs etwas herstellt. Sehr schnell kamen dann wirklich gute Ideen, wie man die Behelfsmasken nennen kann, so daß ganz klar ist, daß es eben kein Medizin-Produkt ist… von Schnuten-Pulli über Mauldäschle war da ganz viel Kreativität plötzlich da und rechtlich war das dann auch einwandfrei… 

Und genau das ist unsere Aufgabe als UnternehmerInnen. Sichere Produkte für unsere Kunden kreativ verpackt anzubieten. Als UnternehmerIn kannst Du Dich nicht hinsetzen und jammern, Du überlegst am Besten, was zu tun ist. Und wie man das gut lösen kann. Du grübelst, improvisierst und machst immer das Beste draus. Das hat gerade Corona uns eindrucksvoll gezeigt. Ich weiß, manche Branchen hatten keine Chance, und das tut mir von Herzen leid. Aber grundsätzlich ist ein/e UnternehmerIn eine Person, die etwas UNTERNIMMT. Und das auf dem Boden der rechtlichen Grundlagen.

Kurzer Einschub zum Thema Steuern:

Sobald Du gewerblich handelst und etwas zum Verkauf anbietest, ist Dein Gewinn steuerpflichtig.

Das macht Vielen Angst, weil es so unübersichtlich erscheint. Dagegen gibt es ein ganz einfaches Mittel:

  • ordentlich Belege sammeln
  • Einnahmen und Ausgaben direkt in einer Tabelle notieren, damit Du jederzeit den Stand der Dinge kennst. 

Die betriebswirtschaftliche Definition von Gewinn ist die Differenz aus Deinen Einnahmen und Deinen Ausgaben.

Nehmen wir ein Beispiel von einer Nähbegeisterten, die sich ganz nagelneu selbständig macht, wir gehen von einer KleinUnternehmerIn aus, das heißt hier werden keine Umsatz- oder Mehrwertsteuer in die Rechnung einfließen.

( Die Rechnungsstellung für KleinunternehmerInnen kannst Du googeln. Da muß auf Deine Rechnung einfach der Satz, daß MwSt und USt auf Deiner Rechnung nicht ausgewiesen werden, da Du als KleinUnternehmerIn nach § 19 UStG als KleinUnternehmerIn handelst. )

Also nochmal zum Thema Gewinn:

Du hast im Stoffgeschäft für 250,-€ Stoff gekauft, diesen vernäht und Dich auf einem Markt angemeldet. Die Standgebühr kostet 25,-€. Du benötigst einen Klapptisch für 40,-€ für den Markt und kaufst einen Pavillion für 60,-€ beim Discounter. Dazu läßt Du Flyer drucken, um auch Vorbeilaufenden etwas mitgeben zu können, das kostet 50,-€. Da Du gerade erst startest, hast Du kleine Labelchen weben lassen für 35,- € um Deinen Produkten ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben.

Du stehst 3 Tage auf diesem Märktchen und hast Einnahmen von 600,— €

Dann heftest Du Deine Belege chronologisch nach Datum ab und notierst:

Einnahmen: 600, €

Ausgaben: 460 € aufgelistet wie folgt:

250,- €  Stoffgeschäft, Material, Garn (Beleg) 

25,- € Standgebühr (Beleg)

40,-€ Klapptisch (Beleg)

60,- € Pavillon (Kassenzettel)

50,- € Flyer (Rechnung)

35,. € Label (Rechnung)

Das ergibt Ausgaben in Höhe von 460,-€ und Einnahmen im Wert von 600,—… die Differenz daraus beträgt dann 140,—. Das ist Dein GEWINN.

Diese Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führt Du das komplette Kalender-Jahr. Am Ende des Jahres machst Du genau diese Rechnung und ziehst von Deinen Einnahmen die Ausgaben ab. Das ergibt Deinen Gewinn oder Verlust.

Bei Deiner Jahres-Steuer-Erklärung gibt es verschiedene Kategorien von Einkünften. Angestellte kennen die Kategorie „Einkünfte aus nicht-selbständiger Arbeit“, das ist der Begriff für Deinen Lohn oder Dein Gehalt. Es gibt aber bspw. auch die Kategorien Einkünfte aus Vermögen, das sind Zinsen, oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Und eben genau so gibt es die Kategorie in Deiner Steuererklärung „Einkünfte aus selbständiger Arbeit.“ Und genau da muß dann Dein Gewinn stehen, den Du mit Deiner Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung ermittelt hast. Die Einnahmen-Überschuß-Rechnung  fügst Du Deiner Steuer-Erklärung bei. Wenn das Finanzamt weitere Fragen hat, dann wird es fragen. Ich habe festgestellt, da arbeiten kompetente Menschen, und das persönliche Gespräch ist oft sehr hilfreich. Und auch bei Fragen wurde mir dort schon toll weitergeholfen. 

So. Und dann werden Deine ganzen Einkünfte aus allen Kategorien addiert und dieser Betrag, unterliegt dann Deinem persönlichen Steuersatz.

Jetzt könnte man meinen, unsere UnternehmerIn aus dem Beispiel hätte nicht viel verdient an dem Wochenende… das würde ich so nicht sehen. Sie hat auf jeden Fall Erfahrung gesammelt, sich präsentiert und vielleicht ist sie zukünftigen KundInnen aufgefallen, die ihre Sachen hübsch fanden, aber gerade keinen Anlaß zu kaufen hatten. Die haben aber einen Flyer mitgenommen und folgen unserer Unternehmerin jetzt auf Instagram und entdecken Wochen später ein Produkt, das das ideale Geschenk für eine Freundin ist. Sie sind dann so begeistert, daß Sie Ihren FreundInnen davon erzählen…

Unsere UnternehmerIn hat sich mit Ihrer Arbeit die Grundausstattung für kommende Projekte verdient… beim nächsten Markt sieht die Rechnung schon wieder anders aus.

Thema Sozialversicherung: das ist ein sehr komplexes Thema, und ich gebe Dir den guten Rat, einfach bei Deiner Versicherung anzurufen und das Gespräch zu suchen. Für genau Deine Situation und genau Deinen Fall. Die helfen dort super weiter, das ist zumindest meine Erfahrung.

Und ja, es kann sein, daß, wenn Du Geld verdienst mit Deinem Gewerbe, daß Du dann Steuern  und Sozialversicherung bezahlen mußt. Das ist so. Davon wird unser Staat finanziert, das ist das System. Und ich bin sehr froh dafür und beteilige mich gerne. 

Deshalb finde ich es auch einfach nicht richtig, wenn auf Märkten, Mamikreisel, Instagram und Co ohne Gewerbeschein und steuerliche Anmeldung verkauft wird.  Oft ist es Unwissenheit, das mag sein. Aber wenn Du unternehmerisch handelst, hast Du auch die Pflicht, Dich zu informieren. Und das bedeutet googlen, telefonieren, nachfragen, recherchieren…. Diesen Prozeß kannst Du mit einem Coaching-Termin bei mir bspw. abkürzen. Aber Du wirst immer wieder vor neue Fragen gestellt werden, das ist eine permanente Entwicklung.

Vielleicht war das hier alles nix Neues für Dich. Wenn das aber weitergeholfen hat, wäre es lieb, wenn Du bspw. auf Instagram oder Facebook einen kleinen Kommentar hinterläßt, das hilft mir immer sehr. Oder Du erwähnst diesen Beitrag und markierst @naehzimmermitherz, damit mehr Interessierte diesen Artikel finden können. 

Wenn Dich das Thema im Detail interessiert und Du an einem Business-Coaching interessiert bist, kannst Du gerne eine Terminanfrage an d.supp@t-online.de senden. Ich unterstütze Dich gerne.

Strandtasche nähen in ganz flottiflott… ratzfatz und wunderschön, ein kostenloses Tutorial für Dich!!

Also, ich freue mich jetzt auf den Urlaub… kann’s euch gar nicht sagen, wie doll. Die letzte Zeit war dank eines gewissen Virus-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf, ganz schön … anstrengend. Viele Unsicherheiten, neue Fragen, uff. Ich bin froh, wenn ich am Strand liege, das kann ich Euch sagen.

Früher, so mit ohne Kinder, da hatte ich am Strand ein Handtuch dabei, und da hineingewickelt war eine Wasserflasche, Sonnencreme und ein Buch oder Strickzeug. Fertich.

Dann kam eine Phase, mit drei kleinen Kindern, da half nur die gute blaue Tasche vom Möbelschweden… da passte halbwegs das ganze Strandgedöns für 5 Personen hinein.

Jetzt sind die Knuffis etwas größer und wir haben zwar immer noch eine Family-Strandtasche, aber ich habe auch ganz gerne meinen Kram so beieinander. Das hätte ich schon machen sollen, als die alle klein waren… dann hätte ich meine Sachen besser gefunden.

Wir haben in Griechenland wunderschöne, sehr breite Gurtbänder bestellt. Die sind soooo grandios, und ich wollte un-be-dingt etwas damit machen. Als Strandtaschen-Gurtbänder sind die Schätzchen perfekt, denn man hat ja im Normalfall keinen Anorak am Strand an, gell… da schneiden dünne Träger direkt ein.

IMG_3503

Und gibt es ein sommerlicheres Material als Leinen?

Und damit das nasse Badezeugs nicht die Tasche komplett verschnuddelt, ist das Innenleben aus Wachstuch. Close to genial, gell!!

Aaaaber,  weil ich jetzt vor dem Urlaub noch ein paar von den schönen Kleidern und Shirts nähen MUSS, die wir Euch auf Instagram gezeigt haben, sollte die Tasche jetzt biddeschön flottiflott gehen und easypeasy sein.

Zu m Materialset geht es hier entlang…

Wenn Ihr schon einmal unsere Oilskin- oder Canvas-Tasche  genäht habt, dann näht Ihr das Modell hier im Schlaf.

Aber auch wenn Du nochgarnienicht eine Tasche genäht hast, ist das als Einsteigermodell great. So great. Greater als alle anderen.

Du benötigst für diese Tasche ein Materialset, das findest Du bei uns im Shop...

Da die Streifen aus Wachstuch und Leinen 50 cm breit sind, schneidest Du bitte jeweils 2 Quadrate mit 50 cm Seitenlänge  aus dem Leinen und dem Wachstuch.

An einer Seite schneidest Du unten 6 cm große Quadrate aus, wie hier in dem Foto:

 

Wenn Du magst, kannst Du jetzt ein Labelchen aufnähen, Du müsstest es ungefähr so platzieren wie im rechten Bild, dann 6 cm von unten und von der Seite werden nachher auf der Taschen-Vorderseite nicht zu sehen sein, das sind später die Seiten und der Boden.

IMG_3489

Danach legst Du die beiden Leinenteile mit den schönen Seiten aufeinander…. schön-auf-schön, wie wir hier im Nähzimmer sagen. Dann nähst Du die Seiten- und die Bodennähte mit einem Geradstich Länge 2,5-3 zu, Du nähst (Näh-)füßchenbreit an der Stoffkante entlang und vergißt bitte nicht, am Anfang und Ende jeder Naht mit 3-5 Stichen zu verriegeln. Die kleinen, ausgeschnittenen Quadrate nähst Du NICHT.  Die bleiben offen, damit bekommt die Tasche später ihre Tiefe.

Du nähst also da, wo ich hier mit Stecknadeln markiert habe… und bitte auch oben die obere Taschenkante NICHT nähen, da soll ja am Schluß etwas rein, gell!!

IMG_3486

Mit der Innentasche aus Wachstuch machst Du exaktamente dasselbe, aber Du läßt bitte in der Mitte des Bodens eine Wendeöffnung von ca. einer Handbreit. Zu Beginn und am Ende dieser Öffnung gut verriegeln!

IMG_3491

 

Dann nimmst Du die Ecken und legst die Seiten und die Bodennaht aufeinander und nähst die Öffnung QUER zu. Du kannst Dir den Ablauf gerne noch einmal bei der Dry-Oilskin-Tasche anschauen, da geht es genauso.

 

Du lässt die Innentasche aus Wachstuch uff links gedreht und wendest die Leinen-Außentasche auf rechts/schön.

Dann steckst Du die Leinentasche in die Wachstuchtasche, die schönen Seiten schauen sich an. Der 1 m lange Gurtbandstreifen wird an den Seitennähten mittig mit angenäht. Schau, daß er sich innendrin nicht verknuddelt. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob alles am richtigen Platz ist, dann kannst Du die Taschenoberkante auch mit einer seehehr großen Stichlänge zusammennähen, dann ist es im Notfall schnell aufgetrennt.

IMG_3494

Dann nähst Du die Taschenoberkante einmal rundherum…

Ich habe dann die Oberkante noch einmal ringsherum abgenäht, dabei habe ich den Innenstoff ein bisserl herausspitzen lassen..

IMG_3495

So, Tascherl fertig!! Viel Spaß damit!!!

Das Materialset findest Du im Onlineshop hier…

 

 

 

Dein ganz persönlicher Stil… wie Du ihn findest und warum das so gut tut…

 

Als ich mit 24 Jahren meinen jetzigen Mann kennenlernte, da kam der Moment, wo er mich bei seinen Freunden vorstellen wollte… Ihr kennt das, es ist der Anfang der Beziehung und man fängt nach der ersten, völlig überwältigenden Phase der Zweisamkeit an, den Kosmos des Anderen zu erkunden. Da ist dieser sehr verkrampfte, panische Moment, bei dem man die Eltern kennenlernt und im Grunde ist es bei seinen Freunden mindestens genauso schweißtreibend. Wir befinden uns im Jahr 1997.

Ich war also im bloß-keinen-schlechten-Eindruck-machen-Modus, als wir die Wohnung des anderen Pärchens betraten. Wir wollten abends noch gemeinsam weggehen.  Bißchen Smalltalk, dann sollte es losgehen. Ich unterhielt mich mit Ihr, und lief Ihr im Gespräch nach, als sie voller Stolz Ihren begehbaren Kleiderschrank zeigte.

Mir blieb der Mund offen stehen. Da war ein ganzer Raum, an vier Wänden gefüllt vom Boden bis zur Decke mit Ihrer Kleidung. Das war 1997, fast fashion gab es damals noch nicht so wirklich. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Hunderte von Shirts, Jacken, Hosen… in völlig unterschiedlichen Farbkombinationen, es war eine… Explosion.

Sie war sehr stolz auf Ihre Schätze, aber suchte dann eine bestimmte Jacke, die sie nicht fand… (warum nur…?) und zog dann eine Andere an… die aber nicht wirklich zum Rest paßte. Ich fand das grundsätzlich nicht schlimm, aber ich bekam das Gefühl, wenn Jemand so viel Wert auf Kleidung legt, dann sollte man das auch SEHEN.

Was ich an dem Tag gelernt habe, ist, daß ein voller Kleiderschrank keinen guten Stil macht. Das klingt jetzt nicht nett. Aber ich habe mich oft gefragt, warum ich mit meinen 1,5 m Kleiderschrank und den wenigen Klamotten durchs Leben komme, während andere Meter um Meter füllen und permanent anbauen. Ich dachte immer, ich mache da etwas falsch. Aber Quatsch, ich war mit meinem Minimalismus einfach nur meiner Zeit ein wenig voraus. In den 90ern ging es um Masse und Guck-hier-was-ich-kann-und-was-ich-hab`. Aus dem Spiel war ich irgendwie immer raus. Heute finde ich es gut, daß ich das durchgezogen habe, aber damals war ich wohl eher ein Sonderling. 

Heute ist das Problem vermutlich noch viel verbreiteter.. im Zeitalter der großen Billig-Modeketten gibt es vermutlich sehr, sehr viele überfüllte Kleiderschränke.

Mein Credo ist schon immer und in jedem Lebensbereich, daß Qualität vor Quantität geht. Ich habe heute noch Kleidungsstücke in meinem Schrank, die ich mir gekauft habe, als ich 20 war. Ich trage sie regelmäßig. Das sind absolut zeitlose Klassiker, für die ich damals wirklich eine Weile gejobbt und gespart habe. 

Es gibt verschiedene Phasen im Leben und natürlich hatte ich auch so einige Fehlkäufe. Ds passiert. Und als ich in der Bank gearbeitet habe, hatte ich andere Kleidung als zu der Zeit als junge Mutter. Und jahrelang hatte ich auch das Gefühl, in meinem Kleiderschrank sind lauter Einzelteile, die ich zusammenpassen.

Alles hat seine Zeit.

Und eigentlich ist alles ganz einfach:

Schritt eins:

Ausmisten und Überblick verschaffen. 

Das kann schon echt eine Herkules-Aufgabe sein, aber so what… es hilft nix.

Es gibt einen ganz einfachen Weg, wenn Du Dich entscheiden mußt, ob etwas in Deiner Kollektion bleiben darf: Wenn Du das Kleidungsstück anschaust und Dein Herz hüpft, und Du würdest es wirklich, wirklich gerne anziehen.. dann behältst Du es.

WICHTIG: In dem Moment, wo Du denkst… ach, ich weiß nicht so recht… schon vorbei. Du solltest wirklich, wirklich Freude an dem Stück haben… ansonsten… bye bye.

Und noch ein Gedanke: Oft sagen Dir irgendwelche Ordungs-Coaches, Du sollst den ganzen Schrank leerräumen… das halte ich für schwierig. Dann hast Du vielleicht den ganzen Kladderadatsch auf Dein Bett gelegt und dann verläßt Dich der Mut… oder ein Kind schreit, oderoderoder… ich mache gerne ein Regal nach dem Anderen. Ich wische das dann mit einem schönen Bio-Orangen-Reiniger aus und räume das Regal dann wieder ein. Wenn ich unterbrochen werde bei der Arbeit, habe ich nicht dieses Mega-Chaos-Gefühl. 

Wo anfangen? Hier noch`n Tipp: Nicht lange überlegen… von oben nach unten und von links nach rechts. immer. Das erspart Dir langes Nachdenken, ich sage einfach, so machen wir das.

Und wenn Du jetzt sagst, dann kann ich ja 80% meines Kleiderschranks entsorgen… Das kann sein. Es gibt die sogenannte 80/20 Regel, die besagt, daß wir in 80% der Zeit die gleichen 20% unserer Kleidungsstücke tragen. Kommt Dir bekannt vor?

Jetzt sagst Du, Dunja, das war teuer und das kann ich doch jetzt nicht einfach weggeben… 

Doch. Du kannst. Und wirst am Ende froh darüber sein.

Das Ergebnis wird ein Kleiderschrank sein, den Du liebst. Mit Kleidungsstücken, in denen Du Dich wohlfühlst. Die Du gerne und mit Freude tragen wirst. Du wirst Dein Bild im Spiegel viel mehr genießen.

Und weil alles so schön zueinander passen wird, wirst Du morgens mühelos ein wunderschönes Gesamtpaket zusammenstellen können.

Bähm. Das ist doch mal was, oder? DAFÜR machst Du das. 

Inspiration zum Aufräumen findest Du bei der Netflix-Serie von Marie Kondo (Ihr Buch mochte ich nicht soooo) und in dem Buch von Karen Kingston „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“. Auf Instagram finde ich Zeit statt Zeug sehr inspirierend. 

Zu allererst einmal, solltest Du wirklich bereit sein, etwas verändern zu wollen. Und dann TUN. Dazu helfen große Müllsäcke unglaublich. Es gibt verschiedene Wege Kleidung zu spenden, sicher auch bei Dir vor Ort. Wichtig ist, dass Du es wirklich, wirklich aus dem Haus bringst.

Und nein, Du brauchst nicht 14 verschiedene Shirts zum Malern oder für die Gartenarbeit. Zwei reichen. Ich sag’s nur. Netter Versuch. 

Dann gibt es noch so Liebhaberdinge… bspw. ein tolles Band-Shirt, das Dich an einen ganz besonderen Abend erinnert. Dafür habe ich einen hübschen Schuhkarton. 

ABER: mein Sohn beispielsweise ist Skater. Seine Shirts haben für Ihn Kultstatus. Alle diese Klassiker, aus denen er herausgewachsen ist, warten in einer Sammelkiste darauf, daß ich mich mit dem Thema T-Shirt-Quilt beschäftige. Das sind für ihn absolute Liebhaberstücke, die ihn an seine Touren und Abenteuer erinnern. Das ist persönlich und wird nicht weggegeben.

Bei DEINEM Kleiderschrank geht es darum was DICH glücklich macht. 

Aber jedes Teil sollte Dich glücklich machen… und nicht so na-ja-ich-glaube-das-kann-ich-nochmal-anziehen. If it`s not a hell yes, it`s a No.

Kleiner Luxus-Tipp: Besonders schön schaut es aus, wenn Du alles auf gleiche Bügel hängst.

UUUUND: Hier ist eine Anleitung für hübsche Lavendel-Säckchen… ich liiiiebe die. Hier klicken…

Soo wichtig…Das Wohlfühlen in Deiner Haut.

Es gibt in der schönen bunten Medienwelt sooo unendlich viele Artikel, Texte usw. Zum Thema Selbstliebe, Body positivity.

Manche sind gut. Viele sind Mist.

Und wenn ich noch eine „Frauen“-Zeitschrift sehe, wo in einem Atemzug gesagt wird, daß wir uns so annehmen sollen wie wir sind und dann kommt direkt ein  aktueller Diät-Tipp…  Das ist vollkommener, absoluter verzeiht-das-Wort BULLSHIT. Es gibt meiner Meinung nur eine einzige sinnvolle Diät… dazu gleich mehr.

Ich war gestern mit meiner allerbesten Freundin Einkaufen. Wir stehen im Sportgeschäft. Für den Urlaub wollte ich einen Badeanzug. Da sagt die Allerbeste zu mir: „Warum denn keinen Bikini?“ Ganz ehrlich? Ich wäre NIEMALS auf die Idee gekommen, mir einen Bikini zu kaufen. 

Jetzt werden wir mal ganz konkret. Bei einer Körpergröße von 1,68 m wiege ich so um die 63 Kilogramm. Damit bin ich irgendwie ziemlich durchschnittlich, glaube ich.  Wenn ich so einigermaßen durchschnittlich bin und mich nicht einmal traue, einen Bikini auch nur anzuprobieren ohne gutes Zureden… wie schwierig muß es dann teilweise für diejenigen sein, die kurviger oder  viel dünner sind als ich? Und in was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, wenn man einen Körper, auf dem sich ein Leben abzeichnet, nicht zeigen darf? Und warum interessiert es an der Stelle überhaupt, was Irgendjemand darüber denkt? Kann mir das nicht egal sein und  kann ich bitte einfach mein Bäuchlein ein bißchen in die Sonne halten?

Ich bin gerade 47 Jahre alt geworden und mein Körper hat bei drei Schwangerschaften und jeweils einem knappen Jahr Stillzeit wirklich sein Bestes gegeben. Aber man sieht es ihm an. Wir haben zusammen schon ein paar Schlachten geschlagen. In 47 Jahren passiert etwas… da gibt es Narben und Stellen, wo die Spannkraft einfach nicht die einer Zwanzigjährigen ist.

So isses. Aber in 5 oder 10 oder 15 Jahren wünsche ich mir sehr wahrscheinlich die Haut und den Körper von heute zurück. Also, worauf dann warten? Dann kann ich auch direkt heute das Beste daraus machen. 

Wie kann es sein, daß ich mit einer sehr durchschnittlichen Figur nicht einmal darüber nachdenke, mir einen Bikini zu kaufen? Bis ein Mensch, der mich liebhat, mir die Absolution dafür gibt? Und ich bin noch nicht mal Jemand, der daran allzu viele Gedanken verschwendet… wie tief sitzt das? Dieser Gedanke, nicht gut genug, nicht schön genug zu sein? Ich war gestern wirklich erschüttert. Diese Programmierungen laufen komplett unbewußt ab und reichen sehr, sehr tief. Wie kann das sein? Das ist vermutlich abendfüllend, das Thema. 

Und da hilft mir dann auch kein Selfcare-Post auf Instagram, wo mir Jemand sagt, ich soll ein Bad nehmen und ein gutes Buch lesen und mich so lieben, wie ich bin.

Da helfen mir Kleidungsstücke, die meine Schokoladenseiten zeigen, in denen ich mich schön finde und die mich glücklich machen.

Ich finde es wichtig, dass wir alle uns in unserem Körper wohlfühlen. Ich habe zwei Teenager-Töchter, und ich wünsche Ihnen, daß sie Ihren Körper mögen. 

Bitte sagt Euren Lieben, daß sie schön sind. 

Und wenn Du eine/n Freund/in hast, die ein wirkliches Übergewicht (oder Untergewicht) hat, das Ihre Gesundheit oder Ihre Lebensfreude beeinträchtigt, dann unterstütze das positiv.

Wenn Du mit Dir selbst nicht zufrieden bist, dann suche Dir Hilfe… vom Sportverein bis zum Therapeuten, wir leben in Zeiten, in denen alles zu finden ist… auch für kleines Geld.

Ich wünsche Dir, daß Du Dich so magst wie Du bist. Da hilft auch kein BMI-Rechner und keine Ananas-Diät… So, wie Du Dich von Herzen magst, so ist es richtig. 

You are the hero of your own story und Du entscheidest, was für Dich das Richtige ist… Außer, wenn es in Bereiche geht, die gesundheitsgefährdend sind… und das geht in beide (!!!!!!) Richtungen.

Sowohl zuviel als auch zuwenig Gewicht können gefährlich sein. Das darf man nie vergessen, die Problematik lauert in beiden Extremen.

Tipp: Eine absolute Inspiration ist Katha von „kathastrophal“.

Sie hat einen wunderschönen Stil, eine tolle Ausstrahlung und sieht fantastisch aus.

Darum geht es. DEINE Kleidung sollte zu DIR passen und DICH strahlen lassen. 

DEINE Schokoladenseiten zeigen.

Und da sind wir Selbernäher ganz klar mit einem RiesenVorteil gesegnet… wir entscheiden. 

Mit jedem Nähprojekt lernst Du Dich selbst besser kennen.  Was passt zu DIR, was schmeichelt DIR, was hebt DEINE Persönlichkeit hervor. Und ein Nähprojekt, das dann eben kein Erfolg ist, ist kein Fehler oder Versagen… es ist ein Learning. Dann ist dieser Schnitt nichts für Dich. Dann ist das so. Dann kannst Du das analysieren und überlegen, worauf Du das nächste Mal achten könntest. Wo es nicht richtig sitzt. 

Genauso könntest Du ein Kleidungsstück analysieren, das Dir sehr gut steht, das Du liebst. Wie ist es aufgebaut, was hebt Deine persönlichen Merkmale hervor? Welche Farben bringen Dich zum Leuchten? Dann mehr davon…

Kleiner Tipp: Wenn Du einen Schnitt ein wenig abändern möchtest, kannst Du mit einem günstigen Stoff ein Probemodell nähen. Wenn Du daran dann Veränderungen vornehmen möchtest, kannst Du eine neue Nahtlinie vorzeichnen und zuerst einmal mit einer sehr großen Stichlänge nähen.Wenn Dir die Passform dann nicht gefällt, ist das bei der großen Stichlänge flott wieder aufgetrennt und Du kannst noch einmal justieren. Bis es Dich glücklich macht.

Jetzt kommts…Mein ganz persönliches Diätgeheimnis:

Keep it simple.

In einem Ernährungsratgeber habe ich einmal gelesen, wir sollten nichts essen, was unsere Urgroßmütter nicht als Essen erkannt hätten.

Regional und saisonal ist frisch und günstig… die Kirschen im Juni vom Hofladen sind zehnmal besser als die Superfoods von ganz-weit-weg. 

Ich esse, was mir schmeckt und höre auf, wenn ich satt bin. Ich esse täglich ziemlich genau zu den gleichen Uhrzeiten und mir kommen nur sehr hochwertige Lebensmittel ins Haus. Ganz einfach. Und das heißt nicht teuer. Es ist wie immer im Leben… weniger ist mehr und Qualität vor Quantität. Bionudeln mit Brokkoli-Sauce sind ein feines Mittagessen für kleines Geld.

Fleisch ist etwas Besonderes. Das gibt es bei uns nicht oft, nur in kleinen Mengen und wenn dann in Bio-Qualität oder vom Metzger meines Vertrauens. 

Mein Leben ist so angefüllt mit Kiefer-Orthopädie-Terminen, Steuerberater-Terminen, Kinder-in-der-Gegend-herumfahren, Hund-Gassi, Wäscheberge, Spülmaschine, Laden, Familie… aber das täglich frisch gekochte Essen ist mir heilig. Und da ich nicht viel Zeit habe, darf es einfach sein. Es gibt soviel schöne Ideen dazu, das Internet ist voll davon… auch Ideen für gute Mahlzeiten fürs Büro.

Wenn ich mittags etwas Vernünftiges gegessen habe, dann habe ich weniger Heißhunger auf Süßkram. Das macht es einfacher. Und wenn ich Lust auf Süßes habe, dann esse ich das. Ich bekomme viel größeren Appetit auf Quatsch, wenn ich mir das verbiete.

Kleidung oder Stoffe kaufen… wie finde ich meinen Stil?

Das Auseinandersetzen mit Deinem Kleiderschrank wird Dir zeigen, was DEINE Stücke sind. Und dazu kannst Du ein Shirt bspw. einfach mal in die Hand nehmen oder hineinschlüpfen und Deinem Gefühl nachspüren…

If it`s not a „hell, yes“, it`s a No.

Das ist auch so ungefähr der Ansatz von Marie Kondo.

Dieses Gefühl ist wie ein Muskel, den man trainieren kann. Und das braucht ein bißchen Zeit und Geduld. 

Ich mache es so: ich gehe in ein (Stoff-) Geschäft (oder in meinem Fall, einen Stoff-Großhandel) und lasse die Stücke oder Stoffe auf mich wirken. Und da, wo mein Auge hängenbleibt, da, wo es mich magnetisch hinzieht, das schaue ich mir genauer an. Ich sage immer: „das ruft meinen Namen…“

Einfach nur zuhören. Das reicht schon. In Ruhe, nicht in Hektik.

Und wenn ein Stoff, ein Kleidungsstück mir wirklich, wirklich gut gefällt, dann lasse ich es auch nicht da, dann ist es Meines.

Natürlich ist mein Budget nicht unerschöpflich… ich kann nicht ALLES kaufen…Logisch. Aber ich kaufe NUR Dinge, die mir von GANZEM Herzen gefallen. Und die lasse ich dann nicht liegen, da würde ich mich später ärgern.

Und lieber gaaaaanz wenige, tolle Kleidungsstücke als einen Schrank voller Kompromisse.

Ich hatte schon einige Phasen in meinem Leben, wo mein Budget sehr eng war. Dann reicht eine Jeans und ein gut geschnittenes Shirt. Aber ich bin immer in die feinen Geschäfte und Boutiquen gegangen, einfach um zu sehen, was die großen Desiger gerade machen. Das schult den Blick und hilft dabei, den eigenen Stil zu schärfen. Und ich habe schon oft in meinem Leben auf ein schönes Stück lange gespart. 

Und dieser Tipp ist wirklich wichtig: Vor dem Einkaufen in den Schrank schauen… evtl. ein Foto machen. Und dann beim Einkaufen in Gesamtbildern denken… es ist gut, wenn Dein neues Traumschickelchen zu mehreren Deiner Basics passt.

Ich war gestern 4 Stunden im größten Einkaufszentrum des Rhein-Main-Gebietes. Ich mache das 2 mal im Jahr und habe mir gestern 4 Teile im Wert von insgesamt 160,— € gekauft. Eine Bluse, ein Shirt, einen Bikini und ein Kleid. Ansonsten kaufe ich noch ab und an etwas im Café/Deko-Geschäft meiner Freundin ein. Das sind immer absolute Lieblingsteile, die sich mit den Vorhandenen oder geplanten, noch zu nähenden Dingen in meinem Kopf kombinieren lassen werden.

Das erzähle ich Dir, damit Du nicht denkst, ich würde Unsummen investieren. Ich weiß, ich werde diese Teile jahrelang tragen. Und da ich nicht sehr viel Kleidung besitze, trage ich meine Sachen oft.

Starte mit dem was Du hast. 

Die wichtigste Regel beim Kleiderkauf (und das gilt auch für Stoffe):

Ein aufgeräumter und übersichtlicher Kleiderschrank ist wie eine Kollektion. Das ist ein Teil von DIR. Nur so solltest Du es betrachten… das ist nicht irgendein Schrank. Das bist DU.

Das bedeutet, daß jedes einzelne Stück, das Du in Deinen Kleiderschrank einziehen lässt, es WERT sein muß, in diesen erlauchten Kreis aufgenommen zu werden. Es ist ja schließlich für DICH.

Vor dem Shopping: Kleiderschrank inhalieren… ein ganz genauer Überblick… vielleicht sogar ein Handyfoto?

Wenn Du im Laden stehst, höre genau hin, welches Kleidungsstück gerne mit Dir nach Hause gehen möchte. Die sagen Dir schon Bescheid.

Es spart soviel Energie, wenn alles zusammenpasst… Denk mal an Mark Zuckerberg… Jeans, Shirt, fertig.

In Ensembles denken… das passt hierzu und auch hierzu…

Bei einem Fehlkauf: Weiterverschenken, es als Learning betrachten, sich genau merken, welcher Stil, Farbe, Qualität nicht das Richtige für DICH war und bei den nächsten Käufen gut im Hinterkopf haben, daß bspw. Koralle, auch wenn es gerade suuupertrendy ist, nicht DEINE Farbe ist.

Und Trends sind spannend, aber kein Diktat. DU entscheidest, was DIR gefällt.

Viel Freude bei der Reise zu Deiner Kollektion…