Quilt as you go … noch-nie-gehört? Dann mal husch zur Nähmaschine uuuund…los!

So im Laufe der Jahre haben sich bei mir so ein paar Stoffreste angesammelt… ich nähe wirklich schon mein ganzes Leben lang, und mit manchen Stoffen ist einfach auch ganz viel persönliche Geschichte verbunden… das kann man nicht wegwerfen, das kann man bestimmt nochmal gebrauchen.

Seit ich gewerblich nähe und Kurse gebe, ist das nicht weniger geworden… aber letztes Jahr habe ich beschlossen, das nicht als einen Haufen zu betrachten, sondern als eine Sammlung. Sozusagen die exclusive Dunja-Supp-Nähzimmer-Collection. Kollektion klingt gleich ganz anders als Restekiste, oder? Ich habe beim Möbelschweden schlichte weiße Kästen besorgt und das Ganze sortiert. Das fühlte sich sehr gut an! Jetzt ist Ordnung leiterleider nichts, das man einmal macht und dann isses gut… tjaja…aber zumindest habe ich einen besseren Überblick.

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Schon seit Ewigkeiten wollte ich einmal eine Technik ausprobieren, die sich Quilt-as-you-go nennt. Grundsätzlich ist der Begriff Quilten die Beschreibung der Technik, wenn man eine Oberseite (Quilt-Top), eine Einlage/Vlies (batting) und die Rückseite (Backing) eines Quilts miteinander verbindet. Das macht Sinn, da sonst die einzelnen Lagen verrutschen würden. Es gibt verschiedene, auch sehr kunstvolle Arten, das zu tun. Oder einfach ganz pragmatisch mit geraden Nähten… das liegt ganz bei Dir. Dazu kann man ganze Bücher lesen… ich will Dir wir eine Technik zeigen, wie Du das praktisch „auf-dem-Weg“ machen kannst. Klassischerweise erstellt man erst das Top, legt dann alle 3 Lagen aufeinander, fixiert das Ganze mit Nadeln und näht dann alles zusammen… mit Mustern oder einfach geradeaus. Hier siehst Du ein vorbereitetes Quilttop… es liegt auf der Rückseite und dem Vlies. So kommt es dann unter die Näh-Maschine.

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Hier kannst Du sehen, wie ich ein Porträt gestaltet habe…mit Quiltnähten… hier ist die Verbindungsnaht für die drei Lagen keine reine Zweckmäßigkeit, sondern eine Kunstform, ein Gestaltungsmittel.

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So sieht der Quilt dann aus, wenn er fertig ist… das Foto habe ich während eines Kurses mit Pam Holland von Ihrem Quilt gemacht.

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Quilt-as-you-go ist eine Technik, bei der man auf dem Weg bereits quiltet…das sieht dann so aus, guck…

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Man stellt also nicht erst die Vorderseite fertig und fügt dann alles zusammen, sondern man macht es gleich in einem Schritt. Aus diesen vorbereiteten Stücken kann man Täschchen, Taschen, Kissen aber auch komplette Quilts machen… das hier soll mal ein Täschchen werden, aber ich möchte Euch einfach mal die Technik zeigen.

Du bereitest einige Stoffstücke vor, bügelst sie und am Besten sprühst Du sie mit ein bisserl Sprühstärke ein.

Ich habe ein Vlies-Restchen von 25 cm x 20 cm  vorbereitet, davon bräuchte man für ein Täschchen zwei Stück. Du legst das erste Stoffstück mittig auf und beginnst, das Stück in parallelen Reihen aufzunähen, ich habe das hier Nähfußbreit gemacht. Du mußt zu Beginn und am Ende Deiner Quiltnaht nicht verriegeln.

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Das nächste Stoffstück, hier pink, legst Du rechts-auf-rechts auf das erste, gelbe Stück. Das nähst Du von der linken Seite fest.Überschüssigen Stoff kannst Du abschneiden.  Danach klappst Du das pinke Stück um, streichst es gut fest und startest wieder mit Deinen Quiltnähten.

Das nächste Stück (hier anthrazit) kannst Du quer rechts-auf-rechts anlegen, festnähen, umklappen und Reihen quilten…

Wenn die Reihen länger werden, kannst Du einzelne Streifen aneinandernähen und lange Stoffstücke annähen…

Und so sieht das vorbereitete Stück dann aus…

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Ich mag die Farben und ich finde, mit der Quilt-as-you-go-Technik schaut das super aus… mal schauen, was ich daraus mache.

Wenn Du das auch ausprobieren magst, freue ich mich, wenn Du auf Instagram @naehzimmermitherz markierst, dann sehe ich das…. und freue mich darüber!

Viel Spaß damit!

Dieses Jahr ist eine ganze Menge passiert im Nähzimmer…

So ganz ohne ein paar Worte wollte ich mich nicht in meine kleine Weihnachtspause verabschieden….ich freue mich, wenn Du Lust hast, hier ein bißchen zu lesen. Ich habe mir auch ein paar Plätzchen hingestellt und ein Teechen gekocht. Jetzt wird es ja schon so früh dunkel, aber die gute Nachricht ist, daß ab sofort die Tage wieder länger werden! Ich liebe die Wintersonnenwende, das ist doch ein schöner Gedanke, daß ab jetzt wieder ein bißchen Licht in unsere Tage kommt.

Ich habe in den Tagen zwischen den Jahren den Laden geschlossen. In diesem Jahr ist so unglaublich viel passiert, das muß erst einmal sacken… ich habe eine Mitarbeiterin fest angestellt, und diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Das ist natürlich eine Riesenhilfe, aber eben auch eine große Verantwortung.

Im Nachhinein betrachtet, war das die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, und das Team wird sich auch weiter vergrößern… das ist so cool! Das muß man sich wirklich einmal vorstellen… weil Du so gerne in unseren Laden oder in den Online-Shop kommst, kann ich richtige, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen! Danke Dir von Herzen dafür!!

An dieser Stelle ein Riesen-Dankeschön auch an Petra, die Du vielleicht auch schon einmal im Laden gesehen hast. Ich bin so froh, daß Du mich unterstützt! DankeDanke Petra!

Direkt im Januar 2019 fing es mit den Herausforderungen an.. die Firma Amann-Mettler, immerhin mal der zweitgrößte Garn-Hersteller der Welt rief bei mir an. Sie wollten zwei Quilts entworfen und genäht haben… für die Messe in Köln und Ihre Messe-Auftritte weltweit. Ich zeichnete zwei Entwürfe und zappzerapp… hatte ich den Auftrag. Der Abgabetermin war definitiv sportlich, aber ich habe es hingekriegt… Ich habe mich so gefreut, als die Quilts dann in Köln in den schicken Rahmen eingebaut waren… später dann sah ich Fotos aus den USA und aus Großbritannien. Das war schon was! Dankeschön an Amann-Mettler für das Vetrauen!

 

Im März haben wir dann auf der Messe herzhaft eingekauft, nette Leute getroffen.. unter Anderem Inge Szoltysik-Sparrer von Inges Näh-Akademie. Inge ist Schneidermeisterin und hat unendlich viel Erfahrung und Stil… ein richtige Grand Dame! Als Maßschneiderin gibt sie Kurse in Hagen. Ich habe direkt mündlich zugesagt und Zuhause dann gleich gebucht. Das war so genial!! Ein absolutes Highlight 2019! Danke Inge!!

 

Der Relaunch der Website war auch eine große Entscheidung für mich… ich wollte, daß die richtigrichtig gut wird… und fand nicht den richtigen Webdesigner… bis Yvonne Homann mir ihre Idee skizzierte… und ich wußte sofort… das isses. Sie hat mich verstanden und mein Business gesehen. So toll. Ich liebe diese Website. Danke Yvonne!

 

Dazu starteten wir den Online-Shop… Yvonne machte das Rahmenprogramm und Petra füllte das Ganze mit Produkten… was soll ich sagen… Dreamteam!!

Der Frühling war voller neuer Stoffe, Näh-Projekte und Blog-Anleitungen… wir haben richtig fleißig gearbeitet und es hat sich gelohnt. In Zornheim gibt es eine geniale Floristin, Mariola Seiff. Sie macht im Frühling im wunderschönen Weingut Keller immer eine Ausstellung und zeigt Ihre Osterdekorationen. 2019 hat sie mich eingeladen, mit meinen genähten Sachen dabei zu sein.. es war ein wunderschönes Wochenende…so schön, daß so Viele da waren! Danke Mariola, für die liebe Einladung!

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Im März brauchte Yvonne dann Fotos von mir für die Website… und ehrlich, wenn ich etwas nicht mag, dann ist es, fotografiert zu werden. Ich machte mich auf die Suche nach einer Fotograf/in und fand Kitty… das war auch so ein Highlight 2019… Kitty hat wunderschöne Bilder gemacht und sie kennenzulernen war eine absolute Bereicherung, Danke, Kitty!!

In unserer Verbandsgemeinde gibt es eine Institution, die sich der Inklusive verschrieben hat. Die Leiterin, Gracia, hat mich gefragt, ob ich einen Kurs dort abhalten würde… ich sagte einfach mal zu. Es war eine Herausforderung, jeder TeilnehmerIn gerecht zu werden… zum Teil sprachen die Damen kein Deutsch oder waren auf irgendeine Art und Weise beeinträchtigt. Gar nicht so einfach, sich auf Jede einzustellen und die richtigen Hilfestellungen zu geben. Der Nachmittag war ein Renner, alle hatten Spaß und an Weihnachten haben wir das Ganze wiederholt. Für 2020 haben wir auch 2 dieser Abende gebucht und wir kommen sehr gerne. Die Aktion Sorgenkind hat das Projekt unterstützt, vielen Dank dafür! Und Danke an Gracia und alle TeilnehmerInnen für Euer Vertrauen!

Der Sommer kam und mit Ihm kamen die leichten Kleider und Flatterblüschen… Jede Menge Deco im maritimen Stil und Taschen, Tücher, sommerliche Stickdateien…

Am 19. Juni diesen Jahres hatten wir unseren 20. Hochzeitstag. Wir wollten bei dieser Feier unsere allerallerbesten Freunde dabeihaben und haben vier Familien für ein langes Wochenende in ein riesiges Ferienhaus an unseren Lieblings-Urlaubs-Ort in Belgien eingeladen. Das war so, so schön. Auch eine gute Entscheidung, das so zu feiern.

Sommerurlaub, der Kurs in Hagen bei Inge, viele Ferienkurse, neue Schnittmuster und Vorbereitungen für den Herbst… Langweilig war es nie.

Im September waren wir mit einer sehr lustigen Gruppe in Münster bei der Hausmesse der Westfalenstoffe AG. Wir hatten einen tollen Tag und haben wunderschöne Stoffe mitgebracht…

Der 4. Ladengeburtstag war am 18. September 2019… Vier Jahre, ist das nicht verrückt? Ganz spannend fand ich es in diesem Jahr auch, daß ich uuunglaublich viele Anfragen von anderen GründerInnen bekam, die gerne auch durchstarten möchten und dazu Tipps bei mir gesucht haben. Vielen dank für das Vertrauen! Also habe ich die Sparte Business-Coaching aufgenommen. Die ersten Coachings haben stattgefunden und ich werde dazu im neuen Jahr mehr erzählen… das macht riesig Spaß, Andere auf Ihrem Weg zu unterstützen und zu begleiten!

Im Oktober fuhren wir mit meiner allerallerbesten Freundin und Ihrer Familie zum Urlaub auf den Bauernhof ins Fränkische… dabei nehmen wir seit 19 Jahren (!) jedes Jahr die Nähmaschine mit und gestalten ein Projekt. Dieses Jahr wollten wir uns den anderen Rucksack nähen… die sind so toll geworden, ich liebe unsere Rucksäcke!

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Anfang November stand dann die Kreativ-Welt-Messe in Frankfurt im Kalender… da habe ich nicht nur einen Messe-Stand sondern auch Auftritte auf der Bühne. Das ist immer ganz schön aufregend, aber ich habe auch gemerkt, daß ich da ein bißchen Routine bekommen habe.

Wir hatten so unglaublich nette Gespräche am Stand, das hat einfach Spaß gemacht. Unterstützt von Nicole @lapetitefrance und meiner Jüngste hat das alles super geklappt.

Tja, und ratzfatz war es Weihnachten…Das war eine einzige Freude, wie Ihr Euch mit uns über die tollen neuen Stoffe, Bücher und Anleitungen gefreut habt. Es war ein bißchen schade, daß ich in der Vor-Weihnachtszeit nicht so viel im Laden sein konnte, bei uns zuhause waren die Viren lustig unterwegs… aber Gott sei Dank habe ich das weltbeste Team und eine beste Freundin, die sofort eingesprungen sind. Ihr seid Helden!

Ich hatte eine hübsche Idee für das diesjährige Weihnachten als Kudnengeschenk… jetzt habe ich eine gute Idee für das nächste Jahr. Anstatt Kundengeschenken habe ich 150,- € an die Deutsche Gesellschaft zur Seenotrettung und 150,—€ an die Organisation Armut und Gesundheit von Dr. Trabert in Mainz gespendet.

Jetzt ist jedes vorbereitete Geschenk aus dem Ladeli abgeholt und ich habe meine Geschenke auch zuhause alle verpackt.

Mein Mann kocht gerade ein Chili-con-Carne und nachher schauen wir unseren allerliebsten Weihnachtsfilm „Schöne Bescherung“. Der Baum ist geschmückt…. Es kann dann morgen losgehen!

Zwischen den Jahren werde ich mir Zeit nehmen, um zu Planen… ich habe drölfzig Millionen Ideen, das muß ich sortieren und auch zu Papier bringen. Wir werden tolle Sachen machen, versprochen!

Ich wünsche Euch von Herzen alles Liebe, eine friedvolle Weihnachtszeit und liebe Menschen um Euch herum. Fröhliche Weihnachten, Ihr Herzchen!!

Angstgegner Reißverschluss? Ich zeige Dir, wie das geht…

*Werbung* Das mit dem Reißverschluss ist so eine Sache… gerade, wenn Du noch nicht so viel Näh-Erfahrung hast, kann ich es schon verstehen, wenn man davor a bisserl Respekt hat… aber es ist mit den Reißverschlüssen wie mit ganz vielen Dingen im Leben… wenn man sich erst getraut hat, dann fragt man sich hinterher, warum man das nicht schon längst gemacht hat.

Dieses Reißverschluss-Täschchen haben wir in drölfzig-Millionen Kursen genäht, und jedes Mal freue ich mich mit den Kurs-TeilnehmerInnen, wenn sie das Dingelchen wenden und taataa… ein fertiges Täschli in Händen halten. So ganz selbstgemacht ist das doch der Wahnsinn!!! 

Es macht viel Spaß, das im Näh-Kurs zu machen, mit netten Leuten drumherum, meistens wird dabei auch gelacht und erzählt, und das gemeinsame Erlebnis verbindet. Ich kann mir aber vorstellen, daß es eine gute Sache ist, wenn man nach dem Kurs den Ablauf noch einmal anschauen kann. Und für alle, die a bisserl weiter weg wohnen, hier kommt unser Wölkchentäschli… das kannst Du natürlich mit jeder anderen Applikation oder auch einfach mit-ohne-was-drauf nähen… aus Stoffresten, in einem größeren oder kleineren Format… Du benötigst einfach 4 gleich große Stoffstücke…

Das fertige Täschchen schaut so aus..

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Unser Materialpaket sieht so aus:

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Du benötigst: 

2 Stücke Kunstleder/Oilskin/Wachstuch Größe 29 cm auf 18 cm

2 Stoffstücke in der Größe 29 cm auf 18 cm

2 Seitenteile aus Stoff für den Reißverschluss in der Größe 5 cm mal 8 cm

Reißverschluß in 30 cm Länge

Wölkchenschablone, ein Stückchen Vinyl, ein Stoffstückchen als Wölkchen-Hintergrund und Glitzer-Streu-Teile

Das komplette Materialpaket kannst Du  in unserem Online-Shop bestellen:

Hier klicken für das Materialpaket…

 

TIPP:

Es ist keine schlechte Idee, wenn Du des Öfteren mit Kunstleder oder Wachstuch arbeitest, einen Näh-Fuß mit Gleitsohle anzuschaffen. Wenn er bei Deiner Maschine nicht dabei ist, kannst Du bei der Näh-Welt Flach anrufen, die helfen Dir sicher gerne weiter. Ansonsten kannst Du zwischen Deinen Näh-Fuß und das Kunstleder/Wachstuch ein Stück Backpapier legen, das ist zumindest eine Not-Lösung. Den Dry-Oilskin kannst Du mit dem normalen Näh-Fuß verarbeiten. 

Nähen:

Wir starten mit der Applikation… Zu allererst schneidest du das Wölkchen/Sternchen/Herzchen/wasauchimmer aus Stoff und Vinyl aus. Dann platzierst Du es auf Deinem Außenstoff, in meinem Fall ist das das goldene Kunstleder. Du solltest beachten, daß ringsherum noch ein guter Zentimeter Platz bleiben muß für alle Nahtzugaben, also kann das Motiv nicht so nah an den Rand.

Beim Aufnähen solltest Du einen Nähmaschinenfuß mit Gleitsohle benutzen… ich habe mir das Motiv mit Krepp-Klebeband befestigt… zuerst lege ich den Stoff auf und darauf dann das Vinyl… fixieren mit Klebeband und vorsichtig den Umriß nachsähen… ich mache das immer ganz langsam und mit einer etwas kleineren Stichlänge von 2 mm.

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Bei den Rundungen der Wölkchen macht es Sinn, die Nadel im Stoff zu versenken, den Näh-Fuß anzuheben und dann Stück für Stück an der Kontur entlang zu arbeiten. Das Motiv ist schon ein Hingucker, deshalb ist es gut, hier ganz sauber zu arbeiten. Geduld, Geduld…ja, ich weiß. Aber es lohnt sich, hier langsam zu machen. 

Auf dem Foto siehst Du zwei Stecknadeln, die markieren eine Einfüllöffnung. Du startest an einer Nadel und nähst ums Wölkchen herum, bis Du an der zweiten Nadel bist. Am Beginn und Ende dieser Naht bitte verriegeln (drei Stiche vor- und zurücknähen). 

In diese Einfüllöffnung, zwischen Stoff und Vinyl kommt das Glitzerglitzer.. nimm´das einfach nach Belieben. Dann nähst Du diese Öffnung mit einigen Stichen einfach zu… Du startest auf der naht, die schon vorhanden ist und nähst über den Beginn der nächsten Naht… auch hier Beginn und Ende wieder verriegeln… jetzt bleibt der Glitzer da, wo er hingehört. 

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Jetzt fädelst Du den Zipper auf den Reißverschluß… am Besten erklärt finde ich das in diesem YouTube Video hier.

 

Die Seitenteile des Reißverschlusses bereitest Du so vor, daß Du die beiden kleinen Stoffstückchen links auf links mittig über die kurze Seite so faltest, dass die einzelnen Stücke 5 cm auf 4 cm groß sind. 

Mit der Faltkante legst Du sie links und rechts am Reißverschluß 3,5 cm vom Ende entfernt auf.

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Du wechselt zum normalen Näh-Fuß und nähst wieder mit einem Geradstich die Stoffstücke knappkantig an der Falzkante fest. Dann klappst Du die Teile über die Naht nach außen um und nähst  hier wieder die Kante fest… Hab´ keine Angst, über den Reißverschluß zu nähen, das klappt mit unseren Modellen prima! Du darfst das nur nicht mit einem metallenen Reißverschluß machen… bei uns ist das nur eine Metalloptik, die Zähnchen sind aus Kunststoff.

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Jetzt legst Du einmal ein Stück Außen- und Innenstoff mit den schönen Seiten aufeinander… d.h. in Näh-Sprech rechts-auf-rechts. Den Reißverschluß legst Du dazwischen und bündig an die Oberkante… auf dem Foto kannst Du das sehen…Der Zipper und die Zähnchen des Reißverschlusses zeigen zum Außenstoff. Die Unterseite der Wolke schaut NICHT Richtung Reißverschluß, das ist nachher bei Deiner Tasche oben.

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Diese Oberkante it dem RV fixierst Du am Besten mit ein paar Näh-Klammern.. bei Kunstleder ist das besser, die Einstiche von Stecknadeln würdest Du später sehen.

Dann stellst Du die Nähnadel Deiner Näh-Maschine ganz nach links oder Du benutzt einen Reißverschluß-Näh-Fuß. Das Ziel ist es jetzt, so nah wie möglich an den RV-Zähnchen entlang zu nähen. Dazu sage ich den Kindern in den Nähkursen immer, dass der Nähmaschinenfuß und die Reißverschlußzähnchen jetzt kuscheln. Gemeint ist damit einfach, dass Du durch das Kunstleder hindurch die Reißverschlußraupe (so heißt das Mittelteil auch)  ertastest und nah daran entlang nähst. Wenn Du an dem Zipper vorbeinähen möchtest, versenkst Du einfach die Nähmaschinennadel im Stoff und hebst den Näh-Fuß an. Dann kannst Du den Zipper unten vorbeiwurschteln.  Auch bei dieser Naht verriegelst Du am Beginn und Ende der Naht.

Jetzt klappst Du beide Seiten links auf links und faltest sie so, daß sie vom RV weg zeigen. Du wechselst wieder zu Gleitsohlen_Näh-Fuß oder benutzt ein Stück Backpapier zwischen Näh-Fuß und Kunstleder… Ich stelle jetzt meine Näh-Maschinen-Nadel wieder auf die mittlere Position und nähe auch hier wieder kuschelnd am Reißverschluß entlang… jetzt ist es etwas einfacher, weil man die RV-Raupe sehen kann. Wichtig ist, daß Du darauf achtest, daß Du den unteren Stoff und das Kunstleder gut vom Reißverschluß weghältst, damit sich nix verwurschtelt.

Die andere Seite nähst Du genauso an wie die erste.. Du legst Kunstleder und Stoff rechts auf rechts, den Reißverschluß bündig dazwischen. Du wechselst auf den Standard- oder RV-Nähfuß und nähst wieder ganz eng an der RV-Raupe entlang. Dann kommt wieder der Gleitsohlenfuß dran, Du klappst beide Teile vom RV weg und machst die Ziernaht auf der Außenseite.

So sieht das Ganze jetzt aus

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Nun öffnest Du den Reißverschluß und ziehst den Zipper ungefähr in die Mitte. Den legst Du die beiden Außen-Stoff-Stücke und die Innenstoffe jeweils aufeinander. Der Reißverschluss legt in der Mitte. Ich habe mir alles mit Klammern fixiert und in der Bodenseite des Innenstoffes eine Wendeöffnung von ca. 8-10 cm markiert. Dazu nutze ich an dieser Stelle doppelte Klammern, dann nähe ich nicht aus Versehen einfach weiter. 

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Also beginne ich an einer der doppelten Klammern und nähe das Rechteck ringsherum zu. Am Beginn und Ende der Naht bitte verriegeln… 

Dann kannst Du das Ganze durch die Wende-Öffnung wenden…. Alles schön ausformen… an der Wendeöffnung den Stoff nach innen klappen und knappkantig zunähen.

Mit dem Lederbändchen kannst Du die Perle noch am Zipper festknoten… fertig…!!!

Diese Täschchen nähe ich so gerne als Geschenk für Weihnachten, Geburtstage, Kindergeburtstage… man kann noch eine Kleinigkeit hineinpacken und hat immer ein tolles, handgemachtes Mitbringsel….Ich möchte meinem Patenkind zu Weihnachten Kalligraphie-Stifte schenken, dazu ist das doch die perfekte Ergänzung… wir hatten im Nähzimmer gerade einen tollen Workshop dazu…ich hoffe, da freut sie sich. Ich schnappe mir jetzt ein paar leckere Haferkekse und mache mich ans Verpacken der ersten Geschenke für Weihnachten…

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Noch ist Sommer… und ein bißchen davon bewahren wir auf…das einfachste Nähtutorial aller Zeiten wartet auf Dich!

Sommer ist eine wunderschöne Jahreszeit… aber ehrlicherweise liebe ich sie alle, auch den Herbst und den Winter.

Aber diese Spätsommertage haben so ein ganz eigenes Licht,  in diesem Jahr ist alles so frisch und grün… und wie das duftet!

Lavendel ist eine sehr alte Kulturpflanze, und in vielen Gärten ist er gerade reif zum Ernten…

Kennt Ihr das, dass man manchmal auf die einfachsten Dinge nicht selbst kommt? Nein, klar, Ihr kennt das nicht, aber ich schon… hihi!

Ich habe ein kleines Lavendelsäckchen gesehen, das einen Aufhänger hatte… damit kann man das hübsche Dingelchen an einen Kleiderbügel hängen. Mal ehrlich, man hätte darauf kommen können, aber ich hatte es so einfach noch nie bewußt wahrgenommen!

Wir haben einen zarten Stoff mit einer Lavendel-Elfe im Online-Shop, aber auch viele andere Stoffe, die wunderschön in einen Wäscheschrank passen. Und gibt es etwas Schöneres, als frisch duftende Wäsche? Mit diesen Lavendelbeutelchen bewahren wir uns ein bißchen Sommer… auch über die dunkleren Monate.

Ich habe die Stoffstücke 12 cm hoch und 11 cm breit geschnitten. Rechts auf Rechts legen, oder, wie wir im Nähzimmer sagen “ schön auf schön“… und wie ein „U“ an den Seiten und am Boden zunähen. Am Anfang und Ende der Naht verriegeln. Dann die genähten Ecken quer abschneiden, dann wendet es sich besser.

Das Ganze wenden, Ecken schön ausformen, 3 Teelöffelchen getrockneten Lavendel oben einfüllen und die oben offene Seite 1 cm nach innen umklappen.

Auf Wunsch ein kleines Bändchen einlegen, feststecken und oben das Beutelchen quer zunähen. Wir haben ein passendes im Laden, so süß, gell!

So. Heute ist meine kleine Maus vom Zeltlager wiedergekommen. Bei uns gehen die Ferien langsam zu Ende. Der Schulanfang ist auch für mich immer wie ein kleines Silvester, ein kleiner Neustart. Während das Herzchen im Zeltlager war habe ich zuhause geräumt und ausgemistet und geputzt… Jetzt lege ich diese zarten Beutelchen in unsere Schränke. Ein paar habe ich auch für Euch gemacht, schaut gerne im Ladeli vorbei! In den nächsten Tagen werden wir auch Einige davon in die Online-Bestellungen legen.

Macht es gut und genießt Euren Spätsommer! Alles Liebe, Dunja

Mach`doch einfach das, was Dich wirklich glücklich macht!

 

*Werbung* Gestern bin ich mit meinem Sohn nach Belgien gefahren. Mein Mann mußte noch ein Projekt in der Firma abschliessen und unsere Jüngste war in der letzten Woche auf einem Reiterhof und das Programm dort ging bis Samstag, so daß mein Mann sie heute abholen wird und mit Ihr nachkommt.

Meine beiden großen Kinder sind 18 und 16. Die Älteste ist mit Freunden und einem Wohnwagen an der holländischen Küste unterwegs. Ist bestimmt ein Riesen-Abenteuer und es wird ein Leben lang Geschichten aus diesem Sommer geben… so soll das sein, wenn die Kinder größer werden, sie schreiben Ihre eigene Story.

Der Große hatte Zeit, mit uns eine Woche am Meer zu verbringen. Und es ist eine gute Gelegenheit zu reden und Zeit zusammen zu verbringen, auch wenn man gemeinsam im Stau steht. Unterwegs und auf Reisen zu sein ist etwas Anderes, als zuhause zu sein. Wir haben die Fahrt zusammen gemeistert  inklusive Umleitungen und Staus und der Herausforderung, einen aufgeregten kleinen Hund dabei zu haben. Wir haben das Ferienhaus gemeinsam bezogen… da gibt es einige Dinge, die erledigt werden müssen, und da Papa noch nicht da war, hat er das übernommen, auch das Zählerstand ablesen mit dem Vermieter auf Eglisch. Keine großen Sachen, aber es ist etwas Besonderes, wenn man mehrere Kinder hat, Zeit mit einem Kind alleine zu verbringen. 

Als Rita angeboten hat, sie würde am Freitag den Laden übernehmen, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit meinem Großen losgezogen. Wir haben gestern Abend noch einen langen Strandspaziergang gemacht und waren gemeinsam essen. Danach haben wir zusammen einen Netflix-Film geschaut

Das Schlafverhalten von Teenagern und Erwachsenen ist nicht dasselbe. Ich habe mir heute morgen einen Kaffee gemacht und mich damit in den Garten des Häuschens gesetzt. Ich bin gerne in Gesellschaft, aber ich genieße auch die Momente, in denen ich alleine mit mir bin. 

Es gibt hier im Nachbargarten eine große Birke, ein bißchen Wind und Möwengekrächze. Stundenlang könnte ich zuschauen, wie die Farbe dieser Blätter sich ändert, je nachdem wie Sonne und Wolken gerade ziehen. Im Garten plätschert hier ein kleiner Brunnen und die Koi strecken ab und zu den Kopf heraus, ob es etwas zu fressen gibt. Das fand unser Struppi superinteressant. Dieses Bild, wie der kleine Hund völlig fasziniert, mit schiefgelegtem Kopf die Fische beobachtet…   

Dieser Friede und diese Ruhe…nur die Birke, der Brunnen, der Hund, die Koi und ein Kaffee. Ich spüre in solchen Momenten eine tiefe Dankbarkeit. 

Der Große schlief immer noch, ich habe einen Zettel hingelegt, daß ich Einkaufen bin. Das liebe ich so an unserem Ferienhäuschen. Es ist mitten in der Stadt und direkt vor der Tür ist ein Marktplatz und viele kleine Geschäfte. Ich muß nicht erst ins Auto steigen… ich laufe einfach los. Alle, die meinen Blog schon länger verfolgen wissen, daß ich diese kleinen, inhabergeführten Geschäfte liebe, die es hier noch überall gibt. Diese Geschäfte haben eine Seele, und es steckt das Herz und Hirn des Inhabers/der Inhaberin dahinter. Das ist das Besondere. Hier sind in den Bäckereien echte Menschen in der Backstube hinter dem Verkaufsraum. Und in den Produkten stecken Tradition, Kreativität, Muskelkraft, Wissen und Kompetenz, Erfahrung, viel Stolz und auch die Ehre der Macher. 

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Das ist der Unterschied, diese Produkte haben eine Seele. Das ist bei industriell gefertigten Produkten nicht oft der Fall, und in manchen Geschäften auch nicht. Da geht es nur um den Profit. Sicher, alle Geschäfte sind dazu da, um den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Aber ob Jemand sein Herz mit hineinlegt, das spürt man schon.

Mein Mann liebt Eclairs, ein Brandteig-Gebäck mit Schokolade… die Jüngste liebt die handgemachten Lollies, für den Großen habe ich ein Schokoladentörtchen eingepackt und für mich ein Himbeer-Tartelett. Zum Frühstück zwei „Pain au chocolat“ und ein knuspriges Baguette. Beim Metzger habe ich feine Salate geholt, Kirschen auf dem Markt bei einer Gemüse-Händlerin, beim Fischhändler Garnelen und Thunfisch-Creme.

Und auch dort sind hinter dem Verkaufsraum Menschen bei der Arbeit, die diese Dinge frisch herstellen. Das ist nicht aus der Fabrik oder Konserve, da braucht es keinen Mist, um das haltbar zu machen… es wird frisch hergestellt, direkt verkauft und direkt gegessen. Fertig. 

Das sind Familienbetriebe mit Angestellten, die auch zur Familie gehören. Und zu dieser Familie gehören auch die Stammkunden. Ich kenne das als Kind aus der Bäckerei meiner Großeltern. Das Schöne ist, daß wir hier schon so lange Urlaub machen, wir werden überall begrüßt.

So geht es mir auch, wenn Kunden in den Laden kommen… ich freue mich immer, wenn die Tür aufgeht. Es macht Spaß, KundInnen, die das erste Mal da sind, dabei zuzuschauen, wie sie alles erkunden und entdecken. Den Laden in Zornheim gibt es seit fast drei Jahren und wir haben so viele liebe StammkundInnen, die inzwischen einfach zur Familie gehören. Ihr kauft regelmäßig hier ein, schickt eure FreundInnen vorbei, hängt Zettel im Kindergarten aus oder verteilt Herzchen oder Kommentare auf facebook und Instagram… das alles ist für ein kleines Ladeli eine Riesenhilfe. Es ist so schön zu sehen, wie Ihr dahintersteht! Deshalb habe ich mir auch etwas überlegt… die Grafikerin hat sich bereits darangesetzt, es wird ein Guetsje für KundInnen geben, die öfter bei uns einkaufen. Ich möchte Euch Nähzimmer-Herzchen gerne etwas zurückgeben…das habt Ihr Euch verdient!

Die Menschen, die diesen Blog schon länger lesen, wissen, daß das meine tiefe Überzeugung ist. Dass ich glaube, dass die Dinge, die wir uns kaufen, die uns umgeben und die wir essen… dass das wichtig und persönlich und entscheidend ist. Ich erlebe hier in Belgien, wie gut es für einen Ort ist, Geschäfte, Restaurants und Cafes zu haben. Es macht für das Bild eines Ortes und die Lebensqualität einen Riesenunterschied. 

Ich bin im Grunde meines Herzens ein Minimalist, der schöne Dinge liebt. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Ich habe lieber Weniger, und dafür Dinge, die ich wirklich liebe. Heute bin ich fast den ganzen Tag in Belgien über einen Flohmarkt geschlendert und habe nur 4 Sachen gekauft… ich kann mich da auch immer sehr gut entscheiden… wenn ich etwas sehe, das wirklich mein Herz zum Hüpfen bringt, dann kommt es mit. Wenn ich bei einem Stück erst überlegen muß, dann ist es ganz sicher nicht das Richtige. 

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Wir haben nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Sowohl was unsere Zeit angeht, als auch unser Geld. Dieses Budget ist unterschiedlich, aber wir alle entscheiden, was wir mit unserem Geld und unserer Zeit anstellen. Oft  können wir erst hinterher sagen, ob unsere Entscheidungen klug waren. Wichtig ist, daß wir unser Geld und unsere Zeit so investieren, daß es uns glücklich macht. Nicht irgend Jemanden, sondern Dich. Mir machen Stoffe, Bücher und ein schönes Zuhause Freude… mit einer Designer-Handtasche oder einem schicken Auto ist mir nicht gedient. Also lasse ich das sein.

Mein Mann und ich haben 1998 ein kleines Reihenhäuschen gekauft. In einem Vorort von Mainz. 107 Quadratmeter Wohnfläche auf 121 Quadratmetern Grundfläche. Ich war gerade mal 24 Jahre alt, aber ich habe tiefe, schwäbische Wurzeln und der Schwabe zahlt nicht gerne Miete. Die Häuschen waren praktisch und für uns einigermaßen bezahlbar, also haben wir es damals gewagt.

Wir haben auch größere und schickere Häuser besichtigt, und die Bank hätte uns das auch finanziert. Aber mein kluger Mann wollte lieber kleinere Brötchen backen und meinte, das würden wir irgendwann abbezahlt bekommen. 

Dann kamen die Kinder, und da das Häuschen geschickt aufgeteilt ist, hatte Jedes unserer drei ein hübsches Zimmer. Mein Mann und ich haben uns das kleinste Räumchen als Schlafzimmer eingerichtet… es ist wirklich sehr klein, aber wir haben es uns hübsch und praktisch eingerichtet. 

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Und ich dachte immer, irgendwann bauen wir nochmal „richtig“. Ich dachte 20 Jahre lang, dass das ein Provisorium sei. 

1998 sind viele junge Familien gleichzeitig dort eingezogen, alle in einer ähnlichen Lebensphase. Wir haben gemeinsam Kinder bekommen und Ihnen beim Großwerden zugeschaut. Ihr müßt Euch eine Sackgasse mit Wendehammer vorstellen, die komplett als Spielstraße ausgeschildert ist. An dieser Straße wurden 65 Reihenhäuser gebaut und so vermarktet, daß hauptsächlich junge Familien angesprochen wurden. Wir hatten phasenweise eine echt massive Bobby-Car-Dichte und im Sommer war es das Wichtigste, daß immer Eis, Wassermelone, Straßenmalkreide und Seifenblasenflüssigkeit im Haus waren. 

Letztes Jahr haben wir in der Nachbargemeinde ein Baugrundstück angeboten bekommen… ich hatte Jahre darauf gewartet, in meinem Kopf war das Traumhaus komplett eingerichtet. Mein Mann und ich schauen auf diese Fläche und in dem Moment wußte ich, ich brauche das nicht. Ja, unser Garten ist Mini, und wenn die Nachbarn grillen ist es bei uns wie auf dem Camping-Platz. Das mag nicht Jeder, das verstehe ich… aber ich mag es. Ich mag den Trubel und ich mag meine Nachbarn. 

Ich habe neulich den Satz gelesen, dass, wenn Du Dein Leben damit verbringst, Besitz anzuhäufen und zu sammeln, wann willst Du das denn eigentlich genießen? Wenn wir nur damit beschäftigt sind, immer mehr zu haben, kann das denn der Sinn sein?  Oder, auf mein Geschäft bezogen, bedeutet Entwicklung da, immer größer zu werden?

Was ist wirklich wichtig im Leben? Das muß Jede/r für sich beantworten. Und es lohnt sich, vielleicht gerade in der Urlaubszeit, wenn wir ein bißchen Abstand von unserem Alltag haben, darüber nachzudenken.  Ich weiß, daß mich das größere Haus nicht glücklich machen würde. Ich habe aber eine Freundin, die sich den Traum von einem Haus erfüllt hat, daß es sie sehr glücklich macht. Aber das ist Ihr Traum. Nicht meiner. Meine Älteste träumt davon, seit sie mit 8 Jahren zum ersten Mal eine Chanel-Tasche in einer Zeitschrift gesehen hat, diese Tasche zu besitzen. Mich würde diese Tasche nicht glücklich machen. Aber sie sollte sie sich unbedingt kaufen!

Wir alle haben nur begrenzt Zeit und Geld zur Verfügung. Wir müssen beides so einsetzen, daß es uns glücklich macht. Meine Nachbarin macht es glücklich, die Welt zu bereisen. Sie gibt einen großen Teil Ihres Budgets für Reisen aus. Über meine Art, Urlaub zu machen schüttelt sie nur den Kopf. Aber für Jede/n bedeutet Glück etwas Anderes. 

Mich macht es oft traurig, wenn Menschen bei mir im Laden sehen und sagen:“ Ich würde so gerne einen Näh-Kurs machen, aber ich habe keine Zeit.“ 

Zeit ist das demokratischste Gut auf dieser Erde. Der Kaiser und der Bettler haben beide 24 Stunden geschenkt bekommen, jeden Tag. Wir bekommen Tag für Tag so viele Möglichkeiten geboten und Vieles klingt verlockend. Aber es macht Sinn, genau zu überlegen wie und wofür wir unsere Zeit und unser Geld investieren können.

Das Entscheidende ist, sich auf sich selbst zu besinnen. Wenn Dich das größere Haus glücklich macht, wünsche ich dir von Herzen Gottes Segen dazu. Meiner Nachbarin wünsche ich eine gute Reise und ich komme gerne mit zu Chanel, wenn meine Tochter sich die heiß ersehnte Tasche erspart hat.

So lange werde ich in meinem kleinen Haus wohnen, nach Belgien in den Urlaub fahren und meine Dry-Oilskin-Bag tragen. Weil das macht mich glücklich.

Ich liebe das Ladeli, so wie es ist. Heute morgen, in aller Ruhe, mit meinem Kaffee, meinem Hund und meinem Pain au chocolat hatte ich einige tolle Ideen, wie wir die nächste Zeit im Geschäft gestalten werden.. Ihr dürft gespannt sein! Ihr alle seid Teil der Nähzimmer-Familie, denn ohne Euch wäre das Nähzimmer nicht das, was es ist. 

Es geht nicht darum, immer mehr Stoffe zu haben oder immer größer zu werden. Es geht mir darum, Euch Ideen vorzustellen, wie wir Zuhause mit Stoffen eine schöne Umgebung gestalten können.. es geht um Ideen für liebevolle Geschenke und um Kleidung, die man gerne und lange trägt. Echte Klassiker, die glücklich machen, und an denen man sich jedes Mal erfreut, wenn man sie anschaut. Das ist das Ziel eines Produkts, das das Nähzimmer im Sortiment hat. 

Das Tolle am Älterwerden ist, dass die Erfahrung und die Zeit uns so Einiges lehren. Wenn ich Eines in den letzten Jahren verstanden habe, dann, dass das Wichtigste im Leben Familie und Freunde sind. Wenn wir im Näh-Cafe und in unseren Kursen gemeinsam eine schöne Zeit verbringen, dann ist das genau so, wie ich mir das Nähzimmer gewünscht habe.  

Ohne Euch treue Nähzimmer-Herzchen wäre dieser Laden nicht das, was er ist. Ihr seid die tollsten KundInnen, die man sich wünschen kann. Ob Online oder im Ladeli, der Kontakt ist immer so freundlich und herzlich, da geht mir das Herz auf.

Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam mit Euch in Kursen oder im NähCafe schöne Dinge zu nähen. Etwas Neues aus den feinen Stoffen zu gestalten und sich zusammen daran freuen. Dazu ein Tee oder Kaffee und etwas Leckeres zum Schnuckeln, sei es Kuchen oder Cookies, das ist doch das Beste! Deshalb habe ich bei Aline heute für freitags Kuchen und Cookies bestellt… für Euch zum Mitnehmen oder für die Ladies and Gentlemen an den Nähmaschinen im Näh-Cafe. (Für das Näh-Cafe bitte per Mail an d.supp@t-online.de anmelden.) Leckerer, frischer und regionaler geht nicht! Ich freue mich so sehr, daß Aline zugesagt hat. Am 16. August starten wir mit Alines ganz speziellem Zitronenkuchen… ich kann den Duft schon riechen…hmmmm! Dann könnt Ihr zu Euren Stöffchen und hübschen Kleinigkeiten noch etwas Leckeres für Euch und Eure Lieben einkaufen.

Für alle, die im Nähzimmer etwas länger verweilen möchten gibt es zukünftig freitags und samstags kostenlosen Kaffee, Wasser und Tee. Damit könnt Ihr eine kleine Wartezeit überbrücken und Euch einfach Zeit nehmen, Euch in Ruhe umzuschauen.

Künftig wird das Nähzimmer freitags bis 19.00 Uhr geöffnet haben. Ab 17.00 Uhr gibt es zum Einkauf ein (Winzer-) Sektchen dazu. Da kann das Wochenende beginnen!

Und auch neu nach den Ferien: Wir werden montags von 10.00-13.00 Uhr geöffnet haben…

Die Nähzimmer-Herzchen-Karte liegt jetzt bei der Grafikerin, damit werden wir auch nach den Sommerferien starten….ich freue mich schon darauf!

Hach, ich liebe meine Urlaubszeit hier, aber ehrlich, ich freue mich jetzt schon auf unseren Handmade-Herbst und die tollen Dinge, die wir machen werden!

Ich wünsche Euch allen schöne Ferien!!!! Wir sehen uns…