Du wünschst Dir mehr Raum für Dich und Deine Projekte? Hier ein paar Ideen…

 

Seit fast 4 Jahren arbeite ich selbstständig. Und ich habe 3 Kinder. Mein Terminplan ist manchmal wirklich ganz schön voll. Und das Gefühl, dass immer etwas unerledigt ist, kennt wohl Jede von uns….das ist ein sehr persönlicher Blogbeitrag, und vielleicht sind meine Erfahrungen überhaupt nicht mit Deinen zu vergleichen… vielleicht erlebst Du das Mama-Sein ganz anders. Ich erzähle hier einfach nur, wie ich es manchmal empfinde. Wenn Du Lust hast, nimm Dir einen Kaffee und setze Dich zu mir. 

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Ich glaube auch, daß ich mit meinen Gedanken nicht ganz alleine bin. Wie oft stehen Mütter bei mir im Laden und sagen: “ Ich würde so gerne einen Näh-Kurs machen, aber ich habe keine Zeit…“

An meiner Ladentheke hängt ein Schild, das sagt: „Das Leben ist zu kurz für irgendwann.“ Wenn Du wirklich Lust hast, dann mach es. Egal ob das ein Nähkurs oder ein ganz anderes Projekt ist. Tu das, was Dir am Herzen liegt. Ganz egal was es ist. Auch mit dem ganzen Familien-Alltag und dem ganzen Drumherum. Schreib` das Buch. Beginne die Ausbildung. Was auch immer es ist, such einen Weg.

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In Wahrheit sieht es doch so aus…je nach Alter Deiner Kinder besteht der Tag aus Wickeln, Stillen/Füttern und dann flott zum Elternabend im Kindergarten mit Arbeitseinsatzplanung beim Sommerfest, Elternabend in der Schule mit einem entzückenden Zettel für die Projektwoche mit der Bitte, einen Tontopf mit ca. (!) 26 cm Durchmesser, einen leeren Eierkarton und dazu bitte noch Pfeifenputzer in Türkis  zu besorgen. Ach ja, und die Kinder benötigen bis morgen  Schnellhefter in drölfzigmillionen Farben, einen Textmarker in grün und hier ist die Packliste für die Klassenfahrt… dann denken wir Mütter noch an Impftermine, Kiefer-Orthopädie, Nachhilfe, Musikstunde, Ballett, Kinderturnen, Hausaufgaben…. Ach ja, und bis nächste Woche sollen die Kinder eine Buchvorstellung fertig haben uuuuund denken Sie daran, die Kinder schreiben einen Mathe-Test. Und jetzt geht noch die Liste fürs Kuchenbuffet herum, tragen Sie sich doch bitte ein. Na klar. Eine Einladung zum Kindergeburtstag und noch schnell ein Geschenk organisieren… war noch was? 

Ich habe mit dem Laden ganz klein begonnen und in meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht damit gerechnet, dass sich dieses kleine Geschäft so entwickelt. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meine unglaublich lieben KundInnen, die so viele FreundInnen zu mir schicken, so viele Kurse besuchen, einkaufen und bestellen und Marmelade, Schokolade und Blümchen vorbeibringen…oder auch mal schnell mit anpacken, wenn es gilt, ein Regal zu schieben… Ihr seid so toll. Ich liebe den Laden und alles was dazugehört. Jetzt sind meine Kinder größer (18, 16 und 12) und ich habe mehr Freiräume als noch vor 4 Jahren. Aber ich erinnere mich gut an die Zeit, als die Süßen in Kindergarten und Grundschule waren… 

Es gibt ein wunderbares Buch von Anne Morrow Lindbergh „Muscheln in meiner Hand“. Die erste Ausgabe ist von 1955. Anne hatte 5 Kinder und auch sie hat schon das Thema beschrieben, daß sie sich „zersplittert“ fühlt. Hin- und hergerissen zwischen den Aufgaben als Mutter und dem Wunsch, mehr Zeit und Raum fürs Schreiben zu haben. Es scheint also nicht nur ein Thema unserer Zeit zu sein, daß wir Mütter ganz schön viel um die Ohren haben.  Wir haben so viele Möglichkeiten, aber wir haben nicht unendlich viel Zeit. Ich habe im Kopf so viele Pläne und Ideen..und dann muß aber erst noch der Hund zum Impfen, die neue Spülmaschine wird geliefert undundund…

Eine schöne Arbeit ist ein Geschenk,  Was wäre denn, wenn ich im Ladeli nichts zu tun hätte? Und Zuhause wäre es ganz still? Ich bin zutiefst dankbar für meine Kinder und die Familie…aber alle Mütter wissen auch, wieviel Arbeit wirklich hinter dem Ganzen steckt. Und manchmal fällt es uns wirklich schwer, in all dem Trubel wahrzunehmen, was wirklich wichtig ist. Wir gehen so auf in der Sorge um das Drumherum, daß wir uns selbst ganz vergessen. 

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Jetzt sind meine Kinder schon etwas größer, und die Aufgaben haben sich verändert. Junge Erwachsene haben für uns andere Themen und Fragen. Es ist deswegen aber immer noch so, daß  sie uns brauchen… mal mehr, mal weniger. Aber sie brauchen uns. Das ist für mich  auch wunderbar so und völlig in Ordnung. Aber was brauchen wir Mütter?

Die Frage stellen wir uns oft gar nicht, weil wir so darin aufgehen, für Andere da zu sein. Vielleicht ist bei meinen Ideen etwas für Dich dabei.

1.) Keep it simple

Wir wohnen seit fast 20 Jahren in einem kleinen Reihenhäuschen. Wir hatten die ganzen Jahre über geplant, noch einmal „richtig“ zu bauen. Irgendwie gab es aber nie den richtigen Bauplatz oder das richtige Haus.. und inzwischen haben wir hier so Wurzeln geschlagen… es bleibt bei diesem kleinen Häuschen. Jahrelang haben wir nicht richtig renoviert, weil wir ja noch bauen wollten. Jetzt sind die Kinder größer und einige Dinge brauchen wir nicht mehr. Ich habe in den letzten Tagen aufgeräumt und weggeworfen,  mit meiner Jüngsten das Zimmer ausgemistet und neu gestaltet… das war so ein schönes Gefühl, gestern, als alles fertig war. 

Jetzt bin ich dran. Ich habe ein Miniminimini-Arbeitszimmer von 4 qm. Eigentlich  nur eine Ecke. Aber auf dem zauberhaften Instagram-Account von @dreieckchen habe ich eine wunderschön aufgeräumte Vorratskammer gesehen. Und keinen halben Tag später habe ich ein blaugelbes Möbelhaus besucht und mir entsprechendes Ordnungsgedöns gekauft. Morgen ist ein Feiertag und dieser Raum wird jetzt so organisiert, daß ich künftig gerne darin arbeite. Im Moment ist das eher so ein blödes Gefühl, wenn ich daran vorbeilaufe… da denke ich immer, Mist, ich müßte unbedingt….Dieses miese Gefühl mag ich nicht mehr. Und ich will jeden Raum in meinem Haus wirklich gerne haben. Ich möchte es mir so einfach wie möglich machen.

Grundsätzlich kaufe ich mir sehr wenig Dinge… ich will nicht so viel Müll produziert und kaufe mir sehr wenig, aber dafür wirklich langlebige Stücke… Klassiker, die nicht aus der Mode kommen… sowohl bei Kleidung, als auch bei Möbeln und Dekorationen. So ist auch mein Laden ausgerichtet… Hübsche Dinge, die auch noch in Jahren schön sind. Vielleicht ist das auch die beste Idee zum Muttertag… etwas Hübsches, Selbstgemachtes oder du verschenkst einen schönen Abend… da fällt mir spontan ein Näh-Abend im Nähzimmer ein … zwinkerzwinker. 

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Weniger ist einfach mehr, und „Keep it simple“ ist ein gutes Motto. Mach´ es Dir so einfach und schön, wie nur irgend möglich. 

2.) Sei nett zu Dir. 

Das ist so wichtig,. Du tust Dein Bestes, da ist es die oberste Priorität, daß Du auch einmal für Dich sorgst. Nicht nur am Muttertag. Es gibt ein schönes Sprichwort: „ aus einem leeren Krug kann man nichts einschenken“. Das stimmt. Du hast Deinen Lieben nur etwas zu geben, wenn Du selbst Energie und Freude hast. Ich merke, daß ich in hektischen Phasen zu wenig auf meine Ernährung achte und meine Jogging-Einheiten schleifen lasse. Ich fühle mich so viel besser, wenn ich auf beides achte. 

Wir feiern heute den Kindergeburtstag unserer Jüngsten. Ich hatte vorher kurz den Impuls, vorher das Erdgeschoss nochmal feucht durchzuwischen. Aber nur kurz. Ich wische, wenn die Ladies wieder weg sind. Gut genug reicht völlig.  

 

3.) Wenn es wirklich stressig wird, dann suche Dir (bezahlte) Hilfe.

Ich merke, ich delegiere inzwischen so Einiges. Das gibt mir mehr Freiraum im Kopf für meine Aufgaben. Vielleicht kann Dir ein/e Freund/in, Deine Partner/in, Eltern, Schwiegereltern…. eine Hilfe sein? Manchmal muß man sich nur trauen, zu fragen. 

4.) Glaub nicht alles, was Du von Anderen siehst oder hörst 

Instagram ist ein gutes Beispiel dafür. Wir sehen einen Ausschnitt aus dem Leben einer Person und denken, bei Anderen ist alles immer traumhaft und ein leichtes Tanzen über die Blumenwiese. 

Du siehst nur ein Bild. Du weißt überhaupt nicht, wie das Leben dieser Person sonst aussieht. Ich bin inzwischen sehr vorsichtig geworden, wenn ich merke, ich beurteile das Leben eines Anderen. Du kannst das perfekte Instagram-Bild sehen, und im Hintergrund, auf der Seite, wo der Fotograf steht, da türmt sich das Chaos.  

Wir hatten ein Ehepaar hier im Ort, das war Familie „bei-uns -ist-alles-super“. Eines Tages kam deren Tochter zu meiner Tochter zu Besuch… das Mädel stand an der Tür und weinte… so ein Weinen mit Schluchzen und Schnappatmung… die Maus wollte zu meiner Tochter. Als die beiden Stunden später die Treppe herunterkamen und das Mäuschen gegangen war, drehte sich meine – damals 16-jährige – Tochter zu mir und meinte: „ Mama, wenn Du oder Papa jemals fremdgeht, nehmt Euch verdammt noch mal ein Hotel.“

Da ist mit einem Satz die ganze Geschichte erzählt, gell? Ist Dein Kopfkino an?

Also, glaub` nicht alles, was Du denkst. 

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5.) Mach Dein Ding und schau nicht soviel nach links und rechts. Gib` nicht auf. Und hör nur auf die, deren Meinung für Dich zählt. 

Als ich mich mit 42 Jahren selbstständig gemacht habe, war das sehr interessant… Einige im Ort fanden die Idee toll und freuten sich auf den Laden… fragten nach mehr Flyern und boten an, sie bspw. Ihren Kolleginnen zu verteilen. Und dann gab es da die richtigen, echten Freunde, die zwei Tage vor der Eröffnung mit einem Werkzeugköfferchen anrückten und Regale zusammenschraubten.

Es gab aber auch einen Kreis an Menschen, die wußten, daß das sowieso nichts wird. Dass das alles nur Mist ist. Dass das gar nichts werden kann! Die wirklich zu mir gesagt haben: „Was willst Du denn damit?“ Oder, auch schön:“ Du musst doch gar nicht arbeiten gehen, Dein Mann verdient doch gut …“

Diejenigen, die Deine Pläne und Ideen schlecht machen…sind nicht in Deinem Team. Kritisieren ist leicht. Selbst etwas auf die Beine zu stellen ist viel, viel schwieriger. Einen Fehler bei Anderen zu finden, in den Krümeln suchen, das kann jeder. Das ist leicht. Aber wer etwas auf den Weg bringt, der macht auch einmal Fehler… nur der, der nichts ausprobiert, macht nichts falsch. Wenn Du Dich zeigst, Deine Ideen und Vorstellungen nach außen trägst und offen und ehrlich bist, dann wird es meistens Jemanden geben, der daran etwas zu mäkeln findet.

Also, mach` Dein Ding, wie auch immer das für Dich aussieht. Laß die Meckerer auf Ihren billigen Plätzen meckern und hör´ nur auf die Wenigen, Wichtigen. Die, die in Deinem Team sind. 

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Und wenn Dir etwas wichtig ist, gib` nicht auf. Steh` dazu und zieh` es durch. 

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Muttertag mit Deinen Lieben. Ich bin in Deinem Team, Du machst das großartig. 

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4 Kommentare zu „Du wünschst Dir mehr Raum für Dich und Deine Projekte? Hier ein paar Ideen…

  1. Danke für Deine mutmachenden Worte. Jeder Deiner Punkte tauchte in mir auch in den letzten Jahren auf und ich bin froh, dass ich sie immer besser umzusetzen gelernt habe.
    Liebe Grüße
    Ines

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  2. Was ein toller Text… ❤️ Ich habe gleich Lust bekommen in deinem Lädchen vorbeizukommen. Erstens, weil ich gerne mit Begleitung aus den Nähkinderschuhen (okay… es sind viel mehr erst Babypuschen) herauswachsen möchte und das Gesamtkonzept so wundervoll ästhetisch ans Herz geht. Und zweitens, weil es bestimmt einen Trip nach Zornheim wert ist diese spannende Frau hinter den Zeilen kennenzulernen… Soviel geballte Kreativität, Schnickschnack mit Seele, Schönes für die Augen & Gedankentankstelle auf einmal…. Eine Wonne ⭐️

    Hmmmm…. manchmal ist der facebook Logerithmus doch eine feine Sache!

    Liken

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